21. November 2021 / 17:40 Uhr

Heimserie gerissen: SC DHfK Leipzig gehen gegen Melsungen die Kräfte aus

Heimserie gerissen: SC DHfK Leipzig gehen gegen Melsungen die Kräfte aus

Tilman Kortenhaus
Leipziger Volkszeitung
SC DHfK Leipzigs Simon Ernst im Zweikampf.
SC DHfK Leipzigs Simon Ernst im Zweikampf. © imago images
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Es wurde nichts mit dem dritten Heimsieg in Folge. Der SC DHfK Leipzig verlor am Sonntagnachmittag vor 2640 Zuschauern mit 22:26 gegen die MT Melsungen. Dabei mussten die Grün-Weißen auf Spielmacher Luca Witzke verzichten.

Leipzig. Wenige Minuten nachdem die grün-weißen Fußballer der BSG Chemie in Probstheida das Ortsderby verloren hatten, wollten die grün-weißen Handballer des SC DHfK Leipzig die gemeinsamen Farben wieder reinwaschen und die MT Melsungen im Bundesliga-Duell aus der Arena fegen.

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Nationalspieler schmerzhaft vermisst

Mit starker Defensivarbeit und explosiven Würfen aus dem Rückraum starteten die Sachsen überragend in die Partie. Doch die frühe Führung verspielte sich der Gastgeber bis zur Pause und machte es vor 2640 Zuschauenden bis in die 45 Minute richtig spannend – dann gingen ihnen die Kräfte aus. Den dritten Heimsieg in Serie verpassten die Leipziger am Ende mit 22:26 (12:12) und stecken damit weiter im Tabellenmittelfeld fest.

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Der SC DHfK Leipzig verlor am Sonntag gegen die MT Melsungenmit 22:26 und verpasste den dritten Heimsieg in Serie. Damit stecken die Grün-Weißen weiter im Tabellenmittelfeld fest. Zur Galerie
Der SC DHfK Leipzig verlor am Sonntag gegen die MT Melsungenmit 22:26 und verpasste den dritten Heimsieg in Serie. Damit stecken die Grün-Weißen weiter im Tabellenmittelfeld fest. ©

Lediglich 14 Spieler standen Cheftrainer André Haber für das Duell gegen die MT Melsungen zur Verfügung. Während sich Kapitän Alen Milosevic nach seiner kurzen Verletzungspause zurückgemeldet hatte, mussten die Messestädter auf Spielmacher Luca Witzke verzichten. Das 22-jährige Ausnahmetalent lag mit Magenproblemen flach, hatte sich aber zumindest nicht bei Teamkollegen Maciej Gebala angesteckt, der weiterhin mit einer Corona-Infektion in häuslicher Quarantäne festsitzt.

Wie schmerzhaft die Grün-Weißen ihre beiden Nationalspieler vermissen würden, war zunächst nicht absehbar. Mit überragender Abwehrarbeit ließen die Hausherren am eigenen Kreis keinen Zentimeter Raum und trafen auf der Gegenseite mehrfach aus dem Rückraum. Nach wenigen Minuten stand es 3:0, nach 15 Minuten 7:2 – der SC DHfK hatte die Kontrolle, noch.

Melsungen bewies längeren Atem

Gut 30 Gästefans in den knallroten Trikots der MT Melsungen heizten ihrer Mannschaft ordentlich ein, trieben sie mit lautstarken Trommelschlägen nach vorne. Während die Gäste aufdrehten, schwächelten die Sachsen ohne Witzke und Gebala im Angriff mehr und mehr. Immer weniger Spielzüge endeten im Kasten von MT-Torhüter Silvio Heinevetter, immer mehr im Netz hinter Kristian Saeveras. Die Führung schmolz dahin, in der 30. Minute stellte Marino Maric auf den 12:12-Pausenstand.

Vielleicht hatte der Aufenthalt in der Kabine bei den Sachsen für neue Kräfte gesorgt, aber sicherlich nicht für mehr Konzentration. Mit zwei Fehlpässen in drei Minuten lud die DHfK-Sieben den Kontrahenten ein, die Führung zu übernehmen. Die Hessen stellten bis zur 36. Minute auf 13:16 und entlockten Coach Haber eine weitere Auszeit. Mit einem 3:0-Lauf kämpfte sich das Team des 35-Jährigen heran, machte es erneut spannend.


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André Haber (Trainer SC DHfK Leipzig): Wir sind sehr gut ins Spiel gekommen, haben 3:0 und 8:3 geführt. Was dann passiert ist, hat mich aber etwas sauer gemacht. Melsungen hat sicher ein gutes Spiel gemacht, aber es lag nicht so sehr am Gegner. Wir haben einfach zu viele Bälle verschenkt. Wir kamen an die Intensität und an die Leistung der ersten 10 Minuten das gesamte Spiel nicht mehr heran. Eigentlich ist unser Kader so aufgestellt, dass wir die Kräfte gut verteilen können, dass wir zwei gute Spieler auf jeder Position haben. Maciej und Luca stehen oft auf der Platte, sind sehr wichtig für uns. Trotzdem haben wir aber 8:3 geführt. Danach hätten wir aber stabiler sein müssen - das hätte ich mir gewünscht. Zur Galerie
André Haber (Trainer SC DHfK Leipzig): "Wir sind sehr gut ins Spiel gekommen, haben 3:0 und 8:3 geführt. Was dann passiert ist, hat mich aber etwas sauer gemacht. Melsungen hat sicher ein gutes Spiel gemacht, aber es lag nicht so sehr am Gegner. Wir haben einfach zu viele Bälle verschenkt. Wir kamen an die Intensität und an die Leistung der ersten 10 Minuten das gesamte Spiel nicht mehr heran. Eigentlich ist unser Kader so aufgestellt, dass wir die Kräfte gut verteilen können, dass wir zwei gute Spieler auf jeder Position haben. Maciej und Luca stehen oft auf der Platte, sind sehr wichtig für uns. Trotzdem haben wir aber 8:3 geführt. Danach hätten wir aber stabiler sein müssen - das hätte ich mir gewünscht." ©

Doch die Spieler und die Fans der MT Melsungen bewiesen den längeren Atem. Mit jedem Tor der Gäste wurden auch die Rufe und Trommelschläge ihrer Fans lauter. Den Anhängern der Sachsen hatte es hingegen ein wenig die Sprache verschlagen - vielleicht war das aber auch eine Folge des anstehenden Sport-Lockdowns im Freistaat. Fünf Minuten vor dem Abpfiff hatten Kastening, Kühn, Kunkel und Co. auf 19:24 gestellt, den Sieg so gut wie sicher und brachten die Partie entspannt zu Ende.