30. Oktober 2020 / 11:30 Uhr

Heimische Fußballklubs zeigen Verständnis für Spiel-Stopp: "Einschläge kommen näher"

Heimische Fußballklubs zeigen Verständnis für Spiel-Stopp: "Einschläge kommen näher"

Yannik Haustein und Henning Kampen
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Vorgezogener Fußball-Stopp: Die heimischen Teams von Landesliga bis Kreisklasse dürfen bereits an diesem Wochenende nicht mehr spielen, die Trainer zeigen dafür Verständnis.
Vorgezogener Fußball-Stopp: Die heimischen Teams von Landesliga bis Kreisklasse dürfen bereits an diesem Wochenende nicht mehr spielen, die Trainer zeigen dafür Verständnis. © Sebastian Preuß
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Nach dem Kreis Wolfsburg am Mittwoch haben am Donnerstag auch der Fußball-Bezirk Braunschweig und der Kreis Gifhorn alle Spiele im Herren- und Juniorenbereich ab sofort abgesetzt. Der Bezirk wird auch im Dezember nicht mehr spielen lassen. Das sagen die heimischen Vereine dazu.

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Nach dem Kreis Wolfsburg am Mittwoch haben am Donnerstag auch der Fußball-Bezirk Braunschweig und der Kreis Gifhirn alle Spiele im Herren- und Juniorenbereich ab sofort abgesetzt. Grund sind die Entwicklungen der letzten Tage bezüglich der rapide steigenden Infektions-Zahlen der Corona-Pandemie. Das bedeutet, dass es keine Landes- und Bezirksliga-Spiele am kommenden Wochenende und sogar für den Rest des Jahres mehr geben wird, wie Bezirksspielausschuss-Mitglied Thorsten Tunkel dem SPORTBUZZER bestätigt. "Wir haben für den Dezember keine Spiele mehr angesetzt und wir werden auch mit Sicherheit keine mehr ansetzen." Der niedersächsische Fußball-Verband hat den Spielbetrieb erst ab dem kommenden Montag (2. November) ausgesetzt. Das sagen die heimischen Vereine zum vorgezogenen Spiel-Stopp:

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Landesliga

Rouven Lütke, Trainer des MTV Isenbüttel:

Spielausfall am Wochenende:
"Ich kann es nachvollziehen. Die Einschläge kommen immer näher, wir hatten ja selbst zu Beginn der Saison einen Corona-Fall, wo wir Glück hatten, dass der Spieler nicht zum Training kommen konnte. Es ist eine blöde Situation, ob sie absehbar war oder nicht. Beim Sport selbst sind wir selbst nicht so gefährdet, sondern eher in der Kabine. Aber Sport ist aktuell ein bisschen zweitrangig."

Fortsetzung der Saison:
"Ich hoffe nur, dass wir im Frühjahr die Chance kriegen, die Spiele nachzuholen. Dass wir nicht genau wissen, wann es weitergeht, ist mega bitter - wie sollen sich die Spieler da motivieren?"


Willi Feer, Trainer des SSV Vorsfelde:

Spielausfall am Wochenende:
"Wir haben erst drei Punktspiele gemacht, werden jetzt wieder aus dem Spielbetrieb gerissen. Das ist nicht schön, aber wir müssen es so hinnehmen. Dass ein Rückfall kommen würde, war klar, nur nicht, wie schwer er sein würde."

Fortsetzung der Saison:
"Die Rückrunde ist für März angesetzt - und wir müssen noch 15 Spiele machen, plus die des Bezirkspokals. Und es kann sein, dass wir nur zwei Wochen Vorbereitungszeit haben. Vielleicht kommt uns die Pause aber auch ein bisschen entgegen, weil sich unsere Verletzten komplett auskurieren können. In der Zwischenzeit bekommen die Spieler Trainingspläne, sie sollen fleißig für sich trainieren - vielleicht können wir ja auch schon Anfang Dezember mit dem Training fortfahren."

Wo wird am Wochenende noch Fußball gespielt? Einen Überblick gibt's hier.

