05. November 2019 / 10:48 Uhr

Hertha-Legende Axel Kruse über Derby-Krawalle: "Ich habe mich geschämt"

Hertha-Legende Axel Kruse über Derby-Krawalle: "Ich habe mich geschämt"

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Hertha-Manager Michael Preetz (l.), Axel Kruse (M.) und Präsident Werner Gegenbauer sprachen am Montag zu den Mitgliedern.
Hertha-Manager Michael Preetz (l.), Axel Kruse (M.) und Präsident Werner Gegenbauer sprachen am Montag zu den Mitgliedern.
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Präsident Werner Gegenbauer und der Manager Michael Preetz von Hertha BSC sprachen bei der Diskussionsveranstaltung "Hertha im Dialog" mit den Vereinsmitgliedern über die aktuellen Themen im Verein.

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Bei der Diskussionsveranstaltung "Hertha im Dialog" für Mitglieder von Hertha BSC am Montagabend äußerte sich Manager Michael Preetz zum schwachen Auftritt bei der 0:1-Niederlage im Derby gegen Union Berlin und die neuen Möglichkeiten mit weiteren 100 Millionen Euro von Investor Lars Windhorst. Hertha-Legende Axel Kruse und Präsident Werner Gegenbauer kritisierten außerdem die Krawalle im Derby gegen Union Berlin und diskutierten mögliche Standorte der neuen Hertha-Arena.

Herthas Leistung im Derby:

Manager Preetz hat eine ausführliche Analyse des schwachen sportlichen Auftritts im Derby beim 1. FC Union angekündigt und das Team für seine Leistung deutlich kritisiert. „Wir haben ein schlechtes Spiel gemacht, ohne Wenn und Aber über 90 Minuten“, sagte der Sport-Geschäftsführer über die 0:1-Niederlage in der Bundesliga. Es sei „sehr, sehr ernüchternd“ gewesen.

In Bildern: Union Berlin siegt im Berlin-Derby mit 1:0 gegen Hertha BSC.

Unions Maskottchen Ritter Keule ballt die Fäuste vor Spielbeginn. Zur Galerie
Unions Maskottchen Ritter Keule ballt die Fäuste vor Spielbeginn. © dpa
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Als möglichen Grund nannte der frühere Stürmer, dass die Mannschaft von Trainer Ante Covic unter zu großem Druck verkrampft gewesen sein könnte. „Wir müssen uns hinterfragen, warum wir an dem Tag überhaupt nichts auf den Platz bringen konnten. Die Aufarbeitung mit dem Trainerteam läuft. Das war viel, viel zu wenig.“ Durch die zweite Niederlage in Serie liegt Hertha im Tabellen-Mittelfeld nur noch einen Zähler vor dem Stadtrivalen Union.

Fan-Krawalle im Derby:

Präsident Gegenbauer will auch nach den Ausschreitungen im Derby beim 1. FC Union auf Gespräche mit der aktiven Fanszene des Berliner Fußball-Bundesligisten setzen. „Das ist eine beschissene Situation, aber keine Situation, die uns dazu bringt, den Dialog nicht fortzuführen“, sagte der Vereinschef. Ein Teil derer, die „Straftaten“ begehen, dürfe nicht überlagern, was man gemeinsam versuche. Es gebe „keinen Zweifel, dass das der einzig richtige Weg ist“, betonte Gegenbauer.

Der Unternehmer berichtete, dass bei den Leuchtraketenschüssen aus dem Gästeblock beinahe auch Hertha-Aufsichtsratsvorsitzender Torsten-Jörn Klein mit Kindern auf der Tribüne betroffen gewesen sei. Nach der Partie hatte Union-Stürmer Sebastian Polter erzählt, dass er Angst um seine Familie gehabt habe und eine Rakete einen Meter neben seinen zwei Kindern und seiner Freundin eingeschlagen sei. „Ich habe mich geschämt“, sagte Herthas Ex-Stürmer Axel Kruse, der die Veranstaltung moderierte, über das Verhalten einiger Fans. „Das war peinlich.“

Derby Union gegen Hertha: Chaos vor dem Stadion an der Alten Försterei.

