14. August 2019 / 17:35 Uhr

"Held der Woche" Brandenburg: Pokalheld trotz Weisheitszahn-OP

"Held der Woche" Brandenburg: Pokalheld trotz Weisheitszahn-OP

Maximilian Krone
Märkische Allgemeine Zeitung
Wilhelm Weigt ist Brandenburgs Held der Woche.
Wilhelm Weigt ist Brandenburgs Held der Woche. © Christoph Laak - SPORTBUZZER-Grafik
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"Held der Woche": Torhüter Wilhelm Weigt vom TSV Chemie Premnitz absolvierte sein erstes Pflichtspiel im heimischen Stadion und wahrte beim überraschenden Pokalsieg gegen Oberligist Victoria Seelow die weiße Weste.

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Es war die Pokal-Überraschung schlecht hin! Der TSV Chemie Premnitz hat den Oberligisten Victoria Seelow in der ersten Runde des AOK-Landespokals Brandenburg mit 1:0 (0:0) besiegt. Mit dafür verantwortlich war auch der Keeper des Landesligisten, Wilhelm Weigt, der sein Debüt im Brandenburg-Pokal vor 65 Zuschauern im heimischen Stadion der Chemiearbeiter feierte: "Es war überhaupt mein erstes Pflichtspiel im heimischen Stadion für Premnitz", erzählt Weigt, "es hat Spaß gemacht und es war ein gutes Gefühl, auf dem Platz zu stehen."

Chemie Premnitz schafft gegen Victoria Seelow die Pokalüberraschung.

Die Premnitzer (in Grün) versteckten sich von Beginn an nicht und hatten bis zur Pause sogar die klareren Gelegenheiten. Nach der Pause wurde Seelow stärker und drängte auf die Führung. Elias Große schoss den TSV dann aber spät per Elfmeter in die zweite Runde. Zur Galerie
Die Premnitzer (in Grün) versteckten sich von Beginn an nicht und hatten bis zur Pause sogar die klareren Gelegenheiten. Nach der Pause wurde Seelow stärker und drängte auf die Führung. Elias Große schoss den TSV dann aber spät per Elfmeter in die zweite Runde. © Christoph Laak
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Besonders kurios: Der 20-Jährige hatte zwei Tage vor der Partie noch eine Zahn-Operation, bei der ihm drei Weisheitszähne entfernt wurden, dass er spielen musste stand jedoch schon fest: "Ich war am Montag bei der Zahnärztin und sie sagte, dass die so schnell wie möglich raus müssen", erzählt der angehende Bundespolizist, der in Bamberg ausgebildet wird, "der Trainer wusste Bescheid und sagte mir, dass ich unbedingt spielen muss, da wir keinen Ersatz haben."

Normalerweise steht bei den Premnitzern Felix Baitz zwischen den Pfosten. Da der 31-Jährige jedoch noch drei Wochen verletzungsbedingt fehlen wird, kommt Weigt nun zu Einsätzen, wie eben in der ersten Runde des Landespokals. Trotz der Zahnschmerzen, die der Fan des FC Bayern München auch am Spieltag noch hatte, leistete er ein saubere Arbeit und konnte die weiße Weste wahren. "Ich habe mir vor dem Spiel zwei Schmerztabletten eingeworfen", erzählt der Keeper, der weiß, dass es "aus medizinischer Sicht vielleicht nicht die beste Entscheidung war".

Entspannung für die Zähne gab es in Halbzeit eins noch genügend - lediglich zwei Schüsse, die der Schlussmann sicher abfangen konnte, fanden den Weg auf den Premnitzer Kasten. "Seelow machte schon ordentlich Druck, jedoch konnten unsere beiden Innenverteidiger sehr viel abfangen", lobt Weigt, dessen Vorbild Manuel Neuer ist, seine Mitspieler Mario Manu Delvalle Silva und Benjamin Huxol.

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Im zweiten Durchgang erhöhte der Oberligist weiter den Druck und kam zu mehr Abschlussmöglichkeiten, "die ich aber eben alle halten konnte", erzählt er selbstbewusst. Am Ende gewannen die Premnitzer durch einen Strafstoß-Treffer von Elias Große in der 85. Minute die Partie und die Freude beim Landesligisten war kaum zu bändigen.

Auf wen der TSV in der zweiten Runde trifft, wird am Donnerstag, den 15. August (11 Uhr, die Begegnungen findet ihr im Anschluss im SPORTBUZZER), bei der Auslosung entschieden. Einen Favoriten hat der Keeper jedoch schon: "Meine Teamkollegen würden gern auf Optik Rathenow oder den BSC Süd treffen. Mein Wunschlos wäre der FSV 63 Luckenwalde, weil meine Oma da wohnt und ich noch nie gegen die gespielt habe."

Auch gegen ein Duell mit Optik Rathenow hat Weigt prinzipiell nichts einzuwenden, "aber wir haben in der Vorbereitung schon hoch gegen sie verloren", erklärt "Willi", wie ihn seine Freunde nennen, seine Sichtweise. In der Tat: Vor knapp drei Wochen unterlag die Elf von Trainer Peter Oberschmidt im Testspiel dem Regionalligisten mit 0:7. Trotzdem wäre für den gebürtigen Rathenower, der auch schon sechs Jahre für Optik gekickt hat, sicherlich ein weiteres Erlebnis in seinen jungen Jahren.

In Bildern: Brandenburgs „Helden der Woche“ in der Saison 2018/19.

Tobias Schmeckebier ist Brandenburgs Held der Woche. Zur Galerie
Tobias Schmeckebier ist Brandenburgs "Held der Woche". ©

Seine Laufbahn hat Weigt bei Rot-Weiß Nennhausen begonnen. In der Junioren-Zeit ging es dann zum FSV Optik, bei dem er bis zur A-Jugend aktiv war. Seit der vergangenen Saison steht er nun bei Chemie im Tor. "Ich wusste nicht wirklich, wo ich nach der A-Jugend hin sollte, da das Regionalliga-Niveau zu hoch war für mich. Da meine Freunde und vor allem mein bester Freund Hans Büchner bei Premnitz gespielt haben, wurde ich dahin gelockt", erklärt der 20-Jährige, der in der vergangenen Spielzeit schon sechsmal für Premnitz im Tor stand, seinen Wechsel.

Am Freitag startet der TSV mit einem Auswärtsspiel bei Hansa Wittstock in die neue Landesliga-Saison. Die Zielsetzung bei den Chemikern ist klar, das weiß auch Weigt: "Wir wollen eine deutlich bessere Saison spielen, als im letzten Jahr. Zuvor die Jahre sind wir immer Vierter geworden, vielleicht geht dieses Jahr noch mehr", gibt der Torhüter einen Ausblick auf die Spielzeit, in der er "so viele Spiele möglich machen" will, auch wenn er unter der Woche in Bamberg bei der Polizei-Ausbildung ist.

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