19. April 2021 / 14:10 Uhr

Hertha-Trainer Pal Dardai über Corona-Infektion: "Ich hätte nie gedacht, dass ich es bekomme"

Hertha-Trainer Pal Dardai über Corona-Infektion: "Ich hätte nie gedacht, dass ich es bekomme"

Stephan Henke
Märkische Allgemeine Zeitung
Pal Dardai muss im ersten Spiel nach seinem Comeback eine Niederlage hinnehmen. 
Pal Dardai ist mit seiner Frau Monika und Sohn Bence in Quarantäne. © dpa
Anzeige

Trainer Pal Dardai von Hertha BSC ist an Corona erkrankt und in Quarantäne. Der Coach berichtet in einer Medienrunde über seinen Zustand und darüber, wie er Hertha BSC auf die letzten sechs Spiele vorbereitet.

Anzeige

Hertha BSC ist aktuell in vierzehntägiger Quarantäne, unter anderem wurde Trainer Pal Dardai vergangene Woche positiv auf das Coronavirus getestet. "Es hieß: Dodi, Pal, Schluss, geht rein. Das zu erleben war schon eine komische Situation", berichtete Dardai in einer Medienrunde am Montagmittag, wie ihm das positive Ergebnis des Tests mitgeteilt wurde. Bewegend sei gewesen, dass Lukebakios erste Reaktion gewesen sei: "Ich hoffe, meine Frau hat es nicht."

Anzeige

Seither befindet sich Dardai mit seiner Frau und dem jüngsten seiner drei Söhne, Bence, in Quarantäne. "Monika hat auch Corona, sie leidet mehr, sie hat es mehr erwischt", berichtete Dardai, der "ein wenig Gliederschmerzen" gehabt habe, jetzt sei "alles top, alles gut". Viele Freunde und Nachbarn hätten angeboten, Essen vorbeizubringen. "Bence geht es auf den Sack, weil er wegen uns 14 Tage nicht zum Training gehen kann", sagte Dardai mit einem Lachen, erklärte aber auch, dass man die Krankheit absolut ernst nehmen solle: "Ich glaube, man kann nicht weglaufen davor. Ich hätte nie gedacht, dass ich es bekomme, auch bei der U16 haben wir viele Fälle gehabt", sagte Dardai.

Mehr zu Hertha BSC

Mit seinem Co-Trainer Andreas "Zecke" Neuendorf telefoniere er derzeit 15 Mal am Tag. "Der schlimmste Moment war, als ich gehört habe, dass Zecke auch nicht bei der Mannschaft dabei sein darf", erzählte Dardai. Neuendorf galt als Kontaktperson von Dardai und Co-Trainer Admir Hamzagic, der ebenfalls positiv getestet wurde. Damals war der Stand, dass die Herthaner weiter trainieren dürfen. Als am Abend auch bei Marvin Plattenhardt ein positiver Befund festgestellt wurde, musste schließlich das komplette Team in Quarantäne.



Dort versucht jetzt vor allem das Team um Athletik-Trainer Henrik Kuchno, der das virtuelle Training verantwortet, die Mannschaft fit zu halten. "Nach dem Online-Training, was richtig anstregend und professionell ist, ist es eben trotzdem kein Fußballtraining. Die ersten zwei, drei Tage (nach der Quarantäne, d. Red.) stehst du da, dann kommt ein Spiel und dann kommt eine Verletzung. Da musst du schlau sein", erklärte der Trainer, der Ende Januar das Amt von Bruno Labbadia übernommen hatte.

"Ich will nicht rumheulen"

Seither hatte er vor allem die Teamchemie verbessert, die Berliner traten als Mannschaft auf. "Ich glaube, dem Teamgeist schadet es nicht, wir haben schon vieles erlebt in den letzten paar Monaten", sagte Dardai. "Ich will nicht rumheulen oder jammern", ergänzte er, er wolle auf keinen Fall ein Alibi in der aktuellen Situation suchen, "es ist alles in unserer Hand". Wenn man aus der Quarantäne komme, sei man mit Sicherheit Vorletzter der Tabelle, "dann kannst du nichts mehr verlieren. Ich glaube, das ist gut, von hinten nach vorne zu schwimmen."

Er kündigte allerdings an, dass er beim eng getakteten Spielplan, der auf die Berliner in der Saisonendphase zukommt, häufiger wechseln werde. Deshalb sei er auch froh, dass er möglichen Verkäufen oder Leihen von Spielern im Winter nicht zugestimmt habe. "Ich glaube, jetzt ist ein Moment, wo wir jeden brauchen", sagte Dardai. Wie der kicker berichtete, befinden sich die verletzten Dedryck Boyata, Eduard Löwen und Luca Netz nicht in Quarantäne. Laut Dardai stehen die Chancen allerdings schlecht, dass die beiden ersteren noch einmal zum Einsatz kommen, bei Netz ist es ausgeschlossen.

Die neuen Marktwerte von Hertha BSC (Stand: 10. Februar 2021).

Nach dem jüngsten Marktwert-Update mussten fast alle Spieler von Hertha BSC Einbußen hinnehmen. Zur Galerie
Nach dem jüngsten Marktwert-Update mussten fast alle Spieler von Hertha BSC Einbußen hinnehmen. ©

Dardai lobte zudem die Zusammenarbeit mit Sportdirektor Arne Friedrich, der ein enormes Pensum abliefere. "Was er macht und tut, da kann man schnell ausbrennen - und das wollen wir nicht", sagte Dardai über seinen ehemaligen Mitspieler.