14. Mai 2020 / 09:50 Uhr

Bis zu 150 Millionen Euro: Windhorst vor weiteren Hertha-Investitionen

Bis zu 150 Millionen Euro: Windhorst vor weiteren Hertha-Investitionen

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Hertha-Investor Lars Windhorst.
Hertha-Investor Lars Windhorst. © Andreas Gora/dpa
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Im Vorfeld der Saison-Fortsetzung in der Bundesliga hatte sich die Diskussion um üppige Gehälter von Top-Spielern und horrende Ablösesummen verstärkt. Außerdem schloss Lars Windhorst nicht aus, noch mehr Mittel in den Verein zu investieren.

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Hertha-Investor Lars Windhorst steht Regulierungen im Profifußball wie einer Begrenzung von Gehältern skeptisch gegenüber. "Ich bin da liberal eingestellt: Je weniger Regulierung, desto besser", sagte der Unternehmer in einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung. "Die Naturgesetze der Wirtschaft werden auch jetzt automatisch greifen."

Im Vorfeld der Saison-Fortsetzung in der Bundesliga am kommenden Wochenende nach der Corona-Zwangspause hatte sich die Diskussion um üppige Gehälter von Top-Spielern und horrende Ablösesummen verstärkt. Windhorst teilt die Kritik nicht. "Ich bin ein starker, glühender Verfechter der Prinzipien der sozialen Marktwirtschaft, das sich über Jahrzehnte hinweg in der ganzen Welt erfolgreich bewährt hat", sagte der 43-Jährige. "Ein Zeichen dieses Modells ist es, dass es in allen Wirtschaftsbereichen, und dazu gehört der Sport, nach Angebot und Nachfrage geht."

Aktuelles von Hertha BSC

Hertha-Geschäftsführer Michael Preetz kündigte am Donnerstag weitere Gespräche mit dem Investor an, über Details sprach er aber nicht. "Wir sind im Austauch mit Lars Windhorst und seinem Team und werden wie in den vergangenen Wochen auch in den nächsten Wochen uns zu diesem Thema austauschen und erörtern, ob und wie es gegebenenfalls Sinn machen kann, vielleicht nochmal weiteres Kapital in den Verein zu geben", sagte er bei einer virtuellen Pressekonferenz.

Windhorst war im vergangenen Sommer mit seiner Investmentfirma Tennor beim Berliner Bundesligisten Hertha BSC eingestiegen. Er übernahm für über 224 Millionen Euro 49,9 Prozent der Anteile an der Profiabteilung. Windhorst wiederholte in der Süddeutschen Zeitung seine Kritik an der 50+1-Regel in Deutschland, nach der der Verein die Mehrheit an seiner Profiabteilung behalten muss.

Er halte es "grundsätzlich für problematisch, wenn es in Europa ein Land gibt, das von allen anderen abweicht. Und Deutschland stellt hier in der EU eine Ausnahme dar", sagte er. Windhorst sieht durch die Regel einen Nachteil für die Bundesliga im Vergleich zu den anderen Top-Ligen in Europa. "Jeder sieht, dass das große Geld im Fußball in Europa verdient wird, und da frage ich mich schon, ob es da noch eine Wettbewerbsgleichheit gibt."

Von Covic über Klinsmann bis Kalou: Die Chaos-Saison von Hertha BSC.

Von Covic über Klinsmann bis Kalou: Die Chaos-Saison von Hertha BSC. Zur Galerie
Von Covic über Klinsmann bis Kalou: Die Chaos-Saison von Hertha BSC. © dpa

Windhorst schloss nicht aus, noch mehr Mittel in den Verein zu investieren. "Wir sind bereit, nochmals einhundert, einhundertfünfzig Millionen Euro Eigenkapital zu investieren, wenn der Bedarf bestehen sollte", meinte er. "Zu welchen Konditionen? Das muss man zu gegebener Zeit in Ruhe besprechen." Er betonte noch einmal, dass das Engagement bei Hertha "für Jahrzehnte" und "nicht für Jahre" angelegt sei.

Windhorst dementiert: Kuranyi kein Kandidat für Hertha-Aufsichtsrat

Unterdessen hat Windhorst einem Bericht widersprochen, nach dem der ehemalige Nationalspieler Kevin Kuranyi Kandidat für den Aufsichtsratsposten gewesen sei. "Kuranyi ist nie eine Überlegung gewesen, ich habe mit ihm gar nicht gesprochen", sagte der 43 Jahre alte Unternehmer der Süddeutschen Zeitung. Sport Bild und Bild hatten über die Personalie Kuranyi berichtet.