29. September 2019 / 21:03 Uhr

Ibisevic und Co. schießen 1. FC Köln ab: Hertha BSC verschärft Krise beim Aufsteiger

Ibisevic und Co. schießen 1. FC Köln ab: Hertha BSC verschärft Krise beim Aufsteiger

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Hertha-Star Vedad Ibisevic war mit zwei Treffer gegen den 1. FC Köln Spieler des Spiels
Hertha-Star Vedad Ibisevic war mit zwei Treffer gegen den 1. FC Köln Spieler des Spiels © imago images/Moritz Müller
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Hertha BSC klettert, der 1. FC Köln bleibt im Tabellen-Keller. Mit einem deutlichen Auswärtssieg in Köln hat der Hauptstadt-Klub den zweiten Bundesliga-Erfolg in Folge eingefahren - und die Krise der Kölner verschärft. Vedad Ibisevic trifft nach seiner Einwechslung doppelt.

Während die Start-Krise bei Hertha BSC vorerst überwunden scheint, verschärft sich die Lage beim 1. FC Köln deutlich. Mit einem klaren 4:0 (1:0)-Erfolg in Köln ist der Hauptstadt-Klub in der Bundesliga-Tabelle auf Platz zehn gesprungen. Mit nun sieben Zählern ist die Hertha punktgleich mit Nord-Klub Werder Bremen, der dem BVB am Samstag ein Remis abtrotzte. Spieler des Spiels ist Vedad Ibisevic: Der in der 57. Minute eingewechselte Hertha-Stürmer erzielte einen Doppelpack (58. und 63. Minute). Zuvor brachte Javairo Dilrosun (23.) die Gäste in Führung. Dedryck Boyata (83.) setze per Kopfballtreffer der Schlusspunkt.

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Köln-Trainer Achim Beierlorzer war nach Abpfiff bedient: "Heute haben wir so verteidigt, wie es der Liga nicht würdig ist", schimpfte er bei Sky.

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Rote Karte nach Horror-Foul gegen Meré - Köln-Krise verschärft sich

Die in einem Sondertrikot als Zeichen für Vielfalt und Gleichberechtigung angetretenen Kölner steckten die frühe Auswechslung des verletzten Dominick Drexler (3.) zunächst gut weg und dominierten das Spiel. Auch, weil die Berliner entgegen der Ankündigung ihres Trainers Ante Covic ganz und gar nicht mutig begannen. Nach 14 Minuten hatte Jhon Cordoba die Führung und sein erstes Erstliga-Tor für den FC im 22. Spiel auf dem Kopf. Er scheiterte nach Flanke von Jonas Hector aus sieben Metern aber an Geburtstagskind Rune Jarstein (35) im Berliner Tor.

Völlig unerwartet fiel die Hertha-Führung. Dilrosun wurde 18 Meter vor dem Tor nicht angegriffen und traf mit einem Schuss mit kurioser Flugbahn, der letztendlich wohl unhaltbar für Timo Horn war. Der Treffer schockte die Kölner und gab den Berlinern Sicherheit. Fünf Minuten später vergab Vladimir Darida bei einem Schuss ans Außennetz aus kurzer Entfernung, aber spitzem Winkel das 0:2, Dilrosun lupfte den Ball nach schöner Einzelleistung auf die Latte (36.).

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Kurios dann der Platzverweis gegen den spanischen U21-Europameister Meré: Der trat Darida kurz hinter der Mittellinie mit gestrecktem Bein aufs Schienbein. Schiedsrichter Sören Storks gab zunächst Vorteil, dann Gelb und nach Ansicht der Videobilder Rot. Mittelfeldspieler Marco Höger rückte in die Innenverteidigung.

Die Kölner berappelten sich in der Halbzeit und rannten mutig an. Als FC-Schreck Ibisevic eingewechselt wurde, ging schon ein Raunen durchs Stadion. Als er jeweils nach Vorlage des Ex-Kölners Niklas Klünter traf, zwei weitere Male. Hertha-Coach Ante Covic bekreuzigte sich an der Seitenlinie schon beim 0:2. Er wusste: Sein erster Auswärtssieg als Bundesliga-Coach war perfekt.


Die Kölner Mannschaft von Trainer Beierlorzer befindet sich durch die nun dritte Niederlage in Folge mit drei Punkten auf Abstiegsplatz 17. Seit Ende August (2:1 gegen den SC Freiburg) hat der Geißbock-Klub nun nicht mehr gewonnen. Köln-Torhüter Timo Horn zeigte sich nach der Partie enttäuscht: "Alles, was schieflaufen kann, ist heute schief gelaufen. Wenn du hier mit einem Mann weniger dem Ergebnis hinterherrennst, wird es natürlich nicht einfacher. Wir müssen alles tun, damit man kein Tor kassiert. Das hatten sie uns heute voraus", sagte Horn nach der Partie bei Sky - besonders für die Fans tat es Horn leid: "Man darf im eigenen Stadion nicht untergehen. Wir wollten heute unbedingt gewinnen. Natürlich ist das ein Rückschlag."

Doppelpack-Schütze Ibisevic: "Dafür lebt ein Stürmer"

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Ganz anders war die Stimmungslage bei Herthas Doppelpacker Ibisevic. Der 35-Jährige zeigte sich stolz über den Erfolg und seine beachtliche Leistung: "Ich habe meine ganz Karriere hart dafür gekämpft, damit ich da stehe, wo ich bin. Das ist eigentlioch nicht normal. Aber ich will das unbedingt machen. Aber dafür lebt ein Stürmer."