20. März 2022 / 09:43 Uhr

Hertha-Investor Windhorst tritt aus Beirat zurück: "Werde nicht mehr mit Gegenbauer zusammenarbeiten"

Hertha-Investor Windhorst tritt aus Beirat zurück: "Werde nicht mehr mit Gegenbauer zusammenarbeiten"

Ronald Tenbusch
Märkische Allgemeine Zeitung
Klub-Präsident Werner Gegenbauer (l.) neben Hertha-Investor Lars Windhorst.
Klub-Präsident Werner Gegenbauer (l.) neben Hertha-Investor Lars Windhorst. © IMAGO/Matthias Koch
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Sportlich durfte Hertha BSC gegen Hoffenheim einen Erfolg feiern. Hinter den Kulissen brennt es jedoch weiter. Investor Lars Windhorst griff erneut Präsident Werner Gegenbauer an, skizziert eine wirtschaftliche Schieflage und zog nun auch persönliche Konsequenzen.

Zumindest sportlich durften die Fans von Hertha BSC mal wieder durchpusten. Am Samstag gab es beim Debüt von Neu-Trainer Felix Magath ein 3:0 gegen Hoffenheim, Hertha springt zumindest schon einmal auf den Relegationsplatz. Doch die Tabellensituation ist nicht der einzige Punkt, wo es bei Hertha aktuell Probleme gibt. Immer wieder wurden in den vergangenen Monaten auch tiefe Risse im Verhältnis zwischen Hertha BSC und Investor Lars Windhorst mit seiner Tennor-Gruppe öffentlich. Nun legte Windhorst erneut nach.

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"Ich werde nicht mehr mit Herrn Gegenbauer zusammenarbeiten. Und werde daher mit sofortiger Wirkung von meinem Amt im Beirat von Hertha BSC zurücktreten", sagte Windhorst am Sonntag bei Bild. Grund dafür seien eine "Vielzahl an Vorfällen" mit dem Hertha-Präsidenten, auf die der 45-Jährige nicht weiter eingehen wollte. "Ich werde einen Vertreter benennen und habe keine Ambitionen, mich tiefer in den Verein einzubringen." Dies sei eine persönliche Entscheidung, "als Tennor werden wir natürlich nicht das Investment aufgeben."

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Trotz seines Investments von rund 375 Millionen Euro sei die wirtschaftliche Lage bei Hertha BSC extrem schlecht. Es sei schockierend, "dass so schnell so viel Geld verbrannt wurde. Das hängt natürlich auch mit Corona zusammen. Aber wir hatten durch meine Mittel eigentlich besonders gute Voraussetzungen. Wenn man die Zahlen sieht, braucht der Club definitiv Geld, um zu überleben. Selbst bei Klassenerhalt ändert das nichts an der wirtschaftlichen Zukunft."

Von Seiten Tennors habe es eine schriftliche Anfrage an die Finanz-Geschäftsführung von Hertha BSC gegeben, um nachzuvollziehen, "wo das Geld hin ist". Es habe jedoch noch keine Antwort gegeben. Dennoch sei für ihn schon jetzt klar: "Hertha wäre bei einem Abstieg in extrem großen Schwierigkeiten." Nochmals Geld nachschießen würde Windhorst nur, wenn sich die Clubführung ändern sollte. "Ich würde in der 1. und 2. Liga neues Geld nachschießen, wenn in der Vereinsspitze gute Leute sitzen, die gemeinsam an der Zukunft von Hertha BSC arbeiten wollen", so Windhorst.

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Windhorst: Hertha für Gegenbauer "ein persönliches Spielzeug"

Der Zeitpunkt seiner Aussagen läge an der nahenden Mitgliederversammlung (Mai 2022), so der Investor weiter. Der Zeitpunkt sei nie der richtige, aber es müsse etwas passieren. Einen Gegenkandidaten zu Gegenbauer stellen wolle er nicht, "wir sind aber offen für jeden Kandidaten, der Sinn macht und Hertha BSC voran bringen will."

Klar sei für Windhorst hingegen: "Unter der Führung von Herrn Gegenbauer wird es schwer, etwas als Team zu schaffen. Für ihn ist Hertha ein persönliches Spielzeug. Er handelt nicht, um den Erfolg des Vereins zu garantieren, da geht es um persönlichen Machterhalt", so der Hertha-Investor, der "Klüngeleien" in der Vereinsspitze anprangerte, "wer in Gremien will, muss sich gut mit Herrn Gegenbauer stellen."

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