20. Juni 2021 / 15:02 Uhr

Heißer Lacroix-Poker: Wolfsburg-Manager Schmadtke kündigt Deadline an

Heißer Lacroix-Poker: Wolfsburg-Manager Schmadtke kündigt Deadline an

Engelbert Hensel
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Möchte Maxence Lacroix (l.) gern halten: Jörg Schmadtke, der Manager des VfL Wolfsburg.
Möchte Maxence Lacroix (l.) gern halten: Jörg Schmadtke, der Manager des VfL Wolfsburg. © imago images/Horstmüller
Anzeige

Verlässt Maxence Lacroix nach nur einem Jahr den VfL Wolfsburg schon wieder? RB Leipzig wirbt jedenfalls weiterhin um den Top-Innenverteidiger.

Anzeige

Der heiße Poker um Maxence Lacroix – das erste Angebot über 20 Millionen Euro von RB Leipzig hatte der VfL für den Shootingstar abgelehnt, das zweite, etwas bessere, wurde ebenfalls ausgeschlagen, wie Jörg Schmadtke, der Manager des Wolfsburger Fußball-Bundesligisten, bestätigt. Und: Der erfahrene Manager kündigt eine Deadline in diesem Poker an. „Wir werden das Thema nicht die gesamte Vorbereitung mitschleppen. Wir sitzen nicht herum und warten auf eine Entscheidung, sondern wir sind ja Teil dieser Entscheidung. Wir werden irgendwann sagen: Jetzt ist gut!“

Anzeige

Am 1. Juli legt der VfL mit seiner Vorbereitung los. Wird Schmadtke noch vorm Trainingsstart einen Schlussstrich in dieser Sache ziehen? Sowohl er als auch Sportdirektor Marcel Schäfer hatten immer betont, Spieler wie Lacroix entwickeln zu wollen, jedoch auch gesagt: Kommt ein passendes Angebot, wird man sich unterhalten müssen. Aber die „Schmerzgrenze“ in Sachen Lacroix sei noch nicht erreicht. Wie hoch die ist, will Schmadtke nicht verraten. Aber klar ist: RB muss nachlegen, sonst bleibt der Franzose (Vertrag bis 2024) in Wolfsburg.

Mehr zum VfL Wolfsburg

„Es muss ein nach unserer Meinung marktgerechtes Angebot geben – das gibt es aber derzeit nicht“, betont Schmadtke. Sky berichtete, Lacroix selbst soll mittlerweile um seine Freigabe gebeten haben, den Transfer zu RB angeblich forcieren wollen. Ist das so? „Bei mir hat er das nicht gemacht“, sagt der VfL-Manager. Die Wolfsburger planen fest mit dem 21-Jährigen, der sich seit seinem Wechsel im vergangenen Jahr vom FC Sochaux aus der zweiten französischen Liga in Wolfsburg so stark entwickelt hat.

Dass Lacroix das Interesse anderer Klubs geweckt hat, stört Schmadtke nicht. Es gefällt ihm aber nicht, dass vieles aus den Gesprächen zwischen den Klubs öffentlich wird. „Das finde ich nicht gut. Wir befinden uns auf dem Jahrmarkt, es wird alles nach außen getragen. Das ist keine gute Entwicklung“, so der Manager. Lacroix war mit den Wechselgerüchten um seine Person, die es schon länger gibt, immer souverän umgegangen, auf seine Leistungen hatten sich die Schlagzeilen nicht ausgewirkt. Schmadtke sieht auch nicht, „dass das jetzt für ihn ein Problem wird. Ich glaube nicht, dass ihn das aus der Bahn wirft."

Lacroix könnte den VfL verlassen, Sebastiaan Bornauw vom 1. FC Köln soll verpflichtet werden. Für den Abwehr-Wunschkandidaten hätte der FC am liebsten 15 Millionen Euro, ein Angebot in Höhe von 8 Millionen Euro hat der Fast-Absteiger abgelehnt. „Auch da werden wir irgendwann eine Entscheidung herbeiführen“, sagt Schmadtke und erklärt den Stand der Dinge so: „Die Kölner wollten klären, inwieweit der Spieler den Gedanken hegt, den Klub zu verlassen. Wenn sie das gemacht haben, werden sie sich bei uns melden.“ Lange kann das nicht mehr dauern, in den nächsten Tagen soll es das Gespräch mit Bornauw-Berater Daniel van Buyten (früher Hamburg und Bayern) geben. Mit dem Spieler ist sich der VfL einig, mit den Kölnern wiederum nicht.

Die FC-Verantwortlichen träumen weiterhin von einer Ablöse von deutlich über 15 Millionen Euro, jahrelang waren solche Summen in Wolfsburg für einen Spieler keineswegs Utopie, aber nachdem Schmadtke und Schäfer im Sommer 2018 übernommen hatten, hatte es Deals in dieser Größenordnung nicht mehr gegeben und soll es trotz der Champions-League-Quali auch in diesem Sommer nicht geben. Aber möglicherweise ändert sich das, wenn die Leipziger wiederum weit mehr als 30 Millionen für Lacroix überweisen, den der VfL vor einem Jahr als Schnäppchen für knapp 5 Millionen Euro aus Frankreich verpflichtet hatte.