21. September 2021 / 20:13 Uhr

Hell genug oder doch zu dunkel? Kreisligaspiel FC Hevesen gegen FC Stadthagen wird vor dem Sportgericht entschieden

Hell genug oder doch zu dunkel? Kreisligaspiel FC Hevesen gegen FC Stadthagen wird vor dem Sportgericht entschieden

Uwe Kläfker
Schaumburger Ztg. / Schaumburger Nachrichten
Symbolbild
Die abgebrochene Kreisliga-Partie zwischen dem FC Hevesen und dem FC Stadthagen wird vor dem Bezirkssportgericht entschieden. © Sportbuzzer/Symbolbild
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Sportgerichtsvorsitzender Volker Müller leitet des Verfahren an das Bezirkssportgericht weiter, weil die beteiligten Vereine Befangenheitsanträge stellen.

LANDKREIS. Das in der zweiten Halbzeit beim Stand von 1:0 für den FC Hevesen abgebrochene Kreisliga-Spiel gegen den FC Stadthagen wird vor dem Sportgericht entschieden. Zunächst hatte der Spielausschuss die Partie mit 5:0 für den Gastgeber gewertet, dagegen hat der FC Stadthagen Einspruch eingelegt. Die Verhandlung war eigentlich für den vergangenen Montag anberaumt worden. Dazu kam es aber nicht.

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Zuerst reichte der FC Stadthagen einen Befangenheitsantrag gegen den Sportgerichtsvorsitzenden Volker Müller ein, der im weiteren Ehrenamt Spartenleiter des Klassenkonkurrenten SC Auetal ist. Als Begründung wurde die Tabellensituation in der Kreisliga herangeführt, der SCA und der FC waren Nachbarn an der Tabellenspitze. Der FC sah in dieser Konstellation einen Interessenkonflikt nicht als ausgeschlossen an.

An einen solchen Vorgang können sich im Fußballkreis nicht mal die Älteren erinnern. "Aus meiner Sicht ist das eine Farce", erklärt Müller auf Nachfrage und legt nach: "Wenn das Schule macht, können wir im Kreissportgericht bald gar nicht mehr verhandeln." Der SC Auetal habe drei Mannschaften in drei verschiedenen Spielklassen und auch seine Beisitzer seien Mitglieder in verschiedenen Vereinen, so Müller. Dann gebe es Ausschlusskriterien ohne Ende. "Ich bin von den Schaumburger Vereinen gewählt worden und zur Neutralität verpflichtet", stellt er klar. Er dürfe nur eigene Sachen nicht verhandeln, "wenn der SC Auetal betroffen ist. Das ist ja auch logisch."

Um einen Sportrichter abzulehnen, bedarf es gravierender Gründe. Müller stimmte dem Antrag dennoch zu. Aber die Geschichte geht weiter. Gegen Müllers Vertreter Heinrich Sasse (Deckbergen) stellte wiederum der FC Hevesen ein Befangenheitsantrag, weil der bei der Schaumburger Kreisauswahl der Ko-Trainer des Stadthäger Trainers Torsten Rinne ist.

Die Vereine haben das Recht, solche Anträge zu stellen

"Wir haben den Anträgen zugestimmt, um es nicht auf die Spitze zu treiben", sagt Müller. Es habe schon genug Unruhe und Theater gegeben. Weil auch keiner seiner Beisitzer gewillt war, die Verhandlung zu führen, geht der Fall jetzt vor das Bezirkssportgericht. "Ich habe alle Unterlagen weitergeleitet. Die Vereine haben das Recht, solche Anträge zu stellen, aber man muss die Gründe hinterfragen", sagt Müller.

Meine Arbeit war für nothing

Ob und wann das Bezirkssportgericht jetzt eine Verhandlung ansetzt, könne er nicht sagen, so Müller. Es besteht auch die Möglichkeit, dass schriftlich verhandelt wird. "WIrd eine Sitzung anberaumt, werden auch die Verfahrenskosten höher, allein durch die Fahrtkosten", weiß der Sportrichter. Bisher sind den Vereinen keine Kosten entstanden, "meine Arbeit war für nothing. Wir nehmen es sportlich". Das Bezirkssportgericht kann der unterlegenen Partei dabei die Möglichkeit zur Revision vor dem Verbandssportgericht einräumen.


Zum Hintergrund: Der Streit ist entbrannt, weil am 17. August während des Spiels in der 56. Spielminute (1:0 für den FCH) zunächst das Flutlicht ausfiel. Das ging wenig später wieder an, aber nur mit sechs von acht Lampen. Vereinfacht und verkürtz ausgedrückt: Dem für solche Entscheidungen maßgeblichen Schiedsrichter war es hell genug, FC-Trainer Rinne dagegen nicht, der sein Team in die Kabine holte. Den Abbruch wertete der Spielausschuss dann nach dem Bericht des Unparteiischen mit 5:0 für Hevesen.

Das mit den Tabellennachbarn hat sich zumindest aktuell erledigt, der SCA gewann am Wochenende, der FC ließ seine Punkte beim 0:1 in Pollhagen liegen.