10. April 2022 / 11:52 Uhr

Hertha-Manager Bobic zur Trikot-Demütigung: "Eine Linie überschritten, die nicht okay ist"

Hertha-Manager Bobic zur Trikot-Demütigung: "Eine Linie überschritten, die nicht okay ist"

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Hertha-Sportchef Fredi Bobic hat das Verhalten der Fans nach der Derby-Niederlage deutlich verurteilt.
Hertha-Sportchef Fredi Bobic hat das Verhalten der Fans nach der Derby-Niederlage deutlich verurteilt. © Getty Images/IMAGO/camera4+ (Montage)
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Hertha-Manager Fredi Bobic kritisiert die eigenen Fans scharf, nachdem sie die Berliner Spieler aufgefordert hatten, die Trikots auszuziehen. "Das macht auch was mit den Spielern, das ist klar", sagte Bobic am Sonntag im "Sport1"-Doppelpass nach der 1:4-Derby-Demütigung gegen den 1. FC Union.

Auch am Tag nach der doppelten Derby-Demütigung beschäftigten die Vorgänge am Vorabend Hertha-Geschäftsführer Fredi Bobic. Nach dem 1:4 (0:1) gegen den Berliner Stadtrivalen 1. FC Union mussten die Spieler zum Fanrapport in die Ostkurve und wurden aufgefordert, ihre Trikots auszuziehen – als Zeichen, dass sie es nicht wert sind, das Hertha-Trikot zu tragen. Einige Spieler kamen dieser Aufforderung nach. "Dass sie natürlich beeindruckt sind, und das machen, da kann ich sie auch nicht verurteilen. Da muss man selbst in sich reindenken, wie man reagiert hätte", sagte Bobic im Sport1-"Doppelpass" mit Blick auf die jungen Spieler wie Linus Gechter (18) oder Marcel Lotka (20) und relativierte damit seine Aussagen vom Vortag, dass er das Trikot nicht ausgezogen hätte.

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Was er allerdings nicht verstehen konnte, machte Bobic ebenfalls deutlich. "Die Jungs aufzufordern, das Trikot abzugeben und zu behaupten, dass es nicht wert sind, das Trikot zu tragen, da wird eine Linie überschritten, die nicht okay ist. Das macht auch was mit den Spielern, das ist klar", sagte Bobic in Richtung der eigenen Anhängerschaft, wobei er auch diesbezüglich differenzierte. "Die Szenen, die sich dann abgespielt haben, es gibt diese Gruppierungen, da weiß man, die nehmen sich dann einiges raus."

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Vor einigen Wochen hatte bereits eine große Fangruppe den Trainingsplatz der Hertha gestürmt und die Spieler zur Rede gestellt und angekündigt, dass bei weiter schlechter Leistung "die nächste Stufe" gezündet werde. Bobic hatte schon damals die Fans für die Aktion kritisiert, am Sonntag erneuerte er diese: "Das war kein Trainingsbesuch, das war ein Aufmarsch - das geht halt nicht."

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Ruhnert pflichtet Bobic bei: "Hier muss ein Schlussstrich sein"

Unterstützung bekam Bobic vom Lokalrivalen. "Wenn es ins Persönliche geht, darf man auch mal sagen, hier muss erstmal ein Schlussstrich sein", sagte Union-Manager Oliver Ruhnert ebenfalls im Sport1-"Doppelpass". Ruhnert wies dabei auf Hertha-Spieler Suat Serdar hin, der beim FC Schalke 04 im vergangenen Jahr eine ganz ähnliche Situation erlebt hatte. Ruhnert meinte mit Blick auf die Union-Anhänger: "Unsere Fanszene würde das nicht machen." Zudem sei es kontraproduktiv gewesen: "Es sind doch noch fünf Spiele, ich motiviere die Leute doch nicht, wenn ich ihnen Angst mache."

Bobic wies ebenfalls auf die sportliche Situation hin. "Es ist an diesem Wochenende ja nicht viel passiert in der Tabelle, wenn man es nüchtern betrachtet", sagte der 50-Jährige mit Blick auf die Niederlagen der Abstiegskonkurrenten FC Augsburg (0:1 gegen Bayern München) und des VfB Stuttgart (0:2 gegen Borussia Dortmund). Beide Teams sind die nächsten Gegner der Berliner.