22. April 2022 / 15:38 Uhr

Herbert Kirst feiert seinen 90. Geburtstag

Herbert Kirst feiert seinen 90. Geburtstag

Oliver Schwandt
Märkische Allgemeine Zeitung
Eine kleine Delegation des SV Merkur Kablow-Ziegelei mit Carmen Panzner, Andreas Lenz und Wilfried Paschke (h.R.v.l.) besuchten am Freitagvormittag Jubilar Herbert Kirst und seine Frau Käte. 
Eine kleine Delegation des SV Merkur Kablow-Ziegelei mit Carmen Panzner, Andreas Lenz und Wilfried Paschke (h.R.v.l.) besuchten am Freitagvormittag Jubilar Herbert Kirst und seine Frau Käte. © Oliver Schwandt
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Vereinsleben: Ex-Trainer der SG Niederlehme und des SV Merkur Kablow-Ziegelei ist heutzutage noch regelmäßig auf den Sportplätzen der Region zu finden.

Mit diesem Besuch habe ich jetzt nicht wirklich gerechnet“, sagt Herbert Kirst, als eine kleine Delegation des SV Merkur Kablow-Ziegelei mit Carmen Panzner, Wilfried Paschke und Andreas Lenz dem ehemaligen Trainer und Platzwart am Freitagvormittag zu seinem 90. Geburtstag gratulierte. „Herbert hat unheimlich viele Verdienste rund um den SV Merkur“, lobt Panzner den Jubilar, der seinen Ehrentag im Kreise von 30 Familienmitgliedern und engsten Freunden bei einem Italiener in Wildau ausklinken ließ.

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Nur durch einen Zufall ist Kirst, der am 22. April 1932 in Neu Bischofssee in der Nähe von Spremberg geboren wurde, 1945 in Königs Wusterhausen gelandet. „Im selben Jahr wurden wir vertrieben, da wir in Frankfurt (Oder) keine Aufenthaltsgenehmigung bekommen haben. In Königs Wusterhausen gab es sie, da meine Oma nicht mehr transportfähig war“, erinnert er sich an seine Flucht kurz nach dem Zweiten Weltkrieg aus seiner Heimat.

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In seinem neuen Wohnort beendete der heute 90-Jährige die achte Klasse und absolvierte erfolgreich eine Lehre zum Elektriker. „Nebenbei habe ich bei Eintracht Königs Wusterhausen ein wenig Fußball gespielt. Nach zwei Jahren bin ich nach Deutsch Wusterhausen gewechselt, da mir dort eine Spielermutter immer etwas zu Essen gab. Auf Dauer war das regelmäßige Kicken aber dann wirklich nicht mein Ding, sodass ich 1967 anfing, bei der SG Niederlehme im Nachwuchs als Trainer zu arbeiten. Zusammen mit Heini Lenz machte ich eine Schülermannschaft auf, die der Verein noch nicht hatte. Wir spielten damals fünf Jahre lang sehr erfolgreich in der Berliner Bezirksklasse und schafften immer den Klassenerhalt“, blickt er stolz zurück.

Zehn Jahre später schloss Kirst sich dem SV Merkur Kablow-Ziegelei an und übernahm dort die Verantwortung für die erste Männermannschaft. In seiner elfjährigen Amtszeit schaffte er mit seinem Team zweimal den Aufstieg in die Bezirksklasse. „Der dritte mögliche Aufstieg wurde verpasst, als im denkwürdigen Spiel in Halbe in der achten Minute der Nachspielzeit der Treffer gegen uns fiel.“

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Herbert Kirst: "Die Zugfreikarten wurden uns wieder weggenommen"

Mit 64 Jahren ging Kirst vorzeitig beim Reichsbahnausbesserungswerk Berlin (RAW) in Rente. „Ich bekam eine kleine Abfindung und zusammen mit meiner Frau Käte acht Zugfreikarten als Bonus. Die haben sie uns auch wieder weggenommen, obwohl ich fast mein ganzes Leben beim RAW tätig war“, ärgert sich Kirst.

Neben seiner sehr erfolgreichen Zeit als Trainer der Männer werden besonders den älteren Spielern und Vereinsmitgliedern die gemeinsamen Fahrten ins Trainingslager nach Zinnowitz noch lebhaft in Erinnerung sein. Begonnen wurde damit zu Beginn der 80er-Jahre und der Spaß endete erst Anfang der 90er. Mit Kind und Kegel wurde auf dem Campingplatz gezeltet, am Strand trainiert, viele Freundschaftsspiele gespielt und natürlich auch gefeiert. „Nach seiner Trainertätigkeit war Herbert noch lange Jahre im Team der Platzwarte wie zum Beispiel mit ,Steher’, Molli Lehmann, Jürgen Höftmann und Rainer Panzner aktiv. Im Jahr 2011 wurde Herbert Ehrenmitglied des Vereins“, informiert Carmen Panzner.

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