22. Mai 2020 / 12:39 Uhr

Hertha BSC und Union Berlin auf unterschiedlichen Wegen zum neuen Stadion

Hertha BSC und Union Berlin auf unterschiedlichen Wegen zum neuen Stadion

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Hertha BSC ist mindestens bis 2025 Mieter des Berliner Olympiastadions
Spätestens 2025 will Hertha BSC das Olympiastadion verlassen haben. © imago images/Eibner
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Das Berlin-Derby zwischen Hertha und Union muss wegen der Coronavirus-Pandemie ohne Zuschauer über die Bühne gehen. Trotz Corona liefen die Arbeiten an den Stadionplänen beider Vereine weiter und könnten bald wieder in kontroversen Diskussionen gipfeln.

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Die Corona-Krise beschert Hertha BSC und dem 1. FC Union in der Fußball-Bundesliga zwar ein Berliner Stadtderby ohne Zuschauer, nach dem Ende der Pandemie soll es neue Gespräche mit der Senatsverwaltung über die Stadionpläne der Clubs geben. "Soweit die Infektionsgefahr gebannt ist, werden wir wieder direkte Gespräche führen", sagte der Pressesprecher der Senatsverwaltung für Inneres und Sport, Martin Pallgen, der Deutschen Presse-Agentur im Hinblick auf die Stadionpläne von Hertha BSC.

Im Zeitraum der Corona-Pause ist eine Machbarkeitsstudie zu den beiden Standorten Flughafen Tegel und dem Festplatz am Kurt-Schumacher-Damm fertiggestellt worden und liegt nun der Senatsverwaltung vor. "Corona wirkte bisher wie ein Bremsklotz, deshalb gab es noch keine direkten Gespräche", sagte Pallgen.

Diese Vorschläge für ein Hertha-Stadion wurden bereits gemacht.

Bei der Präsentation der Standortanalyse am 30. März 2017 wurden zwei Neubauvarianten für eine neue Hertha-Arena präsentiert. Eine davon sah einen Neubau im brandenburgischen Ludwigsfelde vor, der bei den Fans wegen der weiten Entfernung auf große Proteste stieß. Zur Galerie
Bei der Präsentation der Standortanalyse am 30. März 2017 wurden zwei Neubauvarianten für eine neue Hertha-Arena präsentiert. Eine davon sah einen Neubau im brandenburgischen Ludwigsfelde vor, der bei den Fans wegen der weiten Entfernung auf große Proteste stieß. © Verein

Doch auch nach der Corona-Pandemie gibt es Hindernisse. "Wir arbeiten nach wie vor weiter dran", sagte Herthas Pressesprecher Markus Jung über den geplanten Stadionneubau, der eigentlich zu Saisonbeginn 2025 fertiggestellt sein soll. Bisher favorisierten die Charlottenburger ein Areal auf dem Olympiagelände oder auf dem Maifeld. Beide Standorte sind laut Senat nicht tragbar. Zum einen konnte sich Hertha nicht mit der Wohnungsgesellschaft einigen, der das Grundstück im Olympiapark gehört. Zum anderen ist laut Pallgen das "Maifeld aus vielerlei Gründen nicht bebaubar".

Zudem regte Investor Lars Windhorst im Februar im Interview mit dem "Manager-Magazin" den Bau einer größeren Arena an, die mehr Zuschauern Platz bietet anstatt den für 2025 geplanten rund 50 000 Zuschauern. "Dann könnten 50 000 Plätze vielleicht nicht mehr reichen, wenn wir Erfolg haben", sagte Windhorst.

Innensenator Andreas Geisel präferiert abseits der Zuschauerzahl das Gelände am Kurt-Schumacher-Damm. "Auf dem Festplatz, unmittelbar an Tegel angrenzend, gäbe es die Möglichkeit, ein Stadion zu errichten. Allerdings mit erheblichen Aufwendungen, mit einer derzeit noch schwierigen öffentlichen Anbindung. Darüber werden wir jetzt mit Hertha reden", sagte Geisel zuletzt der "Berliner Zeitung".

Aktuelles zum Berliner Derby

Viel entspannter blickt Lokalrivale Union auf den geplanten Stadionausbau, um die Statuten der Deutschen Fußball-Liga zu erfüllen. "Alle Arbeiten laufen ganz normal weiter", sagte Presse- und Stadionsprecher Christian Arbeit auf Nachfrage. Union will die Zuschauerzahl von derzeit 22 012 Besuchern auf 37 000 Zuschauer anheben - auch bei Union verzögerte sich das Vorhaben.

Arbeit hofft nun darauf, noch bis Ende Mai das Verkehrsgutachten zu erhalten. Wenn das neue Verkehrskonzept akzeptiert wird, folgen noch ein Umweltgutachten und ein Schallschutzgutachten. "Ziel ist es, das Planungsrecht bis zum Ende des Jahres zu erhalten», sagte Arbeit, «ich bin da sehr optimistisch." Corona-Krise und damit verbundene mögliche finanzielle Engpässe sollen das Projekt nicht beeinflussen.