03. Januar 2018 / 13:15 Uhr

Herbe Rückschläge für den JFV Weyhe-Stuhr

Herbe Rückschläge für den JFV Weyhe-Stuhr

Sven Herrmann
Weser-Kurier
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Malek Hossien ist eines der A-Jugend-Talente des JFV Weyhe-Stuhr. Auch der Brinkumer SV hat bereits ein Auge auf ihn geworfen. © Udo Meissner
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Sowohl die B- als auch die C-Junioren des Jugend Förder-Vereins müssen den Abstieg aus der jeweiligen Verbandsliga hinnehmen

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Vor Beginn der Winterrunde waren die Jugendmannschaften des vor anderthalb Jahren gegründeten JFV Weyhe-Stuhr in puncto Klassenzugehörigkeit gut aufgestellt. Sowohl die B- als auch die C-Junioren des Jugendfördervereins gehörten der Bremer Verbandsliga und damit der höchsten Spielklasse des Bremer Fußballverbandes an. Die A-Junioren des JFV traten in der Landesliga an. Ein halbes Jahr später ist Ernüchterung eingetreten. Die B-und C-Junioren belegten jeweils den vorletzten Platz ihrer Staffeln und stiegen ab. In der Sommerrunde suchen sie nun beide ihr Heil in der Bezirksliga. Ein Lichtblick waren dagegen die A-Junioren: Sie sicherten sich mit einem Zähler Vorsprung vor dem FC Union 60 II die Meisterschaft in der Landesliga und wären somit in die Verbandsliga aufgestiegen. Doch aufgrund der Vielzahl an jungen Akteuren, die mehrheitlich noch in der B-Jugend agieren könnte, entschied man sich dafür, auch die Sommerrunde in der Landesliga zu bestreiten.

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„Wir haben mit dem 1999er, 2000er und 2001er drei Jahrgänge innerhalb der A-Junioren. Drei Viertel der Spieler könnten noch B-Jugend spielen. Ich denke, mit dieser Mannschaft würden wir in der Verbandsliga vermutlich nicht absteigen, doch in der Landesliga können wir einfach ohne den Druck des Gewinnenmüssens viel mehr ausprobieren, gerade auch im taktischen Bereich. Unser primäres Ziel ist es, den Jungs einen guten Übergang und eine gute Integration in den Herrenbereich zu ermöglichen. Die jungen Spieler sollen zu schlagkräftigen Herrenspielern ausgebildet werden und dann einmal die Chance bekommen, entweder beim TSV Weyhe-Lahausen in der Herren-Kreisliga oder gar beim Brinkumer SV in der Bremen-Liga zu spielen. Die beiden Mannschaften sollen schließlich davon profitieren“, verrät A-Junioren-Coach und Vorstandsmitglied Rainer Dismer seine Beweggründe für den Aufstiegsverzicht und die primären Ziele der JFV-Jugendarbeit. So wurde Malek Hossien, mit zwölf Treffern erfolgreichster Schütze der Elf, jetzt zum Probetraining beim Brinkumer SV eingeladen. Neben Hossein durften Marcel Lucas, Gentrit Muslio, Marcel Strehlau, Hussein Zabad oder Torhüter Ricardo Linnekuhle bereits im Kreisliga-Kader der Lahauser mittrainieren oder in der Lahauser Reserve, die der 1. Kreisklasse angehört, aushelfen. „Wir sind mit dem Verlauf der Serie sehr zufrieden. Es gab viele torreiche Spiele. Wir waren körperlich meist unterlegen, haben unsere Partien aber auf spielerische Weise gewonnen. Auch konditionell bewegten wir uns auf einem guten Niveau und konnten viele Begegnungen in der Schlussphase für uns entscheiden“, bilanziert Dismer. In der nun folgenden Sommerrunde soll der Meistertitel erneut angepeilt werden, um dann nach der Sommerpause in der Verbandsliga Fuß zu fassen. Auf lange Sicht möchten sich die JFV-Verantwortlichen mit den A-Junioren in der Spitzengruppe der höchsten Bremer Spielklasse etablieren.

