29. Mai 2019 / 16:26 Uhr

Torwart mit Torriecher: Benthes Marco Schubring ist Hannovers Held der Woche!

Torwart mit Torriecher: Benthes Marco Schubring ist Hannovers Held der Woche!

Marvin Behrens
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Benthes Keeper Marco Schubring kann nicht nur das Tor hüten, sondern auch Tore schießen.
Benthes Keeper Marco Schubring kann nicht nur das Tor hüten, sondern auch Tore schießen. © deisterpics/Stefan Zwing
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Dass ein Torwart der Held der Woche wird, ist sicherlich nichts vollkommen Außergewöhnliches. Dass er allerdings für seine Leistungen als Feldspieler ausgezeichnet wird, schon. So geschehen mit Marco Schubring vom VSV Benthe, der am 3:1 seiner Mannschaft gegen den TSV Bantorf maßgeblich beteiligt war.

"Unglaublich... das freut mich auf jeden Fall", sagt ein entzückter Marco Schubring, "damit habe ich nicht gerechnet". Mit 54,7 Prozent der Stimmen hat der Schlussmann des VSV Benthe die Abstimmung zum Helden der Woche in Hannover gewonnen. Der Schlussmann, der zum Goalgetter wurde, setzte sich dabei gegen starke Konkurrenz durch.

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Schubring glaubte an Akcora

"Ich hätte gedacht Mustafa Akcora gewinnt mit seinem Dreierpack. Den kenne ich ja ganz gut. Auch die zehn Buden von Drilon Krasniqi sind nicht ohne", betont Schubring. Aber am Ende überzeugte die SPORTBUZZER-User der Keeper am meisten, der am letzten Spieltag der 1. Kreisklasse 3 die Stürmerposition zugelost bekam - und sich dann beim 3:1 gegen den TSV Bantorf als Torjäger auszeichnete.

"Für uns ging es um nichts mehr, weil wir Sechster waren. Dann haben wir beschlossen, die Positionen zu losen", sagt der Schlussmann des Kreisklassisten. Während Benthe in der ersten Halbzeit noch recht schludrig mit den Torchancen umging und nach auch früh ins Hintertreffen geraten war, war Schubring acht Minuten nach dem Pausentee zur Stelle: "Ich bekam ein gutes Zuspiel von Laurin Weide, da konnte ich nicht Nein sagen und hab' ihn unter die Latte gehauen."

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Das sind die Helden der Woche aus der Region Hannover in der Saison 2018/19

<b>Franziska Haeckel (Hannover 96 Frauen):</b> Im ersten DFB-Pokalspiel der Vereinsgeschichte war Franziska Haeckel maßgeblich daran beteiligt, dass die 96-Frauen einen 0:2-Rückstand in einen 4:2-Sieg drehen konnten und somit in der 2. Runde des DFB-Pokals stehen. Zur Galerie
Franziska Haeckel (Hannover 96 Frauen): Im ersten DFB-Pokalspiel der Vereinsgeschichte war Franziska Haeckel maßgeblich daran beteiligt, dass die 96-Frauen einen 0:2-Rückstand in einen 4:2-Sieg drehen konnten und somit in der 2. Runde des DFB-Pokals stehen. ©

Aber ganz so einfach kam dem 27-Jährigen das nicht vor: "Es war schon knapp. Ich kam sieben Meter vor dem Tor an den Ball und dachte mir: 'Scheiße, den haust du wahrscheinlich über den Zaun.' Aber dann ging er ziemlich platziert rein - keine Chance für den Torwart", urteilt Schubring. Das 2:1 durch Andre Schäfer legte er zudem auf.

Sprüche bleiben nicht aus

"Natürlich" haben seine Teamkollegen ihn nach Abpfiff aufgezogen mit dem altbekannten Spruch "Mehr Glück als Verstand", unmittelbar nach dem Ausgleich freute sich die Mannschaft, allen voran aber sein Cousin und Torhüter-Vertretung Marcel Eckhold so richtig über seine Bude. Der hat ihn nämlich zum Sechsten der 1. Kreisklasse 3 gelotst, mithilfe Schubrings Kumpel André Peters.

