09. Januar 2022 / 17:30 Uhr

Fehlstart in die Rückrunde: Hertha kassiert gegen Köln erste Heimpleite unter Korkut

Fehlstart in die Rückrunde: Hertha kassiert gegen Köln erste Heimpleite unter Korkut

Ronald Tenbusch
Märkische Allgemeine Zeitung
Für Hertha BSC startete die Rückrunde mit einer Pleite gegen Köln.
Herha trauert, Köln jubelt: Berlin verliert zum Rückrundenauftat gegen den FC. © IMAGO/Jan Huebner/Matthias Koch (Montage)
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Hertha BSC ist mit einer Niederlage in die Rückrunde gestartet. Gegen Köln ließen sich die ersatzgeschwächten Berliner vor allem in Halbzeit eins mehrfach überrumpeln. Auch ein direktes Freistoßtor konnte an der Pleite nichts mehr ändern.

Fehlstart in die Bundesliga-Rückrunde für Hertha BSC. Gegen den 1. FC Köln setzte es für die Berliner eine 1:3 (0:2)-Niederlage – nach zuvor zwei Siegen war es die erste Heimpleite unter Trainer Tayfun Korkut. Nach guter Anfangsphase verlor die Hertha Mitte der ersten Halbzeit die Spielkontrolle und kassierte binnen drei Minuten zwei Gegentore. Vladimir Daridas Anschlusstreffer per direktem Freistoß gab den 3000 anwesenden Zuschauern nur kurzzeitig Hoffnung, am Ende fing sich Hertha sogar noch einen dritten Treffer, der zum selben Endstand wie schon im Hinspiel führte. Während Köln mit nun 28 Punkten auf Europa-League-Platz sechs vorrückt, bleibt Hertha mit 21 Punkten in der Nähe der Abstiegsränge.

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"Wir haben drei richtig gute Chancen, ehe das Kölner Tor fällt. Aber es geht darum, Tore zu machen. Die Mannschaft hat eigentlich alles versucht. Geärgert hat mich, dass wir die erste Hälfte hinten raus so hergeben", sagte Korkut, für den es in den kommenden Wochen darum gehe, "die Auf und Abs abzustellen", nach dem Spiel bei DAZN.

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Dabei gab es für die Berliner vor dem Anpfiff durchaus gute Nachrichten. Santiago Ascacibar konnte pünktlich zum Spiel seine Corona-Quarantäne verlassen und stand direkt in der Startelf. Das galt auch für Lucas Tousart und Linus Gechter, die aber auf der Bank Platz nehmen mussten. Coronabedingt fehlten mit Dedryck Boyata, Deyovaisio Zeefuik, Neuzugang Fredrik André Bjørkan und Ishak Belfodil dennoch vier Spieler. Weil Stevan Jovetic (Wade) ebenfalls nicht spielen konnte, stand Davie Selke erstmals seit 100 Tagen wieder in der Startelf der "Alten Dame".

Neben Selke agierte Myziane Maolida in vorderster Front, der in der 5. Minute einen Rechtsschuss nur knapp am linken Pfosten vorbei setzte. Vier Minuten später verpasste Marco Richter eine Selke-Hereingabe nur um Haaresbreite. In der Anfangsphase war das Korkut-Team die aktivere Mannschaft, die auf "katastrophalem" Geläuf (O-Ton Lukas Klünter) versuchte, den Ball laufen zu lassen. Dennoch war es mit Ex-Herthaner Ondrej Duda ein Kölner, der in der 19. Minute die erste Großchance der Partie hatte, als er eine Abpraller von Alexander Schwolow nur Zentimeter neben den Pfosten köpfte.

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Kölns Doppelschlag trifft Hertha schwer

Der FC wurde nun stärker, kam mit schnellen Kombinationen immer wieder gefährlich vor Schwolows Kasten. Es ging nun hin und her. Während Maolida auf der einen Seite völlig frei vor Marvin Schwäbe scheiterte (28.), schlug Köln zweimal eiskalt zu. Erst verwertete Anthony Modeste eine perfekte Flanke von Mark Uth per Kopf zu seinem 12. Saisontor (29.), dann legte Duda per Flachschuss aus dem Rückraum zum 2:0 nach (32.). Die Hertha wirkte nun angeschlagen und war mit Sicherheit froh, dass es ohne weiteren Nackenschlag in die Pause ging.

Diese fiel knapp zehn Minuten länger aus als normal, weil Schiedsrichter Tobias Stieler mit einer Zerrung ausfiel und von Alexander Sather ersetzt werden musste. Die Mannschaften hingegen kamen unverändert aus den Kabinen, und auch spielerisch änderte sich zunächst wenig. Erst nach knapp zehn Minuten des zweiten Durchgangs gelang es Suat Serdar einmal, das Mittelfeld schnell zu überspielen und Peter Pekarik in Szene zu setzen. Der Außenverteidiger scheiterte mit seinem Abschluss aus spitzem Winkel aber an Schwäbe.

Daridas Anschlusstreffer gibt nur kurz Hoffnung

Es benötigte aus Hertha-Sicht ein kleines Zufallsprodukt, um zurück in die Partie zu finden. Eine von Vladimir Darida aus dem Halbfeld geschlagene Freistoßflanke flog vorbei an Freund und Feind und landete plötzlich im Kölner Tor. Statt des erhofften Anrennens auf den Ausgleich folgte für die Hauptstädter aber zunächst viel Arbeit in der eigenen Defensive. Ein verkorkstes Rückspiel von Niklas Stark konnte Schwolow nur noch mit der Hand abwehren. Den folgerichtigen Freistoß von Uth aus sieben Metern wehrte Berlins Schlussmann dann aber ebenfalls ab (68.). "Nach dem Anschlusstreffer waren wir dran, wir haben das gut gemacht und auf dem Platz gute Ansätze gezeigt. Jetzt müssen wir Ruhe bewahren und weiter guten Fußball spielen", so Darida nach dem Spiel.

Korkut brachte nun Kevin-Prince Boateng und Jurgen Ekkelenkamp für die glücklosen Angreifer Selke und Maolida (69.) ins Spiel. Diese Wechsel belebten das Berliner Angriffsspiel nochmal ein wenig, wirklich zwingend wurde es aber kaum. Auch Tousart und Lukas Klünter (der Ex-Kölner stand zuvor 120 Tage verletzungsbedingt nicht im Kader) kamen in der 81. Minute in die Partie, letztlich gelang den Berlinern offensiv aber kein Wirkungstreffer mehr. In der Nachspielzeit nutzten hingegen die Kölner die sich bietenden Räume, um in Person von Jan Thielmann den 3:1-Schlusspunkt zu setzen (90.+2).

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