04. Mai 2020 / 17:35 Uhr

Heimatgefühle und Zukunftsplanung: Daniel Frahn über Verlängerung beim SVB

Heimatgefühle und Zukunftsplanung: Daniel Frahn über Verlängerung beim SVB

Mirko Jablonowski
Märkische Allgemeine Zeitung
Daniel Frahn (I.) verfolgt Viktorias Tobias Gunte.
Daniel Frahn (l.) erzielte in fünf Punktspielen im Jahr 2020 zwei Treffer für den Regionalligisten SV Babelsberg 03. © Jan Kuppert
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Regionalliga Nordost: Der 32 Jahre alte Angreifer Daniel Frahn will seine Fußballkarriere beim SV Babelsberg 03 beenden und kann sich danach eine Trainerlaufbahn vorstellen.

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Den Plan, zum Ende seiner aktiven Fußball-Laufbahn noch einmal das Trikot des SV Babelsberg 03 zu tragen, hatte Daniel Frahn schon lange im Kopf. Die Umstände, unter denen der 32-Jährige in der Winterpause nach der Vertragsauflösung beim Drittligisten Chemnitzer FC nach fast einer Dekade wieder zu den Filmstädtern zurückkehrte, hatte er sich anders vorgestellt. „Aber sie waren nun einmal so“, sagt er mit Blick auf seine für großes Aufsehen sorgende Rückkehr zu dem Verein, für den er bereits von 2007 bis 2010 auf Torejagd ging und sich als Torschützenkönig der Regionalliga Nord und dem Aufstieg in die 3. Liga Richtung RB Leipzig verabschiedete.

Am 31. Januar unterschrieb der gebürtige Potsdamer, der beim FV Turbine Potsdam mit dem Kicken begann und später die Sportschule des FC Energie Cottbus besuchte, einen Vertrag bis zum Saisonende. Am Montag vermeldete der Kiezverein, dass der Angreifer, der in fünf Punktspielen im Kalenderjahr 2020 zwei Treffer erzielte, ein neues Arbeitspapier bis 2022 unterschrieben hat.

Vom FV Turbine Potsdam bis RB Leipzig: Die Karriere von Daniel Frahn in Bildern.

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Vom FV Turbine Potsdam bis RB Leipzig: Die Karriere von Daniel Frahn in Bildern ©

„Mein Wunsch war es schon lange, meine aktive Zeit als Fußballer in Babelsberg zu beenden. Damit geht ein kleiner Traum in Erfüllung. Ich freue mich über die Möglichkeit, mich hier beweisen zu dürfen und das gezeigte Vertrauen zurück zu zahlen“, wird Frahn in der Vereinsmitteilung zitiert. „Der Club ist mit meiner Verpflichtung ein hohes Risiko gegangen“, weiß er. Es sorgte deutschlandweit für einen Aufschrei, dass ausgerechnet der SVB, der sehr offensiv für Anti-Faschismus und Anti-Rassismus eintritt, Daniel Frahn im Winter eine Chance gab, nachdem dieser zuvor monatelang in die Schusslinie geraten war, weil ihm in seiner Zeit beim Chemnitzer FC eine Nähe zu rechtem Gedankengut vorgeworfen wurde, die nach gut vier Jahren letztlich zur Auflösung des Arbeitsverhältnisses führte.

Es folgten turbulente Tage für die Babelsberger Verantwortlichen und Frahn, der in zahlreichen Gesprächen mit Fans und einer großen Presserunde seine Sicht der Dinge darlegte. Ob sich das rückblickend gelohnt hat? „Definitiv!“, muss der Angreifer mit der Rückennummer 32 nicht lange überlegen. „Ich bin wieder zu Hause und hier fühlen wir uns einfach am wohlsten“, sagt der Familienmensch, der sich darauf freut, mit seiner Frau und seinem Sohn wieder dauerhaft in der Nähe der Liebsten zu sein. Die Verhandlungen über den neuen Vertrag hätten nicht lange gedauert. „Wir haben uns zusammengesetzt und waren uns schnell einig“, bestätigt der Kicker, der in seiner Vita unter anderem 34 Zweitligaspiele (fünf Tore) und 117 Drittliga-Partien (49 Treffer) zu stehen hat.

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Jetzt will er seine fußballerische Laufbahn bei dem Verein beenden, der ihm besonders am Herzen liegt. Das müsse aber nicht unbedingt am Ende des neuen Vertrages sein. „Mein Plan ist schon, dass ich so lange wie möglich spielen will. Natürlich muss ich dafür aber gesund bleiben und weiter mithalten können. Ich will den jungen Akteuren nicht wie ein alter Opa hinterherrennen“, sagt Frahn und lacht.

Nebenbei will er schon an der Karriere nach der Karriere arbeiten. „Ich will meine Trainerscheine machen und schon mal im Nachwuchsbereich reinschnuppern“, kann sich der 1,86 Meter große Angreifer durchaus eine Zukunft an der Seitenlinie vorstellen. Dort wird er als Spieler in Zukunft weiter auf die Anweisungen von Predrag Uzelac hören, der in der vergangenen Woche ebenfalls einen neuen Zweijahres unterschrieben hat. „Das ist ein gutes Zeichen für die Spieler, die hier sind, oder auch Neuzugänge. Ich hoffe, dass wir uns hier wieder etwas aufbauen können. Babelsberg 03 ist in meinen Augen noch immer eine sehr gute Adresse“, so Frahn, der auch Angebote anderer Vereine hatte. „Ich habe aber immer gesagt, dass Nulldrei mein erster Ansprechpartner ist.“