Vor dem Anpfiff des Derbys zwischen Union Berlin und Hertha BSC herrscht in Köpenick ein Verkehrschaos, teilweise zündeten die Fans Bengalos. Zur Galerie
Vor dem Anpfiff des Derbys zwischen Union Berlin und Hertha BSC herrscht in Köpenick ein Verkehrschaos, teilweise zündeten die Fans Bengalos. © Britta Pedersden/dpa

Schiedsrichter Deniz Aytekin hatte das Spiel für insgesamt fünf Minuten unterbrochen und beide Mannschaften zeitweise in den Kabinengang geschickt. Nach dem Abpfiff hatten vermummte Zuschauer aus dem Union-Block versucht, auf den Platz zu stürmen, wurden aber von den eigenen Profis zurückgedrängt. Den beiden Vereinen drohen empfindliche Strafen durch den Deutschen Fußball-Bund.

Geld von Investor Lars Windhorst:

Hertha BSC sieht sich auch durch die bevorstehende zweite Tranche der Investition von Geldgeber Lars Windhorst vor neuen Möglichkeiten auf dem Spielermarkt. „Das bringt uns in die Situation, dass wir in den nächsten Transferperioden sicherlich in anderen Dimensionen investieren können, als wir das in der Vergangenheit gewohnt waren“, sagte Geschäftsführer Michael Preetz. Man müsse jedoch bedenken, dass dem Club damit „auch nicht die Fußballwelt zu Füßen“ liege. Sowohl Neuverpflichtungen als auch Abgänge seien in der Winterpause „Optionen“.

Die Berliner dürfen schon sehr bald mit weiteren voraussichtlich 100 Millionen Euro von Investor Lars Windhorst rechnen. Die zweite Tranche nach den ersten 125 Millionen Euro, mit denen der Geldgeber über seine Beteiligungsgesellschaft Tennor 37,5 Prozent am Hauptstadtclub erworben hatte, werde „sehr zeitnah“ fließen, hatte ein Tennor-Sprecher zuletzt gesagt. Maximal kann Tennor 49,9 Prozent an der Hertha BSC GmbH & Co. KGaA, der Profi-Abteilung des Vereins, besitzen.

Aktuelles von Hertha BSC

Mit der ersten Tranche hatte der Club auch Verbindlichkeiten aus dem Rückkauf der Anteile eines früheren Geldgebers abgelöst. Die Investition in die Mannschaft solle über die nächsten vier, fünf Jahre getätigt werden, betonte Preetz. „Unsere Spielräume vergrößern sich ohne Frage. Wir halten es aber für wenig sinnvoll, das gesamte Kapital in nur einer Saison zu investieren.“

Möglicher neuer Stadion-Standort:

In der Debatte um ein mögliches neues Stadion von Hertha gibt es indes Bewegung zwischen den verschiedenen Parteien. Am Dienstag findet eine erste gemeinsame Besprechung zwischen Clubvertretern, Teilen der Senatsverwaltung und der Tegel Projekt GmbH statt, wie Herthas Stadionmanager Klaus Teichert berichtete. Dabei soll es unter anderem um den potenziellen Standort am Zentralen Festplatz nahe des Flughafens Tegel gehen.

Dies ist jedoch weiter nicht der bevorzugte Platz des Clubs für eine neue Arena. Diese will Hertha nach dem avisierten Auszug aus der bisherigen Spielstätte, dem Olympiastadion, im Jahr 2025 eröffnen. Teichert gab zu bedenken, dass es einen bestehenden Mietvertrag für den Festplatz bis 2028 gebe und keine ausreichende Verkehrsanbindung.

Diese Vorschläge für ein Hertha-Stadion wurden bereits gemacht.

Bei der Präsentation der Standortanalyse am 30. März 2017 wurde auch eine Neubauvariante im brandenburgischen Ludwigsfelde gezeigt. Zur Galerie
Bei der Präsentation der Standortanalyse am 30. März 2017 wurde auch eine Neubauvariante im brandenburgischen Ludwigsfelde gezeigt. © Verein

Deshalb plädiert der Club weiter für einen Standort auf dem Olympiagelände. Dort würde Hertha gerne auf dem Maifeld bauen, für das Denkmalschutz besteht, oder auf einer Fläche, auf der bislang Wohnungen stehen. Man habe der Wohnungsbaugesellschaft „so viele gute Angebote gemacht, dass möglicherweise auch mal eins auf fruchtbaren Boden fallen wird“, sagte Teichert.

Hertha-Präsident Werner Gegenbauer wertete es als positives Zeichen, dass der Senat den Wunsch des Clubs nach einem neuen Stadion inzwischen anerkenne. „Wir brauchen eine gemeinsame Zusammenarbeit, die funktioniert derzeit. Manchmal so, dass wir uns wundern, aber meistens gut“, sagte der Unternehmer.

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