Weniger erfolgreich schnitten die B-, und C-Junioren des Vereins ab, die beide die Zugehörigkeit zur Verbandsliga verspielten. „Im ersten Jahr des Bestehens waren wir in diesen Jahrgängen erfolgreich, sind in die Verbandsliga aufgestiegen. Leider konnten wir mit den Jahrgängen, die folgten, die Klasse nicht halten. Jetzt gilt es, diese Abstiege zu reparieren. Wir haben einen Dämpfer bekommen und werden daraus lernen. Als junger Verein geht es nicht immer nur bergauf. Die Kröte müssen wir jetzt schlucken“, will Vorstandsmitglied Thorsten Wirth die unerwarteten Betriebsunfälle gar nicht erst schönreden. „Das war auf jeden Fall ein Rückschritt. Den müssen wir jetzt korrigieren“, beurteilt Dismer die Abstiege. Mut macht Wirth das Abschneiden der jüngeren B- (U16) und C-Junioren (U14), die in ihren jeweiligen Bezirksligen vordere Plätze belegten. Die U14 schrammte dabei nur knapp am Aufstieg vorbei und hätte in diesem Fall den Platz der U15 eingenommen. Diese beiden Teams werden jetzt in der Sommerrunde gemischt, um eine schnelle Rückkehr in die Verbandsliga zu realisieren. Die Chancen hierfür stuft Wirth als nicht schlecht ein.

Trainieren wird den U15-Nachwuchs dann Rene Rabe, der dem scheidenden Matthias Fahlbusch folgt. Den jüngeren C-Junioren-Jahrgang wird Matthias Bolte coachen, der zuletzt in der Jugend des Habenhauser FV tätig war. Die B-Junioren U16 wird Wirth höchstpersönlich unter seine Fittiche nehmen. Diese Elf tritt in der Bezirksliga an. Das U17-Team von Trainer Stefan Kaufmann sucht derweil in der 1. Bezirksklasse sein Glück. Positiv stimmt Wirth zudem, dass nach den beiden Abstiegen keine großen personellen Verluste zu beklagen waren. „Es gab keine Fahnenflucht bei den Spielern“, bestätigt Wirth. Die Verantwortlichen des JFV wollen trotz der Rückschläge nicht von ihrer Linie abweichen, talentierte Spieler aus der Region zusammenzuziehen um diese optimal auf den Übergang in den Herrenbereich vorzubereiten. Der JFV möchte mit einer vernünftigen Nachwuchsarbeit punkten und für Talente interessant sein. „Wir haben uns bewusst für diesen Weg entschieden, wollen nicht Spieler aus weiter entfernten Vereinen rekrutieren“, ergänzt Dismer. Auch die Entscheidung, sich dem Bremer Fußball-Verband (BFV) angeschlossen zu haben, sieht Wirth positiv. Die Wege zu den Auswärtsspielen seien relativ kurz und das Niveau der Mannschaften, auch in den Landes-, und Bezirksligen, sei vernünftig. „Aufgrund der separat gespielten Winter- und Sommerrunde sind Aufstiege schneller möglich und können Klassen schneller übersprungen werden“, zählt Wirth die wesentlichen Vorteile im BFV auf.

Im Frühjahr will der Vorstand die Fühler nach einem weiteren Verein ausstrecken, der den JFV bereichern soll. Ein möglicher Kandidat ist weiterhin der SC Weyhe. „Doch auch andere Vereine aus der Region um Stuhr sind für uns interessant. Drei Vereine wären schon eine optimale Anzahl“, kündigt Wirth diesbezügliche Gespräche an. Für die Verantwortlichen des JFV heißt es jetzt, die Jugendteams zunächst einmal in die Verbandsliga zurückzuführen. Vom Wunsch, in naher Zukunft ein Team in einer überregionalen Klasse zu präsentieren, ist der JFV durch die nicht unbedingt einkalkulierten Abstiege vorerst ein ganzes Stück entfernt.