Für den Rotschopf ist der Angriff kein gänzlich unbekanntes Terrain, denn: "Ich habe bis zur E-Jugend als Stürmer gespielt. Auch danach kam es ab und an vor, dass ich das letzte Spiel draußen spielen durfte und auch getroffen habe."

Mehr Amateurfußball aus der Region

Seine Qualitäten liegen jedoch eher zwischen den Pfosten. Dass der VSV mit 45 Gegentoren die drittbeste Defensive der Staffel stellt, liegt auch an Schubring. Doch nach nur 17 Gegentoren zur Winterpause gefällt ihm die zweite Saisonhälfte weniger. "Das hat sich aufgrund des mangelnden Personals etwas verschlechtert. Wir haben neun Polizisten, die am Wochenende arbeiten müssen. Deswegen haben wir in der Rückrunde häufiger und auch mal hoch verloren."

Im Strafraum geht noch mehr

Der 1,90-Hüne hebt vor allem seine "starke Ausstrahlung" hervor: "Viel reden, viel loben, viel motivieren", ist sein Credo. Zudem ist er "recht schnell unten", aber in der Strafraumbeherrschung sieht er noch viel Verbesserungspotenzial.

Die liegt seinem Vorbild Marc-Andre Ter Stegen beinahe mehr als jedem anderen: "Der hat sich in den letzten Jahren ziemlich rausgeputzt", lobt sein Torwartkollege. Von der Art vergleicht sich der Hannoveraner aber mehr mit Oliver Kahn: "Torhüter sind durchgeknallt - das trifft auch auf mich zu. Ich habe leicht ein weg." An Selbstbewusstsein mangelt es ihm jedenfalls nicht: "Ich habe das Zeug für die Bezirksliga", verspricht Schubring - und da geht es nach einem Jahr beim VSV Benthe nun auch wieder hin.


Die Bilder der Saison 2018/2019 in Hannovers Amateurfußball:

Kirchdorfs Dennis Lattmann kracht nach einem Foul von Björn Fischer in die Bande und bekommt direkt noch eine Bierdusche. Zur Galerie
Kirchdorfs Dennis Lattmann kracht nach einem Foul von Björn Fischer in die Bande und bekommt direkt noch eine Bierdusche. ©

Künftig wird er wieder beim SV Gehrden im Kasten stehen. "Michel Costa hat mich früh angesprochen, ich habe per Handschlag zugesagt." Bei den Burgbergstädtern herrsche Aufbruchstimmung - und das "kommt nicht von ungefähr. Der Verein ist einige Zeit im Mittelfeld rumgedümpelt. Jetzt sind die Ziele klar definiert, wir wollen um Platz eins bis fünf mitspielen", sagt der selbstbewusste Neuzugang. Den neuen alten Trainer kennt er bereits aus alten gemeinsamen Zeiten, wie auch er kehrt Costa nämlich nach zwei Jahren Abwesenheit zurück.

Abschied mit Auszeichnung

Vor Ehrgeiz strotzend sagt Schubring den zwei Gehrdener Torhütern Jan Raudonat und Nico Schröder den Kampf an: "Ich rechne damit zu spielen." Doch bevor die Vorbereitung des Bezirksliga-Tabellenachten am 26. Juni startet, will sich der Keeper mit dem Torriecher würdevoll verabschieden: "Ich geh mal davon aus, dass ich beim Saisonabschluss die ein oder andere Runde ausgeben muss. Abschied und so eine Auszeichnung - da habe ich keine Wahl", freut sich Schubring.

Nur wenige Tage später fliegt der VSV Benthe zum Abschluss nach Mallorca. Nachdem er das genossen hat, endet das Kapitel Benthe, denn die Kumpels in Gehrden rufen. Ein Abschied, der nicht leicht wird: "Ich hatte hier ein schönes Jahr."