24. Januar 2021 / 13:19 Uhr

"Klarer Plan in der Trainer-Frage": Geschäftsführer Schmidt spricht über Zukunft von Hertha BSC

"Klarer Plan in der Trainer-Frage": Geschäftsführer Schmidt spricht über Zukunft von Hertha BSC

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Hertha-Boss Carsten Schmidt (l.) hat sich zur Trennung von Bruno Labbadia geäußert. Pal Dardai (unten) gilt als Kandidat für dessen Nachfolge.
Hertha-Boss Carsten Schmidt (l.) hat sich zur Trennung von Bruno Labbadia geäußert. Pal Dardai (unten) gilt als Kandidat für dessen Nachfolge. © imago images/Montage
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Nach der Trennung von Michael Preetz und Bruno Labbadia steht Hertha BSC vor einer personellen Neuausrichtung. Klubchef Carsten Schmidt sprach bei "Sky90" über die Gründe für das Aus von Manager und Trainer und die Pläne für die Zukunft. 

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Personal-Beben bei Hertha BSC: Neben Trainer Bruno Labbadia muss nach dem 1:4 gegen Werder Bremen auch Sport-Geschäftsführer Michael Preetz gehen. Ganz ohne Leitung stehen die Berliner indes nicht da. Am Sonntag erklärte der erst vor 55 Tagen berufene Vorsitzende der Geschäftsführung, Carsten Schmidt, warum es zur Trennung vom sportlichen Führungspersonal kam und wie es bei den Hauptstädtern nun weitergeht. Man habe nicht mehr "die Überzeugung" gehabt, in der bisherigen Konstellation eine Lösung zu finden, so Schmidt bei Sky90.

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"Die sportliche Situation ist kritisch, wir sind im Abstiegskampf", stellte der frühere Sky-Chef fest und begründete insbesondere, warum es zum Aus von Preetz kam, der seit 25 Jahren im Klub war und seit 2009 als Sportchef fungierte. "Das Präsidum hat gestern beraten und ist - auch unter Einbeziehung meiner Eindrücke aus den vergangenen Wochen - zu dem Schluss gekommen, dass die Entscheidung gefallen ist, dass Michael Preetz nicht mehr die Rolle spielt, die er bisher gespielt hat", so Schmidt. Nach dem letzten Spiel sei man zu keiner anderen Einschätzung gekommen.

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Die Trennung hätten sowohl Preetz, den bis zum Saisonende Ex-Nationalspieler Arne Friedrich beerbt, als auch Labbadia "sehr professionell" aufgenommen, so Schmidt weiter. "Ich habe mit Michael nur 55 Tage zusammenarbeiten können, es war aber eine sehr gute Zusammenarbeit", betonte der 57 Jahre alte Manager. "Ich hätte sie gern weitergeführt." Preetz werde "dem Verein auch in Zukunft die Daumen drücken, da ist alles im Reinen." Ebenso verhalte es sich bei Labbadia. "Er ist ein Vollprofi. Es tut mir leid, ich mag ihn, auch von seiner Lebensgeschichte", sagte Schmidt, der vor allem die "Akribie" des Ex-Stürmers lobte.

Schmidt ärgerte sich über das interne Leck, durch welches die Info der Entlassung bereits kurz nach Spielende an die Medien geriet. Labbadia wurde vor laufender Kamera damit konfrontiert. "Ich habe mich heute morgen bei Bruno entschuldigt", sagte Schmidt in einer digitalen Medienrunde am Sonntagmittag, "das ist eine Schlechtleistung von Hertha BSC, dass das den Weg in die Medien gefunden hat. Das ist nicht der Stil, den ich in Zukunft für Hertha BSC erwarte und prägen möchte."


Der Neue soll Mannschaft zusammenschweißen

Bei der Suche nach einem Nachfolger wollte Schmidt sich noch nicht in die Karten schauen lassen. "In der Trainer-Frage haben wir einen klaren Plan, den werden wir umsetzen", sagte Schmidt, der konkret auf Ex-Trainer Pal Dardai angesprochen wurde, der als möglicher Interimstrainer gehandelt wird. "Dardai ist möglich, viele andere sind möglich", wehrte der Geschäftsführer ab, der auch den ebenfalls ins Spiel gebrachten Ex-Leipzig-Boss Ralf Rangnick nicht ausschließen wollte: "Wir machen kein heiteres Namensraten".

Der neue Trainer soll - im Idealfall - aber am Dienstag bereits das Training leiten, sagte Schmidt in der Medienrunde. Ob es eine kurz- oder langfristige Lösung wird, auch darüber machte er keine Aussage. „Ich finde, wenn man Erfolg hat, dann ist es eigentlich nicht so wichtig, wie lange man die Vertragsgestaltung im ersten Schritt macht.“ Der Neue müsse "ausgewiesen Mannschaften zusammenschweißen" können, "wir brauchen eine Mannschaft, die auch als Mannschaft arbeitet". Er und Labbadia seien in einem Gespräch am Sonntagmorgen "ein Stück daran auch verzweifeln, dass wir eine individuell sehr gute Mannschaft haben, es aber noch nicht geschafft haben, eine Achse beziehungsweise Mannschaftsleistung auf den Platz zu kriegen, wo alle drei Mannschaftsteile nicht einzeln gut performen, sondern zusammen – und das über 90 Minuten." Das Ziel sei klar: "Wir wollen einen Neustart."