14. Dezember 2019 / 20:48 Uhr

Hertha BSC bricht B-Jugend-Partie wegen "rassistischer Beleidigungen" ab - schwere Vorwürfe an Gegenspieler

Hertha BSC bricht B-Jugend-Partie wegen "rassistischer Beleidigungen" ab - schwere Vorwürfe an Gegenspieler

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Hertha BSC hat bei einem rassistischen Vorfall in Auerbach mit seiner U16 das Spielfeld verlassen.
Hertha BSC hat bei einem rassistischen Vorfall in Auerbach mit seiner U16 das Spielfeld verlassen. © imago images/MIS/Archiv
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Hertha BSC hat bei einem Spiel der U17-Regionalliga Nordost Konsequenzen gezogen und nach offenbar "mehrfachen rassistischen Beleidigungen gegen unsere Spieler" ein Spiel beim sächsischen Klub VfB Auerbach abgebrochen.

Hertha BSC setzt ein Zeichen: Die Berliner haben ein Spiel ihrer B-Junioren beim VfB Auerbach abgebrochen, weil es nach Angaben des Klubs zu "mehrfachen rassistischen Beleidigungen gegen unsere Spieler" gekommen war. Die zweite Mannschaft der Herthaner spielt in der U17-Regionalliga Nordost und führte gegen den Klub aus Sachsen in der Schlussphase mit 2:0, als es in der 68. Minute zum von den Berlinern forcierten Spielabbruch kam.

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"Es gibt Momente, in denen für uns Fußball zweitrangig ist", erklärte Paul Keuter, Mitglied der Geschäftsleitung der Berliner. "Wir haben eine Verantwortung uns, unseren Spielern und auch der Gesellschaft gegenüber. Diese Verantwortung nehmen wir sehr ernst und deshalb war es die einzig richtige Entscheidung, dieses Spiel nicht fortzuführen." Laut Hertha sind mehrere Spieler der Berliner von ihren Gegenspielern rassistisch beleidigt worden.

Hertha-Boss Keuter: "Vielleicht ist das ein Weckruf"

Keuter wird in seiner Stellungnahme deutlich - und fordert bei allen Beteiligten ein Umdenken ein: "Vielleicht ist diese Maßnahme ein Weckruf, dass wir alle gemeinsam – Spieler, Vereine, Verbände und Fans – endgültig diesem Problem Herr werden. In einer solchen Situation sind uns Werte und eine klare Haltung wichtiger als ein Sieg oder eine Niederlage auf dem Platz."

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U23-Spieler Jessic Ngankam hatte in der vergangenen Woche nach einem Regionalligaspiel der zweiten Mannschaft der Berliner gegen den 1. FC Lok Leipzig berichtet, durch Affenlaute aus der Leipziger Fankurve und durch das Wort „Affe“ von einem Gegenspieler beleidigt worden zu sein. Die Partie war für mehrere Minuten unterbrochen gewesen.

In Bildern: 72 ehemalige Spieler der Hertha BSC-Akademie – und was aus ihnen wurde.

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Jerome Boateng (v.l.), Alexander Madlung und Sejad Salihovic sind nur drei prominente Beispiele für ehemalige Akademie-Spieler von Hertha BSC. Klickt euch durch unsere Galerie und erfahrt, welche Spieler den Sprung von den Hertha-Bubis in den Profifußball geschafft haben! ©

Lok hatte sich von rassistischem Verhalten distanziert, Hertha verurteilte „rassistische Anfeindungen“ gegen seinen Spieler „aufs Schärfste“. Die Clubführung der Berliner räumte am Montag ein, dass man mit einer öffentlichen Stellungnahme zu lange gewartet habe.