09. April 2022 / 21:09 Uhr

Demütigung nach Derbypleite: Hertha-Fans fordern Trikots von Profis – Spieler leisten Folge

Demütigung nach Derbypleite: Hertha-Fans fordern Trikots von Profis – Spieler leisten Folge

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Bei Hertha BSC spitzt sich die Lage nach der Pleite gegen Union Berlin zu.
Bei Hertha BSC spitzt sich die Lage nach der Pleite gegen Union Berlin zu. © IMAGO/camera4+
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Nach der Derbypleite gegen Union Berlin erlebten die Profis von Hertha BSC den vorläufigen Tiefpunkt der Saison. Die Fans forderten sie zum Ausziehen und zur Abgabe der Trikots auf – einige Spieler leisteten Folge. Die Stimmung ist angespannt.

Auf die sportliche Blamage folgte die persönliche Demütigung. Als die Profis von Hertha BSC nach der Derbyklatsche gegen Union Berlin in die Kurve ihrer Fans trotteten, gab es Beschimpfungen, böse Gesten und unübersichtliche Szenen. Offenbar folgte die deutliche Aufforderung an die Spieler, das Trikot des Klubs umgehend abzugeben. Maximilian Mittelstädt hatte diese Botschaft wohl zuerst erreicht, er leistete Folge und informierte seine Kollegen. Einige Mitspieler entledigten sich ebenfalls ihrer Hemden und ließen sie auf der Laufbahn vor der Tribüne zurück. Es war der vorläufige Tiefpunkt einer komplett verkorksten Saison.

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"Ich habe auch nur gehört, dass wir das Trikot ausziehen und dort hinlegen sollen", sagte der sichtlich um Zurückhaltung bemühte Mittelstädt am Sky-Mikrofon und ergänzte auf Nachfrage: "Ob es etwas mit Demütigung zu tun hat ... Ich möchte einen Konflikt vermeiden." Was genau vor den und von den Rängen abgelaufen ist, blieb somit zumindest ein wenig im Dunkeln. Klar ist: Die Lage bei der Hertha ist mehr als angespannt. Mittelstädt ergänzte noch: "Es tut uns leid für die Fans und den Verein." Die Leistung am Samstagabend sei "nicht zu erklären".

1:4 hatte die Hertha gegen den Stadtrivalen verloren. Der durch die Verpflichtung von Felix Magath erhoffte Impuls scheint schon jetzt verpufft. Seit vier Wochen ist der Trainerroutinier im Amt. Das erste Spiel nach seiner Vertragsunterschrift wurde gewonnen, Magath selbst fehlte beim 3:0 gegen die TSG Hoffenheim allerdings coronabedingt. Anschließend gab es eine knappe Niederlage bei Bayer Leverkusen (1:2), nun folgte das Debakel gegen Union. Nur weil die Konkurrenz ebenfalls schwächelt, kann man als Tabellen-17. weiter auf den Klassenerhalt hoffen.

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"Ich sehe es nicht so schwarz", sagte Magath nach der Partie bei Sky: "Die Gegner in den kommenden Wochen sind nicht ganz auf dem Niveau von Union Berlin. Da werden sich für uns Chancen eröffnen." Am nächsten Samstag geht es für Hertha zum FC Augsburg. Danach warten mit dem VfB Stuttgart und Arminia Bielefeld die beiden wohl direktesten Rivalen im Kampf gegen den Abstieg. Magath blieb bei seiner Analyse des Derbys insgesamt vage, gestand aber immerhin ein, dass es mit dem Klassenerhalt wohl nicht klappen werde, wenn sich die Leistung gegen Union wiederhole.

Zu den Szenen nach den Abpfiff meinte der Coach: "Dass die Fans bitter enttäuscht sind, verstehe ich." Die Vorgänge rund um die Trikots würden aber "der Situation nicht gerecht". Magath erläuterte: "Es ist nicht so, dass die Spieler nicht wollen. Wir haben gegen eine bessere Mannschaft verloren."