11. Februar 2020 / 16:00 Uhr

Klinsmann-Rücktritt bei Hertha: Investor Windhorst korrigiert Aussage - Streitpunkt Vertrag?

Klinsmann-Rücktritt bei Hertha: Investor Windhorst korrigiert Aussage - Streitpunkt Vertrag?

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Wurde Hertha-Investor Lars Windhorst (l.) vor Geschäftsführer Michael Preetz (r.) über den Rücktritt von Jürgen Klinsmann informiert?
Wurde Hertha-Investor Lars Windhorst (l.) vor Geschäftsführer Michael Preetz (r.) über den Rücktritt von Jürgen Klinsmann informiert? © dpa/Getty/imago images/Revierfoto/Montage
Anzeige

War Lars Windhorst vor der Klubführung von Hertha BSC über den Rücktritt von Trainer Jürgen Klinsmann informiert? Der Investor korrigierte am Dienstag eine vorher getätigte Aussage. Die Hintergründe des Trainer-Abgangs sind wohl bei ungeklärten Zukunftsfragen zu suchen. 

Anzeige
Anzeige

Hat Jürgen Klinsmann Investor Lars Windhorst vor der Klubführung von seinem Rücktritt als Trainer von Hertha BSC informiert? "Ich habe gestern von der Entscheidung erfahren. Ich bedauere diesen Schritt von Jürgen Klinsmann sehr", wurde Windhorst, dessen Holding 49,9 Prozent der Klubanteile hält, am Dienstagmittag von der Bild zitiert. Später korrigierte Windhorst sich nach Angaben der Zeitung und erklärte, dass er auch erst am Dienstagmorgen davon erfahren habe. Hertha-Geschäftsführer Michael Preetz hatte derweil schon vor der Korrektur erklärt, dass er am Dienstagmorgen "von dieser Entwicklung überrascht worden" sei. Öffentlich machte Klinsmann seine Entscheidung am Dienstag um kurz nach 10 Uhr.

Mehr zum Klinsmann-Rücktritt

Via Facebook erklärte der 55-Jährige: "Als Cheftrainer benötige ich (...) für diese Aufgabe, die noch nicht erledigt ist, auch das Vertrauen der handelnden Personen. Gerade im Abstiegskampf sind Einheit, Zusammenhalt und Konzentration auf das Wesentliche die wichtigsten Elemente. Sind die nicht garantiert, kann ich mein Potenzial als Trainer nicht ausschöpfen und kann meiner Verantwortung somit auch nicht gerecht werden." Ein klarer Hinweis auf vereinsinterne Spannungen.

Vom Hoffnungsträger zum Unruhestifter: Die Chaos-Chronologie von Klinsmann bei Hertha BSC

Das Engagement von Jürgen Klinsmann als Hertha-Trainer hat nach nur zehn Wochen ein abruptes Ende gefunden - dann kam der chaotische Abschied samt Zwist mit der Vereinsführung. Der <b>SPORT</b>BUZZER zeigt die Chronologie von Klinsmanns Zeit bei Hertha - und des Trubels danach! Zur Galerie
Das Engagement von Jürgen Klinsmann als Hertha-Trainer hat nach nur zehn Wochen ein abruptes Ende gefunden - dann kam der chaotische Abschied samt Zwist mit der Vereinsführung. Der SPORTBUZZER zeigt die Chronologie von Klinsmanns Zeit bei Hertha - und des Trubels danach! ©

Nach Angaben von Bild und Sport Bild wollte Klinsmann, der das Traineramt im vergangenen November von Ante Covic übernommen hatte und dieses ursprünglich bis zum Saisonende aufüllen sollte, schnell Klarheit über ein mögliches weiteres Engagement als Coach der Berliner. Dies deckt sich mit SPORTBUZZER-Informationen. Der Klub wollte sich allerdings wohl noch nicht auf Klinsmann als langfristige Lösung festlegen und die sportliche Entwicklung der kommenden Wochen abwarten. Zudem wird der ehemalige Bayern-Trainer Niko Kovac seit Wochen immer wieder mit dem Posten des Hertha-Trainers in Verbindung gebracht.

Preetz äußerte sich in SPORTBUZZER-Interview zur Klinsmann-Zukunft

In einem SPORTBUZZER-Interview hatte Preetz zu einer etwaigen langfristigen Besetzung des Trainer-Postens mit Klinsmann erklärt: "Die entscheidende Frage wird sein: Leckt er wieder Blut, kann er sich vorstellen, das länger zu machen? Das kann ich im Moment noch nicht abschätzen. Ich weiß nur, dass er uns in den ersten Wochen gutgetan hat und bei den Spielern schon viel bewegt hat. Es ist nicht der Zeitpunkt, um jetzt darüber nachzudenken."

Klinsmann, der sein Amt im Aufsichtsrat der Hertha weiter ausfüllen will, sah sich mit der Mannschaft auf dem richtigen Weg. "Ende November haben wir mit einem hochkompetenten Team dem Wunsch der Vereinsführung entsprochen und ihr in einer schwierigen Zeit geholfen. Wir waren in der relativ kurzen Zeit auf einem sehr guten Weg, haben auch dank der Unterstützung vieler Menschen trotz meist schwieriger Spiele inzwischen sechs Punkte Abstand zum Relegationsplatz. Ich bin fest davon überzeugt, dass die Hertha das Ziel – den Klassenverbleib - schaffen wir", schreibt er bei Facebook.