07. Juli 2020 / 00:12 Uhr

Heidenheim hadert: Schmidt will sich "richtig einen hinter die Binde kippen" – Schnatterer: "Das ist brutal"

Heidenheim hadert: Schmidt will sich "richtig einen hinter die Binde kippen" – Schnatterer: "Das ist brutal"

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Bitter enttäuscht: Heidenheims Trainer Frank Schmidt (rechts) und Marc Schnatterer.
Bitter enttäuscht: Heidenheims Trainer Frank Schmidt (rechts) und Marc Schnatterer. © Getty
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Den erhofften ersten Bundesliga-Aufstieg der Bundesliga-Geschichte hat der 1. FC Heidenheim in der Relegation knapp verpasst. Nach dem 2:2 gegen Werder Bremen zeigten sich Trainer Frank Schmidt und Kapitän Marc Schnatterer enttäuscht.

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Tief enttäuscht, aber trotzdem kämpferisch – so präsentierte sich der 1. FC Heidenheim nach dem 2:2 gegen Werder Bremen im Rückspiel der Relegation. Nur ein Tor fehlte letztlich für den erhofften ersten Aufstieg in die Bundesliga überhaupt. So aber musste der FCH nach zwei Remis (im Hinspiel gab es in Bremen ein 0:0) zuschauen, wie die Bremer den Klassenerhalt bejubelten – weil sie im Gegensatz zu Heidenheim Auswärtstore geschossen hatten. "Wir haben kein Spiel verloren und es trotzdem nicht geschafft", sagte FCH-Kapitän Marc Schnatterer bei DAZN. "Das ist brutal."

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Auch sein Trainer Frank Schmidt, der gemeinsam mit Schnatterer seit über zehn Jahren für Heidenheim steht wie niemand sonst, gestand kurz nach Schlusspfiff "eine gewisse Leere" ein und rang nach Worten: "Was soll ich sagen, kurz nach einem Spiel. Jeder ist enttäuscht, vor allem die Spieler."

Der 46-Jährige, der zuvor noch gereizt auf eine Frage reagierte, richtete den Blick auch nach vorn: "Es geht immer weiter, auch wenn es brutal schwer ist für uns. Der Blick geht nach vorne, der Kopf geht hoch." Man dürfe sich "nicht als Verlierer fühlen", schließlich sei man Dritter der 2. Liga geworden – die beste Platzierung der Vereinsgeschichte.

2009 wurde die Bundesliga-Relegation wieder eingeführt. Alle bisherigen Begegnungen im Überblick:

Der <b<SPORT</b>BUZZER blickt in der Galerie auf alle Relegationsduelle seit 2009. Zur Galerie
Der BUZZER blickt in der Galerie auf alle Relegationsduelle seit 2009. ©

Schmidt ärgert sich über verpasste Chancen: "War wieder alles möglich"

Schmidts Team war gegen von Beginn an wache Bremer bereits nach drei Minuten durch ein Eigentor von Norman Theuerkauf in Rückstand geraten. Das frühe 1:0 habe den Bremern "in die Karten gespielt", sagte Schmidt. Seinen Spielern habe "die Ruhe am Ball und die Erfahrung gefehlt", auch wenn "auch heute wieder alles möglich" war. Doch die Süddeutschen rannten dem frühen Rückstand hinterher und nutzten überdies nicht ihre Chancen aus, als sie kurz nach Wiederanpfiff überlegen waren. Schmidt: "Ich hatte in der Phase den Eindruck, Bremen ist stehend k.o."


Der Ausgleich durch Tim Kleindienst fiel in der 85. Minute, insgesamt aber zu spät. Als Ludwig Augustinsson in der Nachspielzeit das 2:1 machte, "war es dann eigentlich entschieden", sagte Schmidt. Der Elfmetertreffer von Kleindienst drei Minuten später fiel nicht mehr ins Gewicht.

"Es war eine der Chancen, für mich und den Verein, den Aufstieg zu schaffen", haderte Schnatterer. Nicht minder frustriert reagierte Schmidt – diesmal bei Amazon Prime: "Das Einzige, was jetzt hilft: Richtig einen hinter die Binde kippen – dann ist es zwar morgen noch schlimmer, aber wir stehen wieder auf …"