30. April 2022 / 19:03 Uhr

"Weiß nicht, was der Spieler denkt": Magath reagiert mit Galgenhumor auf Herthas vergebene Chance

"Weiß nicht, was der Spieler denkt": Magath reagiert mit Galgenhumor auf Herthas vergebene Chance

Ronald Tenbusch
Märkische Allgemeine Zeitung
Herthas Mittelstädt und Wollschläger vertändeln die große Chance zum 2:0. Felix Magath flüchtet sich in Galgenhumor.
Herthas Mittelstädt und Wollschläger vertändeln die große Chance zum 2:0. Felix Magath flüchtet sich in Galgenhumor. © IMAGO/Ulrich Hufnagel
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Hertha BSC sieht am 32. Bundesliga-Spieltag lange wie sicher gerettet aus. Doch in den Schlussminuten überschlagen sich auf den Plätzen die Ereignisse. Hertha vertändelt den Sieg und wird bestraft. Trainer Magath muss lächeln.

Hertha BSC hat beim 1:1 gegen Bielefeld am Samstagnachmittag den fast sicher geglaubten Klassenerhalt zumindest für den Moment noch verspielt. Durch den Treffer von Lucas Tousart hatten die Berliner ab der 55. Minute mit 1:0 auf der Bielefelder Alm geführt. Weil der VfB Stuttgart schon früh gegen den VfL Wolfsburg in Rückstand geriet, kam Hertha dem Klassenerhalt Minute um Minute näher. Doch ab der 88. Minute drehte sich das Schicksal gegen die Berliner.

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Denn in dieser 88. Minute liefen der junge Berliner Luca Wollschläger und Maximilian Mittelstädt frei auf das Bielefelder Tor zu. Doch statt den Deckel auf dem Abstiegsduell drauf zu machen, vertändelten die beiden die einhundertprozentige Chance. "Man muss ja schon ein bisschen drüber lächeln, wie man so eine Chance verspielen kann. Ich weiß ja nicht, was der Spieler in dem Moment denkt. Wahrscheinlich wollte er sich für den schönen Pass bedanken und deshalb zurück passen", analysierte Trainer Felix Magath mit einer guten Portion Galgenhumor bei Sky. Hertha-Anführer Kevin-Prince Boateng nahm seine Kollegen in Schutz: "Ich denke, dass sich die Jungs selber einen Kopf machen. Natürlich wollten wir, dass sie den Ball einfach rein machen. Aber keine Vorwürfe. Es war etwas zu verspielt. Jetzt müssen wir den Sack halt zuhause zu machen."

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Dass die vergebene Chance so sehr schmerzte, lag auch an den Ereignissen in den folgenden Minuten. Denn nur eine Minute nach Herthas vergebener Chance glich der VfB Stuttgart in Wolfsburg aus und holte doch noch einen Punkt. In diesem Moment wären die Hauptstädter mit sechs Punkten Vorsprung, aber einer schlechteren Tordifferenz in die beiden letzten Saisonspiele gegangen. Doch es kam noch schlimmer

Denn wiederum nur zwei Minuten später kassierte Hertha auch noch den Ausgleich. In der ersten Minute der Nachspielzeit setzte sich Joakim Nilsson im Kopfballduell gegen Tousart durch und köpfte zum Ausgleich ein. Durch das späte 1:1 bleibt Herthas Vorsprung auf den Relegationsplatz (Stuttgart) bei "nur" vier Punkten, auf Platz 17 (Bielefeld) bleiben es sechs Punkte. "Die Situation ist weiter angespannt zwischen uns und Stuttgart", sagte Magath.

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Zu negativ wollten die Berliner, trotz der vergebenen Chance, das Spiel und die Situation aber nicht bewerten. "Durch die späten Tore hat sich nichts verändert. Unterm Strich müssen wir wieder das Positive mitnehmen: Wir haben gefightet, wir waren da - das ist das Wichtigste", so Boateng, "nach sieben Punkten aus drei Spielen haben wir alle Chancen, haben alles selbst in der Hand, das hätten viele nicht gedacht." Die Konstellation ist klar: Ein Sieg aus den beiden abschließenden Spielen gegen Mainz und Dortmund und der Klassenerhalt wäre wirklich perfekt.

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