26. Oktober 2021 / 21:31 Uhr

Joker retten Hertha BSC: Belfodil und Richter schießen Berlin weiter

Joker retten Hertha BSC: Belfodil und Richter schießen Berlin weiter

Ronald Tenbusch
Märkische Allgemeine Zeitung
 Fußball: DFB-Pokal, Saison 2021/2022, 2. Runde, SC Preußen Münster - Hertha BSC Berlin am 26.10.2021 in Münster Nordrhein-Westfalen. Berlins Torschütze Stevan Jovetic 2. v. l. bejubelt mit Dennis Jastrzembski links und Jurgen Ekkelenkamp das 0:1  
Am Ende durfte Hertha BSC über den Einzug in die 3. Pokal-Runde jubeln. © imago images/Kirchner-Media
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Hertha BSC steht nach einer Zitterpartie in der 3. Runde des DFB-Pokals. gegen Münster spielen die Berliner eine Halbzeit in Überzahl und tun sich doch schwer. Zwei Joker bringen die Erlösung.

Volle Konzentration hatte Hertha-Coach Pal Dardai vor dem Zweitrundenduell im DFB-Pokal gegen Preußen Münster von seinem Team gefordert. Zumindest die ersten 125 Sekunden sah es so aus, als hätten die Spieler seine Worte erhört. Eigenen Unzulänglichkeiten und der Kampfkraft des Regionalligisten Preußen Münster war es geschuldet, dass der Abend für die Berliner doch noch richtig anstrengend wurde. Dank langer Überzahl und zwei Joker-Toren reichte es am Ende dennoch zum 3:1 (1:1) und der nächsten Pokalrunde.

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"Wir sind sehr zufrieden, dass wir weiter sind. Wir haben uns auf ein hartes Pokalspiel eingestellt und das war es auch", sagte Dardai nach der Partie. Auf gleich sieben Positionen hatte der Ungar seine Mannschaft im Vergleich zum 1:0-Ligaerfolg gegen Gladbach verändert. Und schon nach wenigen Momenten wurde er dafür belohnt. Denn das Führungstor war eine wunderbare Kombination von drei Neuen. Jastrzembski legte eine Selke-Flanke mit dem Kopf auf den eingelaufenen Jovetic ab, der im Strafraum direkt abzog und Schulze-Niehuis im Preußen-Tor keine Chance ließ.

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Doch so gut die Berliner in die Partie starteten, so sehr ließen sie in der Folge nach. In einer zerfahrenen Partie waren es nun sogar eher die Gastgeber, die sich gefährlich im gegnerischen Strafraum zeigten. Nach guten Chancen durch Wegkamp (16.) und Thiel (25.) war es dann Deters, der in der 41. Minute den verdienten Ausgleich erzielte. Nach einem Pfostenschuss von Langlitz fehlte der Hertha-Abwehr die Orientierung. Linksaußen Deters nutzte die Unordnung und schob den Nachschuss zum 1:1 ein. "Wir haben gut angefangen. Und aus unerklärlichen Gründen hören wir dann auf, so aggressiv anzulaufen. Das ist ein Fehler gewesen", sagte Herthas Selke nach der Partie.

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Spätestens jetzt war das mit 11 000 Zuschauern ausverkaufte Preußenstadion wach und Hertha hatte den Pokalfight, den es unbedingt vermeiden wollte. Da kam es den Berlinern wie gerufen, dass Münsters Remberg sich in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit wegen einer offensichtlichen Schwalbe Gelb-Rot abholte. Doch auch in Überzahl tat sich die Hertha weiter schwer. Schüsse aus guter Position von Zeefuik (69.) und dem eingewechselten Belfodil (76.) waren über lange Zeit noch die besten Chancen.

26.10.2021, Nordrhein-Westfalen, Münster: Fußball: DFB-Pokal, Preußen Münster - Hertha BSC, 2. Runde, Preußenstadion. Berlins Marvin Plattenhardt (l-r) kämpft gegen Münsters Marvin Thiel um den Ball. Hinten steht Münsters Marcel Hoffmeier. Foto: Guido Kirchner/dpa -  Fotostrecken zu verwerten bzw. verwerten zu lassen. +++ dpa-Bildfunk +++
Ein echter Pokalfight: Herthas Jurgen Ekkelenkamp (l.) hatte gegen preußens Abwehr einen schweren Stand. © (c) Copyright 2021, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten

Kurz darauf fielen die Treffer für die Hauptstädter dann aber doch noch. zunächst konnte Schulze-Niehuis einen Fernschuss von Tousart nur abklatschen lassen. Den Abstauber verwertete Joker Belfodil zum 2:1 (79.). Nur vier Minuten später erhöhte der ebenfalls eingewechselte Richter auf 3:1 - sein dritter Treffer in den letzten drei Spielen. Es war die Entscheidung, denn die tapfer kämpfenden Preußen hatten nicht mehr die Kraft, hier nochmal zurückzuschlagen. Hertha steht damit in der 3. Runde und trifft schon am Freitag in der Bundesliga auf die TSG Hoffenheim.