08. Mai 2022 / 06:29 Uhr

"Hör auf, ehrlich!": Hertha-Stürmer Selke tobt nach Foul-Entscheidung – Schiedsrichter Ittrich rechtfertigt sich

"Hör auf, ehrlich!": Hertha-Stürmer Selke tobt nach Foul-Entscheidung – Schiedsrichter Ittrich rechtfertigt sich

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Hertha-Stürmer Davie Selke (l.) war nach der Pleite seiner Berliner frustriert.
Hertha-Stürmer Davie Selke (l.) war nach der Pleite seiner Berliner frustriert. © IMAGO/camera4+/Fotostand (Montage)
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Hertha-Stürmer Davie Selke war im Nachgang an die Pleite gegen Mainz 05 bedient. Auch, weil Schiedsrichter Patrick Ittrich dem Ausgleichstreffer des Angreifers in der Nachspielzeit die Zustimmung verweigerte. Selke kritisierte die Entscheidung, der Referee rechtfertigte sich.

Matchball für den Klassenerhalt vergeben, Entscheidung über den Bundesliga-Verbleib vertagt. Ein weiteres Jahr im deutschen Oberhaus steht bei Hertha BSC nach der 1:2-Pleite gegen Mainz 05 weiter auf wackligen Beinen. Der Frust beim Hauptstadtklub saß entsprechend tief. Ein großer Diskussionspunkt: Davie Selke sorgte in der Nachspielzeit für den vermeintlichen Ausgleich, Schiedsrichter Patrick Ittrich verweigerte dem Treffer jedoch seine Zustimmung und wertete das Einsteigen des Hertha-Stürmers im Luftzweikampf gegen Mainz-Profi Aaron als Foul. "Hör auf, ehrlich", mokierte sich Selke am Sky-Mikrofon über den Ittrich-Pfiff und schob hinterher: "Das ist kein Foul in meinen Augen."

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Zur Szene: Selke hatte sich nach einer Hereingabe mit beiden Händen Platz verschafft, ehe er den Ball per Kopf im Mainzer Tor unterbrachte. "Ich mag Patrick sehr, aber ich habe eine andere Meinung", beschwerte sich der Hertha-Angreifer weiter und führte aus: "Wenn das ein Foul ist, dann macht ein Mittelstürmer im Jahr acht Tore weniger." Gegenspieler Aaron war nach der Berührung Selkes schnell zu Boden gegangen.

"Er nimmt die Handberührung dankend an", sagte Sky-Experte Lothar Matthäus. So habe auch ein Stürmer "das Recht, sich zu wehren" und müsse "seinen Körper einsetzen". Einig waren sich der Rekordnationalspieler und Hertha-Stürmer Selke darüber, dass die Entscheidung zugunsten der Gäste ein wenig glücklich war. "Wenn er es nicht pfeift, kann sich Mainz nicht beschweren", erklärte Matthäus und erntete zustimmendes Nicken vom Berliner Angreifer, dessen Elfmeter-Tor zum zwischenzeitlichen Ausgleich (45.+5) aufgrund der Treffer von Silvan Widmer (25.) und Stefan Bell (81.) nicht zum Punktgewinn reichte.

Zuspruch für Schiedsrichter Ittrich gab es hingegen von Hertha-Geschäftsführer Fredi Bobic: "Was er gepfiffen hat, ist immer richtig gewesen", bescheinigte der 50-Jährige dem Referee eine starke Leistung. Zur umstrittenen Szene um Selke sagte Bobic: "Man kann darüber diskutieren. Das Problem ist: Du darfst nicht mit beiden Händen rangehen als Stürmer, da kannst du auch den Freistoß pfeifen."

Diese Meinung teilt der Hertha-Boss mit Ittrich, der seinen Pfiff im Nachgang rechtfertigte: "Ich habe erkannt, dass mit beiden Händen nach vorne gestoßen wird und er sich einen klaren Vorteil verschafft hat." Deshalb sei sich der Unparteiische "einhundert Prozent sicher" mit seiner Entscheidung. Eine nachträgliche Korrektur durch den VAR sei nicht möglich gewesen, da Ittrich die Situation bereits abgepfiffen hatte, bevor der Ball im Tor lag. Für die nachfolgenden Diskussionen brachte Ittrich Verständnis auf. "Natürlich ist er emotional, aber das konnten wir ganz gut klären", wiegelte der Referee ab.