05. September 2021 / 20:35 Uhr

Heimsieg gegen Potsdam: Dresden Monarchs erstmals Nordmeister

Heimsieg gegen Potsdam: Dresden Monarchs erstmals Nordmeister

Stefan Schramm
Dresdner Neueste Nachrichten
Monarchs-Hüne Aaron Wahl reckt den Pokal in den Himmel über dem Dresdner Heinz-Steyer-Stadion, während seine Mitspieler um ihn herum kollektiv ausrasten.
Monarchs-Hüne Aaron Wahl reckt den Pokal in den Himmel über dem Dresdner Heinz-Steyer-Stadion, während seine Mitspieler um ihn herum kollektiv ausrasten. © Matthias Rietschel
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Die Footballer der Dresden Monarchs sichern sich mit dem 63:7-Heimerfolg gegen Potsdam den Staffelsieg. Doch nach ihrer Machtdemonstration müssen sie abwarten, wer am übernächsten Wochenende ihr Gegner im Playoff-Viertelfinale wird.

Dresden. Es war eine Demonstration der Stärke. Die Dresden Monarchs haben am Sonntagnachmittag ihr Heimspiel im direkten Duell um den Staffelsieg gegen den unmittelbaren Verfolger Potsdam Royals überraschend deutlich mit 63:7 (14:7, 28:0, 14:0, 7:0) gewonnen. Damit sicherten sich die Dresdner Footballer zum ersten Mal in ihrer 29-jährigen Vereinsgeschichte den Nordmeistertitel, also Tabellenrang eins nach der Hauptrunde in der Nordstaffel der German Football League (GFL). In den vergangenen Jahren hatten sie fast immer nur Braunschweig vor sich und waren folglich in schöner Regelmäßigkeit Tabellenzweiter.

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Deshalb war der Jubel im gut gefüllten Heinz-Steyer-Stadion riesig, als Dresdens Offensive-Line-Urgestein Aaron Wahl aus den Händen von Sachsens Kultusminister und American-Football-Verbandspräsident Christian Piwarz den Pokal für den Nordmeister entgegennahm. Es ist der Lohn für eine insgesamt stabil gute Saison, die sich nach dem Warnschuss zum Auftakt, der 41:48-Niederlage in Köln, mit nun neun Siegen in Folge absolut sehen lässt.

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Ihren höchsten Saisonerfolg hoben sich die „Königlichen“ für den letzten Hauptrundenspieltag auf. „Ich hatte es nicht ganz so klar erwartet. Die haben heute eben einfach aufgegeben“, zeigt sich Cheftrainer Ulrich Däuber etwas enttäuscht von den Potsdamern. Seinen eigenen Schützlingen attestiert er die bislang beste Saisonleistung: „Wir haben gezeigt, wie stark wir sein können, wenn wir mit dem Kopf in die richtige Richtung schauen.“

Besonders gut klappte es, wenn Monarchs-Quarterback K.J. Carta-Samuels zu Widereceiver Darrell Stewart schaute und ihn mit seinen Pässen fand. In dieser Kombination entstanden vier Touchdowns vor der Pause – nur nach dem ersten glichen die Brandenburger noch mal aus. Zwei weitere Touchdowns für die Dresdner steuerten Radim Kalous und der erst vor zwei Wochen verpflichtete neue Runningback Devwah Whaley bei. Da Kicker Florian Finke auch alle Extrapunkte erzielte, war die Partie praktisch schon zur Halbzeit mit 42:7 vorentschieden.

„Jungs sind noch nicht fertig“

Im dritten Quarter legten Felix Tasler per Punt-Return sowie Mike Schallo zwei weitere Touchdowns nach, ehe Dresdens Quarterback-Urgestein Eric Seidel in der letzten Spielminute selbst mit kurzem Lauf in die Endzone den Schlusspunkt unter eine insgesamt sehr gut gelungene Hauptrunde setzte. In zwei Wochen steht das Playoff-Viertelfinale auf dem Plan. Der Gegner ist noch unklar, da in der Südstaffel noch ein Nachholspiel aussteht.

„Uns ist egal, gegen wen wir spielen. Wir werden gewinnen“, gibt sich Ulrich Däuber siegessicher, zumal seine Mannen auch im möglichen Halbfinale in Dresden spielen könnten. „Wir wollten für unsere Fans unbedingt zweimal Heimrecht haben. Und die Jungs sind noch nicht fertig.“ Schließlich ist der German Bowl, das Meisterschaftsfinale am 9. Oktober in Frankfurt, das große Ziel. Und ohnehin sei wichtiger, sich mehr um die eigene Leistung als um den kommenden Gegner zu kümmern.


Auf eine Siegesfeier angesprochen, feixte Däuber, der von seinen Spielern noch während der laufenden Partie mit einem Wassereimer geduscht worden war: „Ich denke mal, wir werden heute noch mit großem Abstand ein Mineralwasser trinken.“ Na dann prost – erst am Donnerstag steigen die Monarchs in die Playoff-Vorbereitung ein.