21. Februar 2021 / 17:44 Uhr

Hertha BSC und RB Leipzig in der Einzelkritik: Die Noten zur 0:3-Heimniederlage der Alten Dame

Hertha BSC und RB Leipzig in der Einzelkritik: Die Noten zur 0:3-Heimniederlage der Alten Dame

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Sami Khedira (l.) feierte gegen RB Leipzig sein Startelf-Debüt für Hertha BSC.
Sami Khedira (l.) feierte gegen RB Leipzig sein Startelf-Debüt für Hertha BSC. © Soeren Stache/dpa
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Hertha BSC verliert gegen RB Leipzig mit 0:3 (0:1) und scheitert erneut an der mangelhaften Chancenverwertung – Trainersohn Marton Dardai steht in der Startelf.

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Pal Dardai fühlte sich in der 71. Minute an die Trainingseinheiten der vergangenen Wochen mit Hertha erinnert. Leipzigs Tyler Adams hatte seinem Mittelfeldspieler Matteo Guendouzi im eigenen Strafraum den Ball abgeluchst und auf Nordi Mukiele abgelegt, der den Ball kompromisslos unter die Latte des Berliner Tors knallte. Guendouzi beschwerte sich vehement beim Schiedsrichter, der allerdings kein Foul sah. „Das ist kein Freistoß, das ist ein verlorener Zweikampf. Das habe ich im Training auch immer mit ihm, da pfeife ich das auch nicht, da ist er immer sauer“, erzählte Dardai im Sky-Interview nach der Partie über die Situation mit Guendouzi.

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Das 0:2 aus Berliner Sicht war die Vorentscheidung in der Partie am Sonntagnachmittag, der Fehler des Franzosen „tut weh“, meinte Dardai. Denn bis dahin hielt seine Mannschaft gegen Leipzig gut dagegen, am Ende stand es allerdings 0:3 (0:1). Inzwischen ist die Hertha seit acht Spielen sieglos und hat als Tabellenfünfzehnter nur noch einen Punkt Vorsprung auf den direkten Abstiegsplatz 17.

Hertha BSC in Noten: Die Einzelkritik zum 0:3 gegen RB Leipzig

Der SPORTBUZZER bewertet: Die Spieler von Hertha BSC in der Einzelkritik. Zur Galerie
Der SPORTBUZZER bewertet: Die Spieler von Hertha BSC in der Einzelkritik. ©

In der Startelf von Hertha gab es dabei die ein oder andere Überraschung. Während der Einsatz von Sami Khedira sich bereits angedeutet hatte, war der von Marton Dardai deutlich unerwarteter. Der 19-Jährige stand erstmals von Beginn an in der Hertha-Mannschaft. Trainer Pal Dardai zerstreute vor dem Anpfiff jeden Zweifel, dass sein Sohn einen Bonus bei ihm habe. „Mein Vater war mein Trainer in der ersten Liga in Ungarn und ich musste immer mehr arbeiten. Eigentlich ist es für die Kinder immer eine Arschkarte. Er muss immer alles doppelt machen, damit er überhaupt spielt“, sagte Dardai Senior vor der Partie am Sky-Mikrofon. Zudem lief Lukas Klünter in der Dreierkette auf der rechten Seite, Mathew Leckie im rechten Mittelfeld. „Nicht nur Marton, auch Klünter hat gut gespielt, die Dreierkette hat sehr gut funktioniert“, meinte Dardai.

Tatsächlich konnte die Berliner Defensive ihre Gegenspieler zunächst bändigen. In der 28. Minute musste sie allerdings einem Flatterball von Marcel Sabitzer hinterherschauen, der aus 30 Metern im Kasten von Rune Jarstein einschlug – ein Traumtor des Österreichers, das die 1:0-Führung für die Gäste bedeutete. Dardai sah das Unheil schon 30 Sekunden vorher auf seine Mannschaft zukommen. Vehement dirigierte er sie zum Verschieben, er hatte offenbar ein Ungleichgewicht erkannt. Ausgeglichen bekam sie es in der Folge gegen den Tabellenzweiten nicht mehr, der nach dem Erfolg nur noch zwei Punkte Rückstand auf den FC Bayern München hat. „Wir machen diese Wochen Champions-League-Erfahrungen“, sagte Dardai wegen des schweren Programms, das seine Mannschaft derzeit absolviert, „wir müssen uns nicht mit Leipzig messen“.


Hertha fehlt das "Quäntchen Glück"

Dabei sah er einige gute Chancen seiner Mannschaft, die sie wieder einmal nicht nutzte. Unter anderem lief Matheus Cunha nach einem Traumpass von Lucas Tousart alleine auf Leipzig-Schlussmann Peter Gulasci zu, der den Schuss parierte (51. Minute) – die Szene erinnerte an Cunhas Fehlschuss gegen Bayern vor zwei Wochen.

Zweimal klärte RB-Verteidiger Lukas Klostermann in letzter Sekunde und machte damit beste Chancen von Dodi Lukebakio (22.) und Nemanja Radonjic (80.) zu Nichte. „Das Quäntchen Glück“ habe gefehlt, meinte Dardai, „die Chancen waren da“. Auch mit der Zweikampfführung, dem Kampfgeist und der Ausstrahlung sei er zufrieden gewesen.

DURCHKLICKEN: Die RB-Elf in der Einzelkritik

(1) Peter Gulacsi: In der ersten Halbzeit nicht über Gebühr gefordert, wehrt nach Wiederbeginn einen Linksschuss von Cunha ab, ist immer Herr des Verfahrens und auch fußballerisch top unterwegs. Note 2. Zur Galerie
(1) Peter Gulacsi: In der ersten Halbzeit nicht über Gebühr gefordert, wehrt nach Wiederbeginn einen Linksschuss von Cunha ab, ist immer Herr des Verfahrens und auch fußballerisch top unterwegs. Note 2. ©

Nicht zufrieden konnte er allerdings mit dem erneuten Standard-Gegentor gewesen sein, nach einer Ecke flankte Sabitzer in die Mitte, wo Willi Orban einköpfen konnte (86.). Damit war die fünfte Niederlage im fünften Heimspiel gegen Leipzig endgültig besiegelt.