14. Januar 2022 / 18:30 Uhr

Henry Bloch aus der Corona-Quarantäne: "Das passt voll zu meiner Woche"

Henry Bloch aus der Corona-Quarantäne: "Das passt voll zu meiner Woche"

Marius Böttcher
Märkische Allgemeine Zeitung
Das letzte Duell zwischen dem MSV Neuruppin (r. mit Marcus Lemke) und VfB Krieschow endete 2017 torlos.
Das letzte Duell zwischen dem MSV Neuruppin (r. mit Marcus Lemke) und VfB Krieschow endete 2017 torlos. © Roland Möller
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Für die Oberliga-Fußballer des MSV Neuruppin gibt es im Landespokal schon wieder kein Heimspiel - der Trainer verpasst dagegen coronabedingt Teile der Wintervorbereitung.

Nur noch 90, ja vielleicht auch 120 Minuten, möglicherweise kommt da auch noch ein Elfmeterschießen hinzu, sind die Fußballer des MSV Neuruppin vom „Finaltag der Amateure“ entfernt. Obwohl der Nord-Oberligist nur noch einen Sieg in einem einzigen Spiel für das Erreichen des Landespokal-Endspiels benötigt, ist der Weg für die Schützlinge von Trainer Henry Bloch ein ziemlich weiter. Schließlich gastieren die Fontanestädter am 26. März 2022 zum Halbfinale des märkischen Cups beim VfB 1921 Krieschow, dem derzeitigen Tabellenführer der NOFV-Oberliga Süd. Dies ergab die Auslosung am Freitagvormittag in der Geschäftsstelle des Fußball-Landesverbandes Brandenburg in Cottbus. Als Losfee fungierte Pokal-Staffelleiter Mirko Wittig, der die fast 250 Kilometer einfache Fahrt aus seiner uckermärkischen Heimat (Schönermark) mit dem Zug angetreten hat. Das zweite Semifinale birgt mächtig Brisanz: Im Cottbuser Stadion der Freundschaft empfängt der FC Energie den Regionalliga-Konkurrenten und Rekordpokalsieger SV Babelsberg 03.

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Nicht unbedingt der Gegner aus der Gemeinde Kolkwitz sorgte bei Henry Bloch für Ernüchterung, eher der Fakt, dass man einmal mehr in der Fremde antreten muss. „Da freut man sich, mal im Halbfinale zu stehen und dann ist klar, dass man, selbst bei Erreichen des Finals, nicht ein einziges Heimspiel in diesem Wettbewerb hatte“, betont der MSV-Coach: „Es ist sehr schade, dass wir für unsere schöne Stadt Neuruppin kein Highlight bekommen haben. Aber es ist jetzt eben so, das müssen wir annehmen, auch wenn die Partie beim VfB Krieschow die einzige Konstellation ist, die wir vermeiden wollten.“ Die Mannschaft von Trainer Toni Lempke, der zudem Sportlicher Leiter beim VfB ist, räumte in der Runde der letzten Acht den Regionalligisten FSV 63 Luckenwalde im Schnelldurchgang mit 4:0 aus dem Wettbewerb und liegt an der Spitze des Klassements der Oberliga Süd – unter anderem vor Traditionsclubs wie Rot-Weiß Erfurt, Budissa Bautzen oder den Bischofswerdaer FV.

In Bildern: SV Altlüdersdorf unterliegt dem MSV Neuruppin im Landespokalviertelfinale.

<b>SV Altlüdersdorf - MSV Neuruppin 0:1 (0:0).</b> Tor: 0:1 Hajar Ibrahim (84.). Gelb-Rote Karte: Michael Engel (90.(MSV). Zuschauer: 207. Zur Galerie
SV Altlüdersdorf - MSV Neuruppin 0:1 (0:0). Tor: 0:1 Hajar Ibrahim (84.). Gelb-Rote Karte: Michael Engel (90.(MSV). Zuschauer: 207. © Matthias Schütt

„Das ist definitiv kein Duell auf Augenhöhe“, erklärt Henry Bloch, „die Jugendarbeit beim MSV mag mit drei Großfeldteams in der Brandenburgliga deutlich besser sein, im Männerbereich hat Krieschow aber klar die Nase vorn, vor allem die individuelle Qualität des Gegners ist beeindruckend“. So finden sich im Kader des Brandenburgliga-Meisters von 2017 zahlreiche Kicker, die – vermutlich auch wegen der geografischen Lage – beim FC Energie Cottbus ausgebildet wurden und den VfB nun zum zweiten Leuchtturm der Niederlausitz hinter dem ehemaligen Bundesligisten FCE werden lassen wollen. Der wohl bekannteste Name im Team der Krieschower ist Dimitar Rangelov. Der 40-fache bulgarische Nationalspieler absolvierte weit mehr als 100 Partien für den FC Energie von der Bundes- bis zur viertklassigen Regionalliga. Außerdem trug der 38-jährige Rangelov das Trikot von Borussia Dortmund, mit denen er 2011 Deutscher Meister wurde.


„Es ist nur ein Spiel, in dem wir zwar Außenseiter sind, wir Krieschow aber dennoch ärgern können. Da bin ich mir sicher“, so Bloch, „außerdem muss man abwarten, in welcher Konstellation gespielt werden kann, ob alle Leistungsträger dabei sind oder nicht“. Das letzte Aufeinandertreffen beider Teams liegt bereits viereinhalb Jahre zurück – am 17. Juni 2017, dem 30. und damit letzten Spieltag der Brandenburgliga-Saison, stand der VfB bereits als Oberliga-Aufsteiger fest. Torlos endete das Duell mit dem MSV, das Hinspiel im Volkspark war ein wildes 3:3-Remis. Eine Verlängerung ist laut dieser Statistik Ende März also nicht ausgeschlossen.

MSV-Testspiel am Wochenende fällt aus

Wie es ins Finale und sogar zum Landespokalsieg geht, hätte Henry Bloch am Samstag in Erfahrung bringen können. Zumindest hätte Markus Zschiesche ein, zwei Tipps geben können, gewann er den märkischen Cup doch 2005 als Teil der Neuruppiner Pokalhelden, die Monate später im DFB-Pokal auf den FC Bayern (0:4) im Berliner Olympiastadion trafen. Der Trainer von Regionalliga-Nordost-Vertreter Tennis Borussia Berlin sollte am Sonnabend beim MSV testen, doch die Lila-Weißen mussten ihr Kommen wegen mehrerer Corona-Fälle absagen. Auch der kurzfristig organisierte Kick gegen Ersatzgegner Phönix Lübeck (Regionalliga Nord) wurde mittlerweile abgesagt. „Die Jungs dürfen ein freies Wochenende genießen, ich lasse sie nicht extra um 10 Uhr zum Training antanzen“, erklärte Bloch.

Der 48-jährige A-Lizenz-Inhaber wäre ohnehin nicht dabei, verpasste bereits den 5:0-Testspielerfolg (Tore: Sho Otsuka, Maurice Malak, Maximilian Janke und zwei Testspieler) am Donnerstagabend gegen den Pritzwalker FHV. Der Grund: Er hat sich ebenfalls mit dem Coronavirus infiziert und lag die letzten Tage flach. „Trotz Booster-Impfung hat es mich ordentlich erwischt. Ich bin aber auf dem Weg der Besserung“, gab Bloch Entwarnung und scherzte nach der Landespokal-Auslosung sogar schon wieder rum: „Das passt voll zu meiner Woche, das Los VfB Krieschow ist jedenfalls nicht gesundheitsförderlich.“