11. September 2020 / 23:36 Uhr

Hertha-Trainer Bruno Labbadia nach "brutal bitterem" Pokal-Aus bedient – Braunschweig-Kapitän lobt Moral

Hertha-Trainer Bruno Labbadia nach "brutal bitterem" Pokal-Aus bedient – Braunschweig-Kapitän lobt Moral

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Hertha-Trainer Bruno Labbadia ärgert sich nach der Pokal-Schlappe gegen Braunschweig.
Hertha-Trainer Bruno Labbadia ärgert sich nach der Pokal-Schlappe gegen Braunschweig. © imago images/Revierfoto/Montage
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Pokal-Schock für Hertha BSC. In der ersten Runde im DFB-Pokal ist für den ambitionierten Bundesligisten nach einer Niederlage bei Eintracht Braunschweig bereits Endstation. Trainer Bruno Labbadia zeigte sich nach dem Aus bedient. Die Braunschweiger erhoffen sich dagegen einen Boost für die Zweitliga-Saison.

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Hertha BSC hat einen klassischen Fehlstart im DFB-Pokal hingelegt: Erstrunden-Aus, fünf Gegentore und das alles gegen einen Zweitliga-Aufsteiger. "Das war eine brutal bittere Niederlage", sagte Trainer Bruno Labbadia am Sky-Mikro nach dem spektakulären 4:5 (2:3) gegen Eintracht Braunschweig. Entsprechend bedient war Herthas Coach nach dem frühen Aus. "Wir haben uns selber geschlagen, wir konnten die ganzen individuellen Fehler, die wir in der Defensive gemacht haben, nicht auffangen", meinte Labbadia, der von "Slapstick-Toren" sprach.

Dabei war der Hertha-Trainer mit der spielerischen Leistung seiner ersatzgeschwächten Mannschaft durchaus zufrieden. "Mehr kannst du einen Gegner nicht bespielen", sagte Labbadia, deshalb sei die Niederlage schwer zu erklären. "Wir sind einfach enttäuscht. Wenn man jetzt sagen könnte, wir hätten ein schlechtes Spiel gemacht, könnte man es erklären." Konsterniert ergänzte er: "So ein Spiel habe ich in der Art selten erlebt."

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Hertha BSC: Schwolow spricht von "Albtraumspiel"

Auch Alexander Schwolow war der Frust anzumerken: "Das war ein Albtraumspiel", sagte der Hertha-Torhüter am Sky-Mikro. "Es lief echt alles schief, was schief laufen kann. Immer wenn wir dran waren, hat Braunschweig ein Ding reingeeiert", führte die neue Nummer eins der Berliner aus. Dabei sah der Neuzugang des SC Freiburg beim 0:1 selbst nicht gut aus. Martin Kobylanski traf aus gut 25 Metern per direktem Freistoß ins Torwarteck. "Mit viel Glück hole ich den raus. In der zweiten Minute geht es schon so los. Das passt zum Spiel", sagte Schwolow.

Die Braunschweiger sind dagegen obenauf: 500 Zuschauer waren gemäß der niedersächsischen Corona-Verordnung im Eintracht-Stadion zugelassen – sie machten angesichts der Dramaturgie dieser Partie aber zeitweise einen Lärm wie mehrere tausend. Vor allem nach dem Schlusspfiff brachen alle Dämme. Die Braunschweiger feierten, als wären sie gerade noch mal aufgestiegen. Der vor Saisonbeginn als Nachfolger von Marco Antwerpen verpflichtete Cheftrainer Daniel Meyer – eigentlich einer der ruhigeren Vertreter seiner Zunft – zeigte sich nach Abpfiff begeistert: "Das war überragend, was die Leidenschaft, die Bereitschaft und den Mut angeht", sagte der Ex-Aue-Coach.

Braunschweig-Dreierpacker Kobylanski lobt Team-Moral

Matchwinner bei den Löwen war ohne Zweifel Kapitän Martin Kobylanski. Der 26-Jährige, der sein Team erst vor zwei Monaten mit 18 Drittliga-Treffern zur Zweitliga-Rückkehr geschossen hatte, erzielte beim 5:4-Sieg drei Tore – und hob trotzdem nicht ab. Der Ex-Bremer lobte seine Mannschaft: "Wir haben Moral bewiesen und immer nachgelegt, wenn Hertha ein Tor gemacht hat", so Kobylanski. Wir haben einen großen Umbruch gehabt, versuchen eine Einheit zu werden und füreinander Gas zu geben. Heute haben wir das eindrucksvoll gezeigt."

Braunschweig-Trainer Meyer hofft angesichts der starken Team-Leistung auf einen Boost für die kommende Saison im Bundesliga-Unterhaus. "Wir haben heute auch sehr viele Fehler gemacht. Wenn du trotz der Rückschläge deinen Kopf oben hältst, macht das Mut für die Zweitliga-Saison. Da wird es einige Rückschläge geben", prophezeite der Coach. Die Braunschweiger haben gezeigt, dass sie damit umgehen können.