26. Januar 2021 / 09:26 Uhr

Identifikation hoch drei bei Hertha: Dafür stehen Trainer Dardai, Assistent Neuendorf und Sportchef Friedrich

Identifikation hoch drei bei Hertha: Dafür stehen Trainer Dardai, Assistent Neuendorf und Sportchef Friedrich

Stephan Henke
Märkische Allgemeine Zeitung
Pal Dardai, Arne Friedrich und Andreas „Zecke“ Neuendorf (von links) standen für Hertha einst gemeinsam auf dem Platz.
Pal Dardai, Arne Friedrich und Andreas „Zecke“ Neuendorf (von links) standen für Hertha einst gemeinsam auf dem Platz. © imago/contrast
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Mit Pal Dardai, Andreas „Zecke“ Neuendorf und Arne Friedrich soll ein Trio von Ex-Spielern die Hertha aus der Krise führen. Coach-Rückkehrer Dardai und Neuendorf sind gefragt, eine Mannschaft aus vielen Einzelspielern zu einem Team zu formen. Zusammen auf dem Platz standen alle drei für Teamgeist.

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Ein Hauch Nostalgie weht seit Montag durch die Profi-Mannschaft von Hertha BSC. Drei Ex-Spieler, dazu bei den Fans sehr beliebte, sollen für den Ausweg aus der Krise sorgen, in welche der Berliner Bundesligist getaumelt ist. Pal Dardai und Andreas „Zecke“ Neuendorf bilden das neue Trainerteam der Hertha, Sportdirektor Arne Friedrich hat nach der Entlassung von Geschäftsführer Sport Michael Preetz noch mehr Verantwortung übernommen und ist für die Kaderplanung und die sportlich-strategische Ausrichtung zuständig.

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Eine lange Kennenlernphase dürfte das Trio nicht benötigen, schließlich kennen sich die drei schon aus langen, gemeinsamen Spielerzeiten. Sowohl Friedrich (191 Partien) als auch Neuendorf (139) standen mit keinem Spieler häufiger auf dem Platz als mit Dardai. Letzterer ist Rekord-Bundesligaspieler von Hertha und schon nach seiner Spielerzeit eine lebende Legende des Vereins. Die viereinhalb Jahre als Trainer (Februar 2015 bis 2019) waren die erfolgreichsten der Ära von Preetz, ein weiterer Ex-Spieler, der allerdings nach 25 Jahren im Verein am Sonntag gehen musste.

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Das neue, alte Trio ist dem Verein schon seit langer Zeit verbunden. Nach seiner Trainer-Zeit nahm Dardai sich ein Sabbatjahr, lehnte währenddessen zahlreiche Angebote ab und kehrte im Sommer 2020 wieder in die Jugendabteilung zurück, wo er einst seine Trainer-Karriere begann. Auch sein Söhne Palko (21) und Marton (18) spielten bereits in der Bundesliga für Hertha, der ältere der beiden wechselte im Januar in die ungarische erste Liga zu Fehérvár FC. Sein dritter Sohn Bence (15) läuft in der Jugend für Hertha auf.

Der gebürtige Berliner Neuendorf wurde zwar bei Bayer Leverkusen zum Bundesliga-, doch in Berlin zum Kultspieler. Nach zweijähriger Leihe zur Hertha spielte er im Dezember 2000 mit Leverkusen im Olympiastadion und gewann mit der Werkself 4:0. "Die haben 'ne Klat­sche kas­siert und mich trotzdem gefeiert? Das war der Moment, in dem ich wusste, dass die Hertha mein zu Hause ist und ich nie wieder gegen den Verein spielen werde", sagte er dem Magazin 11 Freunde. Machte er nicht, im Rückspiel verweigerte er Berti Vogts seine Einwechslung, anschließend wechselte er zurück zur Hertha, wo er bis 2007 spielte und noch einmal von 2010 bis 2014 in der zweiten Mannschaft. Zuletzt trainierte "Zecke" die U23 der Hertha.


Friedrich überstand sogar die Ära Klinsmann unbeschadet

Und Friedrich war, wie Dardai, lange Kapitän der Berliner. 2002 kam er von Arminia Bielefeld nach Berlin, spielte dort acht Jahre. Zwar ging seine Zeit 2010 mit dem Bundesliga-Abstieg nicht ganz so glücklich zu Ende und im Streit auseinander. Doch später versöhnte sich Friedrich mit Preetz und Präsident Werner Gegenbauer, ehe er im November 2019 im Windschatten von Jürgen Klinsmann als Performance Manager zur Hertha zurückkam. Klinsmann war schnell wieder Geschichte, Friedrich blieb und ist seit Sommer 2020 Sportdirektor. Nach der Entlassung von Preetz übernahm Friedrich dessen Aufgaben als Geschäftsführer Sport, nicht aber seinen Posten. "Ich kann mir eine Zukunft von Arne im Klub sehr gut vorstellen. Er und ich sind klar, dass wir Seite an Seite die nächsten Monate arbeiten", sagt Geschäftsführer Carsten Schmidt.

Für Dardai sind übrigens weder Friedrich noch Neuendorf die Rekord-Mitspieler, sondern Kult-Torwart Gabor Kiraly (219 gemeinsame Spiele) – einen Torwarttrainer haben sie mit Zsolt Petry allerdings schon.