Bezirksliga

Thorsten Thielemann, Trainer Bezirksligist VfL Wahrenholz:

Spielausfall am Wochenende:
"Einerseits hätte ich das eine Spiel gern noch mitgenommen, durch den Bezirkspokal hängen wir mit drei oder vier Ligaspielen dem Kreis noch ein bisschen hinterher, der hat seine Hinrunde ja fast ausgespielt. Aber aus gesundheitlicher Sicht ist es der beste Weg."

Pflichtspielbeginn mit Bezirkspokal:
"Ich war eigentlich ein Befürworter, den Pokal erst auszutragen. Ich habe es als gute Vorbereitung auf die Saison gesehen. Es hat sich aber schon herausgestellt, dass sich einige, wie auch ich, sich geirrt haben, weil es einfach zu viel war, weil die Pause davor zu lang war. Vielleicht wäre man doch besser damit gefahren, doch erst mit den Punktspielen anzufangen. Im Nachhinein ist man da aber immer schlauer."

Ein möglicher Saisonabbruch:
"Dann bin ich Aufsteiger (lacht). Nein, im Ernst, das hoffe ich nicht. Ich kann nicht in die Glaskugel schauen, aber ich hoffe, dass sich alles wieder legt und wir im nächsten Jahr wieder vernünftig spielen können.

Lars Ebeling, Trainer Bezirksligist VfB Fallersleben:

Spielausfall am Wochenende:
"Ich war davon ausgegangen, dass wir am Sonntag noch spielen, da die Regelung erst ab Montag in Kraft treten, aber als andere Sportarten nach und nach schon alles abgesagt haben und dann auch der Kreis, da war es schon absehbar, dass der Bezirk auch nachziehen wird. Es ist für die Entscheidungsträger auch nicht einfach, wenn es durchgezogen worden wäre und wider erwarten etwas passiert wäre."

Pflichtspielbeginn mit Bezirkspokal:
"Ich fand es von Anfang an falsch und im Nachhinein muss man es auch so sehen. Im Grunde wären wir mit der Saison schon sehr viel weiter gewesen. Das hätte uns auch für das nächste Jahr einiges erleichtert. Ich bin da gespannt, wo die Nachholspiele dann noch reingequetscht werden sollen. Auch mit der Ungewissheit, dass wir noch gar nicht wissen, wann es wieder losgehen kann."

Ein Möglicher Saisonabbruch:
"Unterklassig sind viele Mannschaften mit der Hinserie fast durch und in der Bezirks- und Landesliga wurden erst drei oder vier Spiele absolviert. Die Befürchtung auf einen erneuten Saisonabbruch habe ich noch nicht und werten könnte man nach so wenigen Spielen sowieso noch nichts. Eine Entscheidung über eine Quotientenregelung schließt sich da meines Erachtens aus."

Kreisliga Gifhorn

Torben König, Trainer des SV Groß Oesingen (Staffel A):

Spielausfall am Wochenende:
"Ich habe den Jungs schon an den vergangenen beiden Sonntagen gesagt, dass wir froh sein können, wenn wir in der folgenden Woche spielen können. Die, die es nun wollen, trainieren individuell, ansonsten können die Jungs auch mal die Füße baumeln lassen."

Fortsetzung der Saison:
"Wir haben genug Zeit, alles im neuen Jahr nachzuholen, deshalb ja die kleinen Staffeln - wir sind ja aber schon durch, darüber sind wir natürlich froh. Der Kreis ist es auch fast. Trotzdem hätten wir im November noch trainiert, das fällt ja nun flach."

Viktor Weißgerber, Trainer des SV Triangel (Staffel B):

Spielausfall am Wochenende:
"Man muss es ganz nüchtern sehen: Was muss, das muss. Es ist schade, dass wir nicht weitermachen dürfen, aber es gibt genug Menschen, die es schlimmer trifft als uns. Wir verpassen ja nicht mal viel, verletzungsbedingt sind wir sowieso arg ramponiert, von daher passt es sogar ganz gut. Mit dem Profifußball kann man es nicht vergleichen, da geht es um Arbeitsplätze und viel Geld."

Fortsetzung der Saison:
"Wir wollen es positiv sehen, vielleicht können wir nach einem Monat ja wieder trainieren. In der Zwischenzeit werde ich mir was einfallen lassen, dass die Jungs individuell etwas machen."