29. Februar 2020 / 09:43 Uhr

Hertha BSC kontert Klinsmann-Spott der Fortuna-Fans: "Keiner von uns hat sich aufgegeben"

Hertha BSC kontert Klinsmann-Spott der Fortuna-Fans: "Keiner von uns hat sich aufgegeben"

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
3:3 nach 0:3! Hertha-Stürmer Krzysztof Piatek (M.) jubelt mit Maximilian Mittelstädt (l.) und Matheus Cunha über seinen Treffer zum Ausgleich.
3:3 nach 0:3! Hertha-Stürmer Krzysztof Piatek (M.) jubelt mit Maximilian Mittelstädt (l.) und Matheus Cunha über seinen Treffer zum Ausgleich. © (c) Copyright 2020, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten
Anzeige

Als die Anhänger von Fortuna Düsseldorf den ehemaligen Hertha-Trainer Jürgen Klinsmann zum "besten Mann" erklärten, drehten die Berliner auf und holten in einer verloren geglaubten Partie zumindest noch einen Punkt. Ihr Ex-Coach beschäftigt die Profis aber auch nach dem Abpfiff.

Anzeige

Diesen Spott wollten die Profis von Hertha BSC dann doch nicht unkommentiert lassen. "Jürgen Klinsmann, Du bist der beste Mann", sangen die Anhänger von Fortuna Düsseldorf, nachdem ihr Team die Berliner phasenweise vorgeführt hatte und scheinbar uneinholbar in Führung lag. 3:0 stand es zur Pause für die Rheinländer, Hertha war ein Häufchen Elend. Nach der 0:5-Heimpleite knapp eine Woche zuvor gegen den 1. FC Köln deutete sich das nächste Debakel unter Klinsmann-Nachfolger Alexander Nouri an. Sollte Klinsmann mit seinem unter der Woche öffentlich gewordenen, zum teil vernichtenden Urteil über die Spieler des Hauptstadtklubs richtig gelegen haben?

Anzeige
Mehr vom SPORTBUZZER

Offenbar nicht: Mit einer unglaublichen Moral und vielen Torchancen kamen die zuletzt heftig kritisierten Hertha-Profis noch zu drei Toren und einem wichtigen Punktgewinn - auch fürs eigene Befinden. "Es wurde viel darüber geredet zuletzt, dass wir kein Team sind. Wenn wir kein Team wären, wären wir nicht so zurückgekommen. Keiner von uns hat sich aufgegeben“, sagte Maximilian Mittelstädt nach dem spektakulären 3:3 beim Tabellen-16.

Skjelbred hakt Klinsmann ab: "Unser Trainer ist Nouri"

Nach dem Chaos um Ex-Trainer Klinsmann und dessen Abrechnung mit seinem ehemaligen Klub, haben die Berliner die Antwort auf dem Platz gegeben. "Jetzt ist alles raus und alles gesagt, das muss er auf seine Kappe nehmen. Das ist nicht unsere Aufgabe. Unser Trainer ist Alexander Nouri", sagte Herthas Mittelfeldspieler Per Skjelbred. Und der Übergangstrainer der Berliner hatte die richtigen Schlüsse gezogen aus der ersten Halbzeit und in Mittelstädt und Marius Wolf zwei neue Spieler gebracht.



Vom Hoffnungsträger zum Unruhestifter: Die Chaos-Chronologie von Klinsmann bei Hertha BSC

Das Engagement von Jürgen Klinsmann als Hertha-Trainer hat nach nur zehn Wochen ein abruptes Ende gefunden - dann kam der chaotische Abschied samt Zwist mit der Vereinsführung. Der <b>SPORT</b>BUZZER zeigt die Chronologie von Klinsmanns Zeit bei Hertha - und des Trubels danach! Zur Galerie
Das Engagement von Jürgen Klinsmann als Hertha-Trainer hat nach nur zehn Wochen ein abruptes Ende gefunden - dann kam der chaotische Abschied samt Zwist mit der Vereinsführung. Der SPORTBUZZER zeigt die Chronologie von Klinsmanns Zeit bei Hertha - und des Trubels danach! ©

"Wichtiger als die Umstellungen war, dass die Spieler untereinander kommuniziert haben und Thomas Kraft noch einen Impuls freigesetzt hat", sagte Nouri, der schon mit sieben Veränderungen in der Startelf überrascht hatte, Dodi Lukebakio und Javairo Dilrosun aber zur Pause wieder auswechselte. Mit neuem Personal kam die Veränderung ins Spiel, die Berliner liefen besser an, waren aggressiver in den Zweikämpfen und kamen durch ein Eigentor von Erik Thommy und dem Treffer von Matheus Cunha binnen zwei Minuten zum 2:3. Krzysztof Piateks Elfmeter verdarb den Gastgebern den Sieg und bedeutete den 1500. Gegentreffer in der Düsseldorfer Bundesliga-Geschichte.

Mehr vom SPORTBUZZER

Fortuna-Coach Uwe Rösler war total enttäuscht. "Dieses Unentschieden fühlt sich wie eine Niederlage an", meinte der Cheftrainer nach einem Spiel, in dem sein Team eine Hälfte lang deutlich überlegen war und durch die die beiden frühen Treffer von Kenan Karaman (6.) und Thommy (10.) Sicherheit bekamen. Karaman, der lange wegen einer Lungenentzündung gefehlt hatte, traf noch zum 3:0 - eigentlich war das Spiel gelaufen. Und am Ende hätten sie es sogar noch fast verloren, als Cunha nur den Außenpfosten traf (90.+1).

Pfannenstiel: "Das ist eine Katastrophe"

Sportvorstand Lutz Pfannenstiel konnte es kaum fassen. "Nach einem 3:0 noch 3:3 - das ist eine Katastrophe. Die Konzentration hat gefehlt, bei den Gegentoren entstand Panik. Das ist schwer zu erklären", sagte der 46-Jährige, der zum Saisonende ausscheidet. Viel Zeit bleibt den Düsseldorfern nicht, Frust zu schieben. Schon am Dienstag steht das Pokal-Viertelfinale beim 1. FC Saarbrücken an. „Da wollen wir ins Halbfinale einziehen“, sagte Karaman.

Tipp: Die komplette SPORTBUZZER-Berichterstattung zur EM 2021 findest Du auch in der superschnellen EM-App von Toralarm. Und folge gerne @sportbuzzer auf Instagram!