17. Februar 2022 / 20:39 Uhr

Heim-Debakel gegen Glasgow Rangers: BVB in der Europa League vor dem Aus

Heim-Debakel gegen Glasgow Rangers: BVB in der Europa League vor dem Aus

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Borussia Dortmund zeigte gegen die Glasgow Rangers eine schwache Vorstellung.
Borussia Dortmund zeigte gegen die Glasgow Rangers eine schwache Vorstellung. © IMAGO/Revierfoto/Shutterstock (Montage)
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Borussia Dortmund erlebt einen bitteren Europa-League-Abend: Im Zwischenrunden-Hinspiel gegen die Glasgow Rangers wird der BVB vom Underdog aus Schottland teilweise vorgeführt. Im Rückspiel bei den Rangers muss nun ein Wunder her.

Borussia Dortmund hatte sich nach dem Abstieg aus der Champions League so viel für die zweitklassige Europa League vorgenommen. Sportdirektor Michael Zorc sprach vor Anpfiff vom "besten Wettbewerb, den wir jetzt haben" - doch schon nach dem Hinspiel der Zwischenrunde steht der BVB vor dem Aus. Gegen den schottischen Meister Glasgow Rangers verlor die Mannschaft von Trainer Marco Rose überraschend deutlich mit 2:4 (0:2) und steht vor dem Rückspiel in der kommenden Woche mächtig unter Druck. James Tavernier (38./Handelfmeter), Alfredo Morelos (41.,54.) und John Lundstram (49.) schossen den Underdog zum klaren Sieg. Jude Bellingham (51.) und Raphael Guerreiro (82.) sorgten mit ihren Treffern immerhin dafür, dass ein Weiterkommen trotz völlig verkorkster 90 Minuten aufgrund der abgeschafften Auswärtstorregel immer noch im Bereich des Machbaren liegt.

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Rose setzte gegen die Rangers auf dieselbe Startelf, die am vergangenen Sonntag beim 3:0 über Union Berlin überzeugt hatte. Anders als in Berlin kehrten der von einer Magenverstimmung genesene Giovanni Reyna und der zuletzt nicht berücksichtigte Thorgan Hazard zurück in den Kader, saßen aber zunächst auf der Bank. Die verletzten Erling Haaland, Thomas Meunier und Marius Wolf sowie der gesperrte Emre Can fehlten beim 1000. Pflichtspiel der Borussia im Signal Iduna Park.

BVB in Noten: Die Einzelkritik zum Hinspiel gegen die Glasgow Rangers

Der BVB in der Einzelkritik zum Spiel gegen die Glasgow Rangers. Zur Galerie
Der BVB in der Einzelkritik zum Spiel gegen die Glasgow Rangers. ©

BVB in erster Halbzeit nicht europacupreif

Und was der BVB den 10.000 Zuschauern da in der ersten Halbzeit präsentierte, war nicht europacupreif. Vor allem Haaland, der weiterhin an muskulären Problemen laboriert, wurde bei den Dortmundern einmal mehr schmerzlich vermisst. Offensiv lief bis auf einen wegen eines klaren Offensivfouls abgepfiffenen Kopfballtreffers von Manuel Akanji (17.) und einer Halbchance nach Hereingabe von Jude Bellingham, die sowohl Marco Reus wie auch Donyell Malen verpassten (27.), so gut wie nichts zusammen. Defensiv offenbarten sich einmal mehr große Lücken. Einen Schuss von Borna Barisic aus spitzem Winkel (10.) parierte BVB-Schlussmann Gregor Kobel gerade so mit dem Fuß. Zuvor hatte Ryan Kent die BVB-Verteidiger Mats Hummels und Manuel Akanji ausgetanzt.

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Dortmund wirkte nach dem Abstieg aus der Champions League wenig motiviert, in der zweitklassigen Europa League anzutreten - und bekam die Quittung vor der Pause. Nach VAR-Eingriff entschied Schiedsrichter Clément Turpin auf Elfmeter nach Handspiel des unglücklich agierenden Dan-Axel Zagadou im eigenen Strafraum. Rangers-Kapitän James Tavernier (38.) verwandelte den Strafstoß souverän. Der BVB wirkte völlig von der Rolle und kassierte noch einen Treffer. Nach einem Eckball verlor Reus ein Kopfball-Duell gegen Joe Aribo, Morelos schob völlig freistehend am zweiten Pfosten zum 2:0 ein (41.). Unter heftigen Pfiffen wurde die Rose-Elf nach dem Pausen-Signal des Referees von den Fans in die Kabine geschickt.

Videobeweis sorgt für erneuten BVB-Rückschlag

Einen Denkzettel verpassten sie den desillusionierten Borussen damit offenbar nicht. Denn kurz nach der Pause sorgte Lundstram (49.) nach Pass von Kent mit seinem Linksschuss vom Strafraum aus für den Alptraum-Start des BVB in die zweiten 45 Minuten - 0:3! Immerhin war jetzt ein Aufbäumen des Bundesliga-Zweiten zu erkennen. Nach einem missglückten Dribbling des eingewechselten Youssoufa Moukoko setzte der BVB nach. Der Ball landete über Umwege bei Bellingham, der auf 1:3 verkürzte (51.). Doch auch dieser Spielstand hatte nicht lange Bestand: Und wieder war Morelos der Torschütze (55.). Sein Treffer nach Vorlage von Teamkollege Aribo, der von Zagadou entscheidend abgefälscht wurde, zählte zunächst wegen einer vermeintlichen Abseitsstellung nicht. Nach Videobeweis gab Turpin das vierte Tor für Glasgow doch.

Der BVB war am Boden angekommen. Der Aufschwung nach dem Bellingham-Tor verflog durch den Gegentreffer direkt. Im Anschluss war Glasgow sogar näher an Tor Nummer fünf als der BVB am zweiten Treffer dran. Immerhin kam Guerreiro kurz vor Abpfiff noch zum schmeichelhaften Treffer zum 2:4 (82.). Die Schlussoffensive kam viel zu spät. Bis zum Rückspiel im Ibrox Stadium muss Dortmund an einfachen Grundlagen in der Defensive arbeiten. In der Bundesliga ist Borussia Mönchengladbach am Sonntag (17.30 Uhr/DAZN) der nächste Gegner.