19. November 2021 / 12:49 Uhr

Heiko Prinz: Feuer und Flamme für Goalball

Heiko Prinz: Feuer und Flamme für Goalball

Marten Vorwerk
Ostsee-Zeitung
Bei der Verleihung des großen Stern des Sports in der Kategorie Bronze: (v.l.) Heiko Prinz, Goalball-Spieler Justin Möckel, Sonja Bade (Vereinsvorsitzende der Greifswalder Sportgemeinschaft) und Michael Hietkamp (Vorstand VR-Banken).
Bei der Verleihung des großen Stern des Sports in der Kategorie Bronze: (v.l.) Heiko Prinz, Goalball-Spieler Justin Möckel, Sonja Bade (Vereinsvorsitzende der Greifswalder Sportgemeinschaft) und Michael Hietkamp (Vorstand VR-Banken). © Verein
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Der Nachwuchstrainer des Behindertensportverbands will die Sportart in MV weiter vorantreiben. Gestern wurde das Projekt bei „Sterne des Sports“ ausgezeichnet.

Heiko Prinz hat sich für die Sportart Goalball in den vergangenen Monaten in Mecklenburg-Vorpommern mächtig ins Zeug gelegt. Als Nachwuchstrainer des Verbandes für Behinderten- und Rehabilitationssport MV (VBRS) und Trainer sowie Abteilungsleiter der Goalballabteilung der Greifswalder Sportgemeinschaft (GSG) ist er zusammen mit seinem Team dafür verantwortlich, dass es im Land mittlerweile fünf Standorte für den Seh­behindertensport gibt. Neben der ­Goalball-Hochburg Rostock, wo 2019 die Europameisterschaft stattgefunden hat, wird auch in Schwerin, Franzburg, Neukloster und Greifswald seit kurzer Zeit unter der Leitung von Trainern das Ballspiel praktiziert. „Wir wollen den Sport in ganz Deutschland immer weiter nach vorne bringen. Gerade den Nachwuchs wollen wir an Goalball heranführen. Wir merken, wie Kinder dabei aufblühen“, schwärmt Heiko Prinz.

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Das Projekt der GSG wurde gestern von „Sterne des Sports“ – einer Aktion des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) und der VR-Banken, bei der Sportvereine die sich über ihr sportliches Angebot hinaus besonders gesellschaftlich engagieren – mit dem dritten Platz in der Kategorie Silber (landesweit) ausgezeichnet. Zuvor gewannen sie in der Kategorie Bronze (im Kreis Vorpommern Greifswald) schon den großen Stern und heimsten nun insgesamt 1750 Euro für den Verein ein.

Die Goalball-Spieler der Greifswalder Hechte Danny Maaß (vorne) und Franziska Weber (Nr. 7) trainieren unter der Leitung von Heiko Prinz.
Die Goalball-Spieler der Greifswalder Hechte Danny Maaß (vorne) und Franziska Weber (Nr. 7) trainieren unter der Leitung von Heiko Prinz. © Verein

Im Goalball, einer Sportart für Sehgeschädigte, stehen sich je drei Spieler mit verbundenen Augen in einem 18 Meter langen Feld gegenüber, das etwa die Größe wie beim Volleyball hat. Sie versuchen, den Klingelball in ein 9 mal 1,30 Meter großes Tor zu werfen. Eine besondere Herausforderung. „Man muss mit anderen Sinnen arbeiten. Vor allem auf das Gehör kommt es an, da man nichts sieht. Es läuft viel über Kommunikation. Zudem ist das Spiel sehr intensiv. Innerhalb von zehn Sekunden muss der Ball den eigenen Torraum verlassen haben“, erzählt Prinz, der vergangene Woche seinen 42. Geburtstag feierte. Er stand selbst schon auf dem Parkett. Denn auch Menschen ohne Sehbehinderung können Goalball spielen. „Diejenigen, die Einschränkungen beim Sehen haben oder gar blind sind, haben keinen Nachteil. Denn jeder trägt eine Brille, durch die man nichts sehen kann. Alle spielen also mit den gleichen Voraussetzungen“, erzählt Prinz.


Durch die Pandemie kam der Personal- und Vereins-Athletiktrainer zum Goalball. „Ich habe im Rahmen eines Trainingslager der Rostocker Goalballer den Sport kennengelernt. Nachdem meine Selbstständigkeit durch Corona etwas auf Eis gelegt war, interessierte ich mich für die Stelle als Goalball-Nachwuchstrainer des VBRS“, erinnert sich Prinz. Im April gründete er in der GSG die entsprechende Abteilung und damit auch die erste ­Goalball-Mannschaft in Vorpommern, die unter dem Namen Greifswalder Hechte in der 2. Bundesliga aufläuft.

Zurzeit pendelt der 42-Jährige immer zwischen seinem Arbeitsplatz in Rostock beim VBRS und dem Verein in Greifswald. Wohnhaft ist er in einem Örtchen bei Marlow. „Das passt ganz gut, das ist in der Mitte zwischen Rostock und Greifswald“, so Prinz. Er ist aber auch in den anderen Standorten in MV aktiv und hilft, wo er kann.

„Wir wollen in Zukunft weitere Übungsleiter anlernen, damit wir noch besser aufgestellt sind“, sagt Prinz, der durch die Sportart vor allem Menschen in Bewegung bringen will. „Das soziale Miteinander soll wieder eine größere Rolle spielen. Gerade den Kids und den Erwachsenen, die eine Beeinträchtigung im Sehbereich haben und trotzdem sportlich aktiv sein wollen, möchten wir unser Angebot zur Verfügung stellen“, betont Heiko Prinz.

Persönlich wird er in Zukunft vor allem in Vorpommern versuchen, immer mehr Menschen an Goalball heranzuführen. Eine Aktion, die das Prädikat „Stern des Sports“ mehr als verdient hat.