29. Mai 2019 / 15:40 Uhr

Wirbel um Europa-Leage-Finalort Baku: Deshalb fehlt Arsenal-Star Henrikh Mkhitaryan gegen Chelsea

Wirbel um Europa-Leage-Finalort Baku: Deshalb fehlt Arsenal-Star Henrikh Mkhitaryan gegen Chelsea

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Kein Name wurde vor dem Europa-League-Finale so häufig thematisiert wie der von Ex-BVB-Profi Henrikh Mkhitaryan.
Kein Name wurde vor dem Europa-League-Finale so häufig thematisiert wie der von Ex-BVB-Profi Henrikh Mkhitaryan. © 2019 Getty Images
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Über Fußball wurde vor dem Europa-League-Finale zwischen Chelsea und Arsenal wenig gesprochen. Fast alles drehte sich um das Fehlen von Henrikh Mkhitaryan. Der Finalort Baku sorgt dafür, dass der Ex-BVB-Star zu Hause bleibt - ebenso wie viele englische Fans.

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Die Diskussionen um Henrikh Mkhitaryan haben das Sportliche vor dem Europa-League-Finale zwischen den Premier-League-Rivalen FC Chelsea und dem FC Arsenal am Mittwoch (21 Uhr/RTL, Nitro und DAZN) in den Hintergrund gedrängt. Mkhitaryan hat wegen der politischen Spannungen zwischen seinem Heimatland Armenien und Ausrichter Aserbaidschan auf die Reise nach Baku verzichtet.

Infolge der Absage von Mkhitaryan ist ein politischer Disput entbrannt, das Geschehen auf dem Rasen in Baku wird somit zum politischen Statement. Dass der ehemalige Mittelfeld-Star von Borussia Dortmund wegen Sicherheitsbedenken nicht mit nach Aserbaidschan reiste, ist für Arsenals deutschen Torhüter Bernd Leno schlicht „ein Skandal“. Mitspieler, sogar Gegner und viele Polit-Kritiker geben ihm recht.

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Mkhitaryans Fehlen ist großes Thema

Im Gegenzug wirft das Außenministerium der autoritär geführten Ex-Sowjetrepubllik am Kaspischen Meer Mkhitaryan vor, seine Absage für politische Zwecke zu missbrauchen. Andere Athleten aus Armenien hätten ohne Probleme an Großveranstaltungen in Baku teilgenommen. Mkhitaryan versicherte derweil: „Das ist ein Spiel, das man als Spieler nicht oft erlebt. Deshalb tut es sehr weh, dass ich nicht dabei sein kann.“

So oder so wird das sportliche Ergebnis am Ende im Lichte von Mkhitaryans Fehlen betrachtet werden. Ganz nach dem Motto: Arsenal hat deswegen verloren. Oder trotzdem und mit Zusatz-motivation gewonnen. „Unsere Mannschaft hat das natürlich im Hinterkopf: Wir wollen auch für Micki siegen“, sagte Shkodran Mustafi, neben Leno und Mesut Özil einer von drei Deutschen bei Arsenal, dem Fachmagazin Kicker. Leno stellte deshalb im Fachblatt Baku als Ausrichter infrage: „Wenn die Voraussetzungen nicht gegeben sind und ein Spieler aus politischen Gründen nicht antreten kann, dann ist das nicht richtig.“

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Vieira, Pirés, Henry und Cole - sie gehörten zu den Leistungsträgern bei den "Invincibles", der legendären Arsenal-Mannschaft der Saison 2003/04, die in der Premier League in allen 38 Meisterschaftsspielen ungeschlagen blieb. Aber was machen Sie heute? Der SPORTBUZZER hat sich auf Spurensuche begeben. ©
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Verständnis bei Leno

Vorwürfe an Mkhitaryan, der schon zu Dortmunder Zeiten wegen des ungeklärten Konflikts beider Länder um die Region Berg-Karabach auf ein Europacup-Spiel verzichtete, gibt es aus der Mannschaft jedenfalls keine. „Seine Entscheidung ist völlig verständlich“, sagte der Ex-Leverkusener Leno: „Für ihn tut es mir einfach nur leid, und es macht mich traurig.“ Auch Chelsea-Trainer Maurizio Sarri zeigte Bedauern und Verständnis: „Ich hätte ihn gern auf dem Platz gesehen, aber in so einer Situation ist es die Entscheidung eines Mannes, nicht eines Spielers. Das kann man nur respektieren.“

Die Arsenal-Spieler hatten vor, sich geschlossen in Mkhitaryan-Trikots warm zu machen. Doch die UEFA erlaubt das nicht. Auch auf eine geplante Stellungnahme vor Ort wollen die Verantwortlichen laut der englischen Zeitung Daily Mail verzichten, weil sie den Konflikt nicht schüren möchten.

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Im ersten Finale der neuen UEFA Europa League am 12. Mai 2010 in Hamburg gewann Atlético Madrid nach Verlängerung 2:1 gegen den FC Fulham. ©

Nicht nur Mkhitaryan verzichtete auf die Reise nach Baku, sondern auch viele englische Fans. Zuerst beklagten die Fangruppen die nur rund 6000 Tickets pro Verein als „lächerlich“, dann schickten sie rund die Hälfte der Karten zurück - weil die Reise in den Kaukasus für die meisten zu beschwerlich und zu teuer war. So drohen im rund 68.000 Zuschauer fassenden Olympiastadion einige leere Plätze.

Fokus auf den Fußball

Granit Xhaka hatte bei der Pressekonferenz dann aber genug. „Natürlich sind wir enttäuscht darüber, dass er nicht hier ist“, sagte der Schweizer dann: „Aber wir haben in den letzten Tagen sehr viel über Micki gesprochen und über Politik. Jetzt wird es Zeit, wieder über Fußball zu sprechen. Wir wollen den Pokal gewinnen, natürlich auch für ihn.“

Das Spiel bietet sportlich gewiss viel Reizvolles: Arsenal könnte mit seinem ersten Europacup-Titel seit 25 Jahren die Champions-League-Teilnahme retten, die Frankfurt-Besieger Chelsea schon sicher hat. Erstmals wird in der Europa League der Videobeweis eingesetzt. Und erstmals treffen in diesem Wettbewerb zwei Vereine aus einer Stadt aufeinander.

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