05. September 2021 / 12:11 Uhr

Hemminger Tischtennissaison startet: Spielerzahl sinkt, Niveau steigt

Hemminger Tischtennissaison startet: Spielerzahl sinkt, Niveau steigt

Uwe Serreck
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Bekommt reichlich zu tun: Paul Gottschlich startet mit seinen Hemmingern in Elferstaffeln in die Saison.
Bekommt reichlich zu tun: Paul Gottschlich startet mit seinen Hemmingern in Elferstaffeln in die Saison. © Uwe Serreck
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Die erste und zweite Mannschaft des SC Hemmingen-Westerfeld gehen mit Personalnöten in die anstehende Tischtennis-Saison. Die Reform der Mannschaftsstärke ist die größte Änderung in diesem Jahr.

Die Männer des SC Hemmingen-Westerfeld starten an diesem Sonntag (15 Uhr) mit dem schweren Auswärtsspiel bei Hannover 96 in eine Oberliga-Nordwest-Saison der Fragezeichen.

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Vierer- statt Sechsermannschaften, große personelle Veränderungen der Teams durch viele Spielerwechsel und fast ein Jahr Wettkampfpause. Die Frage wird sein, wer das am besten verkraftet hat. Dazu kommen mögliche noch nicht abschätzbare coronabedingte neue Regelungen für die Vereine. „Prognosen sind in schwierigen Zeiten noch schwerer zu stellen als sonst“, sagt der Hemminger Trainer Burghard Oestreich.

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Große Änderung bei der Mannschaftsstärke

Die schwerwiegendste Änderung ist die 2019 durch den Bundestag des Deutschen Tischtennis-Bundes (DTTB) beschlossene Reform der Mannschaftsstärke. Das hat zu diversen Veränderungen in den Vereinen geführt. "Viele haben sich neu sortiert“, weiß Oestreich. Künftig wird nach dem sogenannten Bundessystem mit maximal acht Einzeln und zwei Eröffnungsdoppeln gespielt. Ob es diese tatsächlich bis zum Ende der Spielzeit geben wird oder ob wie in der Ende Oktober abgebrochenen Spielzeit auch 2021/2022 irgendwann auf die Doppel verzichtet wird beziehungsweise werden muss, hängt vom weiteren Verlauf der Pandemie ab. Der DTTB hatte im vergangenen Jahr jedenfalls vorsorglich eine Regelung beschlossen, nach der das Spielsystem ebenso angepasst werden kann, wie auch eine gegebenenfalls notwendige Verkürzung der Saison auf nur eine Halbserie. Darauf wies der Bundesverband in der vergangenen Woche in den Durchführungsbestimmungen von Mannschaftskämpfen erneut mit.

Erstmal freuen sich jedoch alle, dass wieder die Bälle fliegen. Oestreich rechnet damit, dass der ASC Göttingen, der SC Marklohe und der SV Union Salzgitter das Meisterschaftsrennen unter sich ausmachen. Die Hemminger Aufgabe im Kampf um den Klassenerhalt wird knüppelhart, denn die Reduzierung auf Vierermannschaften führte zwangsläufig zu einer Steigerung des Niveaus. Bei Sechserteams fielen häufig die Nummer fünf und sechs etwas ab. Diese Spieler sind jetzt nicht mehr dabei.

SCH vor Herkulesaufgabe

Die Auswirkungen werden bei einem Blick auf die Aufstellungen deutlich. Zumindest auf dem Papier fallen die Hemminger und der RSV Braunschweig deutlich ab. Bei drei direkten Absteigern – durch den Rückzug von Hannover 96 aus der Regionalliga geht es in einer Elferstaffel an die Tische – wird der Klassenerhalt zu einer Herkulesaufgabe, zumal Oestreich längst nicht immer seine Bestformation wird aufbieten können. Wegen der bestehenden Corona-Auflagen wird die etatmäßige Nummer drei Martin Scholz bis auf Weiteres pausieren.

Unklar ist zudem, ob Paul Gottschlich durch die Doppelbelastung (er ist auch Teil des Hemminger Jungen-Niedersachsenligateams) alle Partien bei den Männern bestreiten kann. Zudem wird Serdal Ceylan aus privaten Gründen vorübergehend kürzertreten. Alles in allem sind das sicher nicht die besten Voraussetzungen für eine sorglose Runde „Wir werden wohl nur hinter Braunschweig über die Ziellinie kommen“, befürchtet Oestreich das Schlimmste.


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Reserve startet gegen 96 III

Eine sehr spannende Saison steht auch der *Hemminger Reserve *in der *Landesliga *bevor, die am Freitag, 10. September, um 20 Uhr an eigenen Tischen gegen Hannover 96 III startet. „Es kann viel passieren“, vermutet Kapitän Florian Schimetzek. Die erste Hiobsbotschaft mussten die Hemminger durch die Verletzung von Routinier Knut Goebel bereits verkraften. Zumindest bis zum Jahresende wird er nicht zum Einsatz kommen. Vor allem in den Doppeln könnte das eine Schwächung bedeuten, da man auf unterschiedliche Ersatzspieler wird zurückgreifen müssen. Das hat auch Einfluss auf die Zielsetzung. Obwohl die Mannschaft grundsätzlich stark genug ist, an guten Tagen auch den drei Topteams TSV Algesdorf II, FC Bennigsen und TSG Ahlten gefährlich werden zu können, bleibt das Team bescheiden. „Unser primäres Ziel ist der Klassenerhalt“, sagt der Mannschaftsführer. Nicht ganz unbegründet, denn auch in dieser Elferstaffel gibt es am Ende immerhin drei direkte Absteiger.

Viele Mannschaften scheinen auf Augenhöhe. Da werde es laut Schimetzek schwer genug, ausreichend Punkte für den Klassenverbleib zu sammeln. Dafür müsste man wohl zumindest den TSV Todenmann-Rinteln, Schwalbe Tündern und die 96er hinter sich lassen. Das Auftaktspiel hat insofern schon einen richtungweisenden Charakter. Um gar nicht erst in der Tabelle unten hineinzurutschen, soll deshalb unbedingt direkt ein Sieg her. Es wird also spannend.