08. März 2019 / 23:10 Uhr

Herausgabe der Mitgliederliste: Gericht verhängt Zwangsgeld gegen 96-Präsident Kind

Herausgabe der Mitgliederliste: Gericht verhängt Zwangsgeld gegen 96-Präsident Kind

Dirk Tietenberg
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Am Freitag verfügte das Amstgericht ein Zwangsgeld gegen Martin Kind.
Am Freitag verfügte das Amstgericht ein Zwangsgeld gegen Martin Kind. © dpa
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Weil der 96-Vorstand mit dem Vorsitzenden Martin Kind die Mitgliederliste des Vereins nicht herausgab, beschloss das Amtsgericht ein Zwangsgeld gegen Kind von 25 000 Euro. Das Gericht hatte zuvor einstweilig verfügt, dass die Liste herausgegeben werden muss. Kind legte Berufung ein. Vor der Mitgliederversammlung wird weiter mit harten Bandagen gekämpft.

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Am 23. März ist die Mitgliederversammlung in der SwissLife Hall. Die "Parteien" positionieren sich, es wird weiter mit harten juristischen Bandagen gekämpft. Letztes Beispiel war am Freitagabend eine Mitteilung des Rechtsanwalts Jürgen Scholz. Scholz vertritt drei 96-Mitglieder, die um die Herausgabe der Mitgliederliste von Hannover 96 e.V. streiten.

Zwangsgeld in Höhe von 25000 Euro

Zweck der Herausgabe soll sein, die Mitglieder auch über die Standpunkte der Kind-Gegner zu informieren. Der Vorstand um Kind lehnte die Herausgabe bisher ab, aus Datenschutzgründen, wie es heißt. Das Amtsgericht Hannover sah dies anders und verfügte, der 96-Vereinsvorstand möge die Mitgliederliste herausgeben. Am Freitag (8. März) verfügt das Amstgericht ein Zwangsgeld gegen Martin Kind von 25000 Euro.

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Kind legt Berufung ein

Nach SPORTBUZZER-Informationen liegt Kinds Berufung gegen den Beschluss bereits vor. Ein Zwangsgeld hat keinen Bußgeld- oder Strafgeldcharakter. Zwangsgeld bedeutet, dass das Amtsgericht den Beschluss über die Freigabe der Liste behördlich erzwingen will. Kompliziert - ebenso wie die Lage bei Hannover 96 vor der Mitgliederversammlung.

Die Kandidaten für den Aufsichtsrat, die Kinds Pläne bei 50+1 verhindern wollen, hatten sich vergangene Woche vorgestellt. Darunter Fußballgott Carsten Linke und der bisherige Aufsichtsrat Ralf Nestler. Beide hatten versöhnliche Töne angeschlagen. Aber der Ton im Wahlkampf um die Macht im Verein wird rauer. Wer gewinnt? Der vermeintliche Kind-Nachfolger und Meravis-Geschäftsführer Matthias Herter? Das Team um Linke hat bisher keinen Kandidaten für die Kind-Nachfolge. Der Präsident selbst erklärte, er wolle nicht mehr antreten.

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"Das hat Herr Scholz abgelehnt"

Der 96-Vorstands-Vize Uwe Krause erklärte zur gefordertetn Herausgabe der Mitgliederliste am Freitagabend: "Wir tun alles, um die Daten unserer Mitglieder zu schützen. Wir haben Herrn Scholz angeboten, dass wir das Konzept von Pro Verein und auch die Vorstellung deren Kandidaten an alle Mitglieder verschicken. Das hat Herr Scholz abgelehnt." Das klingt schon mal nicht danach, dass man sich auf diesem Feld außergerichtlich einig wird.

Nicht hilfreich für die Befriedung der Lage war außerdem ein Schreiben der 96-Abteilungsleiter Tradition, die den 23. März zum "Schicksalstag für unseren Verein" erklärte und eine klare Wahlempfehlung für die Aufsichtsrat-Kandidaten Tina Voß, Sandra Wallenhorst, Michael Dette, Andreas Kuhnt und Karsten Surmann aussprach. Dadurch fühlte sich die Pro-Verein-Seite wiederum benachteiligt. Deren empfohlene Kandidaten Carsten Linke, Ralf Nestler, Lasse Gutsch, Nathalie Wartmann und Jens Boldt wurden in dem Schreiben der Abteilungsleiter mit keinem Wort erwähnt.

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