07. Februar 2020 / 17:23 Uhr

Hertha-Manager Michael Preetz über Arena-Neubau: "Maifeld ist ein hervorragend geeigneter Standort"

Hertha-Manager Michael Preetz über Arena-Neubau: "Maifeld ist ein hervorragend geeigneter Standort"

Stephan Henke
Märkische Allgemeine Zeitung
Hertha-Manager Michael Preetz zeigt sich offen für das Maifeld (l.) als Standort für den Neubau im Olympiapark direkt neben dem Olympiastadion.
Hertha-Manager Michael Preetz zeigt sich offen für das Maifeld (l.) als Standort für den Neubau im Olympiapark direkt neben dem Olympiastadion. © Andreas Gora/dpa/SPORTBUZZER-Montage
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Der Geschäftsführer Sport von Hertha BSC geht trotz der Verzögerung bei der Planung weiter von einer Stadioneröffnung am 25. Juli 2025 aus und zeigt sich offen für das Maifeld als Standort für den Neubau im Olympiapark. Die private Finanzierung der Arena sei auch ohne Investor Lars Windhorst möglich.

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Im zähen Ringen um ein neues Stadion für Hertha BSC geht Michael Preetz weiter von einer Eröffnung am 25. Juli 2025 – dem 133. Geburtstag des Fußball-Bundesligisten – aus. „Auf jeden Fall werden wir das Datum nicht aufgeben, das ist noch haltbar und machbar. Aber sicherlich ist 2020 ein Jahr, das richtungsweisend für den Stadionbau sein wird“, sagte der Berliner Manager dem SPORTBUZZER.

Olympiapark bleibt Favorit

Auch bei der Standortfrage will sich Preetz nicht vom Olympiapark verabschieden. „Wir haben nach wie vor den ganz klaren Wunsch, ab 2025 auf dem Olympiaparkgelände zu spielen. Wir werden nicht aufhören dafür zu werben. Wir glauben, dass es Lösungen geben kann, wenn man das auf allen Ebenen will. Deshalb kämpfen wir weiter um die politische Willensbildung bei allen Berliner Parteien“, erklärte der Hertha-Manager.

Diese Vorschläge für ein Hertha-Stadion wurden bereits gemacht.

Bei der Präsentation der Standortanalyse am 30. März 2017 wurden zwei Neubauvarianten für eine neue Hertha-Arena präsentiert. Eine davon sah einen Neubau im brandenburgischen Ludwigsfelde vor, der bei den Fans wegen der weiten Entfernung auf große Proteste stieß. Zur Galerie
Bei der Präsentation der Standortanalyse am 30. März 2017 wurden zwei Neubauvarianten für eine neue Hertha-Arena präsentiert. Eine davon sah einen Neubau im brandenburgischen Ludwigsfelde vor, der bei den Fans wegen der weiten Entfernung auf große Proteste stieß. © Verein
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Dabei favorisiert die Hertha einen Standort nahe der Rominter Allee. Doch die Berliner Bau- und Wohnungsgenossenschaft von 1892 weigert sich, das fragliche Grundstück, das die Genossenschaft mit sechs Wohnhäusern erst Ende 2016 gekauft hatte, zu verkaufen. Außerdem gibt es in der Berliner Politik bislang keinen Konsens, ob ein neues Stadion gebaut werden soll und ob dies dann auch noch auf dem denkmalgeschützten Gelände des Olympiaparks errichtet werden darf.

LSB bringt Maifeld ins Spiel

Zuletzt hatte der Landessportbund Berlin das Maifeld westlich des Olympiastadions als alternativen Standort ins Gespräch gebracht. „Ich weiß, da holt jeder tief Luft. Aber sagen Sie mir, was dort stattfindet? Die einzige Antwort ist dann immer Polo und DFB-Village“, sagte LSB-Präsident Thomas Härtel der „Berliner Morgenpost“ und meinte grundsätzlich: „Da muss man auch mal heilige Kühe angehen. Ich halte nichts von Denkverboten. Sonst bewegt sich gar nichts.“ Und LSB-Direktor Friedhard Teuffel hatte ergänzt: „Was wirklich Nazi-mäßig ist im Olympiapark, das ist das Maifeld. Das wurde von Hitler persönlich gewollt“, sagte Teuffel. „Und da halten wir die Hand drüber und sagen: Auf keinen Fall anfassen! Warum? Das ist doch merkwürdig.“

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Preetz kann der Idee eines Stadionneubaus auf dem Maifeld durchaus Positives abgewinnen. „Es ist vor allem sehr erfreulich, dass der Landessportbund Berlin sich aktiv in die Debatte einmischt. Die Einschätzung von Thomas Härtel ist vollkommen richtig; Denkverbote nützen niemandem. Das Maifeld ist ein hervorragend geeigneter Standort und ich kann mir gut vorstellen, dass wir hier gemeinsam für den Olympiapark, die Stadtgesellschaft und Hertha BSC einen sehr positiven Beitrag leisten könnten“, erklärte Preetz. Das Maifeld war als Teil des ehemaligen Reichssportfeldes von den Nationalsozialisten gebaut worden. Aktuell wird es unter anderem vom Deutschen Fußball-Bund für den VIP-Bereich während des DFB-Pokalfinals im Olympiastadion genutzt.

Finanzierung auch ohne Windhorst

Die Hertha will ihr neues Stadion, das rund 55.000 Zuschauern Platz bieten soll, privat finanzieren. Ob Lars Windhorst, der mit seiner Tennor Holding aktuell 49,9 Prozent der Anteile der Hertha BSC KGaA hält, bei der Finanzierung ebenfalls mithilft, ließ Preetz offen. „2017 (Präsentation der Stadionpläne, d. Red.) war noch nicht abzusehen, dass Lars Windhorst bei Hertha investiert, deshalb können Sie davon ausgehen, dass die Finanzierung auch ohne ihn zu stemmen ist“, sagte Preetz dem SPORTBUZZER.

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