27. Juli 2020 / 14:32 Uhr

Hertha BSC zum Trainingsstart: Aufbruch mit einem Jahr Verspätung

Hertha BSC zum Trainingsstart: Aufbruch mit einem Jahr Verspätung

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Hertha BSC verabschiedete sich versöhnlich aus der Spielzeit 2019/20.
Hertha BSC verabschiedete sich versöhnlich aus der Spielzeit 2019/20. © Christof Köpsel/Getty Images
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Nach der turbulenten Vorsaison startet Hertha BSC am Montag in die Vorbereitung auf die neue Spielzeit – mit mehr Sponsoren- und Investor-Millionen haben die Berliner hohe Ziele.

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Vor einem Jahr stieg Investor Lars Windhorst mit seiner Holding Tennor bei Hertha BSC ein. Es sollte der Start in eine neue Zeitrechnung sein. Mit Ante Covic kam ein neuer Trainer, mit Dodi Lukebakio kam damals für 20 Millionen Euro ein neuer Rekordtransfer, der die Ambitionen der Berliner unterstreichen sollte. Doch aus dem Aufbruch wurde ein Fehlstart, die Saison 2019/20 wird als eine der turbulentesten in der 128-jährigen Geschichte der Berliner eingehen, Stichwort Klinsmann, Corona oder Kalou-Video. Mit einem Jahr Verspätung soll nun Bruno Labbadia, der gegen Ende der abgelaufenen Saison das Traineramt übernahm und die Mannschaft spürbar stabilisierte, die Hertha zu neuen Höhenflügen führen – am Montag startete das Team in die Vorbereitung:

Stimmung: Der versöhnliche Abschluss der Vorsaison (Platz 10) scheint für eine gewisse Euphorie bei den Fans gesorgt zu haben. Als der Verein am Freitagmorgen die neuen Trikots veröffentlichte, brach der Online-Shop unter dem Ansturm zusammen. „Wir hatten bereits nach der ersten Stunde über 10 000 Aufrufe, was außergewöhnlich ist! Das hatten wir zuletzt 2019, da ging es aber um limitierte Trikots zum 30-jährigen Mauerfall-Jubiläum, nicht um die Saisontrikots – das ist ein gutes Zeichen für den Verein“, sagte Pressesprecher Marcus Jung der B.Z.

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Sponsor: Kurios: Auf den neuen Trikots fehlt noch der neue Hauptsponsor. Mit Tedi, seit 2018 auf der Brust, einigte man sich auf eine Auflösung des bis 2021 laufenden Vertrags, der den Berlinern rund 7,5 Millionen Euro pro Saison gebracht haben soll. Die Berliner wollen einen lukrativeren Vertrag für die neue Saison abschließen, der auch eine größere Außenwirkung haben soll als Discounter Tedi. Im Gespräch sind offenbar der Elektroauto-Pionier Tesla, der gerade im brandenburgischen Grünheide eine Megafabrik baut, und der Online-Händler-Riese Amazon. Der neue Deal könne den Berlinern bis zu 20 Millionen Euro pro Saison bringen, berichtet die Berliner Zeitung.

Zugänge: Fix ist bislang nur der Zugang von Lucas Tousart, der genau genommen aber schon im Januar für die neue Rekordsumme von 25 Millionen Euro verpflichtet wurde und direkt wieder an Olympique Lyon verliehen wurde. Ansonsten werden jede Menge namhafte Neuzugänge gehandelt. Insbesondere auf der Torwartposition herrscht Bedarf. Thomas Kraft beendete mit 31 Jahren seine Karriere, Rune Jarstein wackelte in der vergangenen Saison mehrfach. Zwar kehrt Nils Körber von seiner zweijährigen Leihe vom VfL Osnabrück zurück, doch es soll noch ein Keeper kommen, der Jarstein direkt Druck machen kann. Die Namen von Kevin Trapp (Eintracht Frankfurt), Yvon Mvogo (RB Leipzig) oder Jiri Pavlenka (Werder Bremen) geistern dabei durch die Presse. Daneben suchen die Berliner noch nach einem Rechtsverteidiger, einem zentralen Mittelfeldspieler, einem offensiven Außen und einem Mittelstürmer – mit den insgesamt 374 Millionen Euro, die Windhorst investieren will, sind die Berliner für den Transfersommer gut gerüstet und dürften das ein oder andere Ausrufezeichen setzen.

In Bildern: Das sind die Zu- und Abgänge von Hertha BSC zur Saison 2020/21.

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Abgänge: Am Wochenende berichteten französische Medien darüber, dass Meister Paris Saint Germain und Inter Mailand Interesse an Matheus Cunha haben soll, der erst in der Winterpause für 18 Millionen Euro von RB Leipzig nach Berlin kam und der beste Spieler der Rückrunde war. Deshalb dürfte Hertha einem möglichen Wechsel einen Riegel vorschieben. Die Leihgaben Marco Grujic (FC Liverpool) und Marius Wolf (Borussia Dortmund) kehren zu ihren Vereinen zurück, dazu wurden die Verträge von Vedad Ibisevic, Salomon Kalou und Alexander Esswein nicht verlängert, Per Skjelbred wechselt in seine norwegische Heimat zu Rosenborg Trondheim.

Vorbereitung: Die Berliner verzichten auf ein Trainingslager und absolvieren die komplette Vorbereitung in Berlin. Mit Mobilitäts- und Lauftests startete Hertha am Montagvormittag in die Saisonvorbereitung. Am Dienstag bittet Labbadia seine Mannschaft – unter Ausschluss der Öffentlichkeit – zum ersten Training auf dem Platz. Testspiele sind bislang noch nicht bekannt. Am 18. September startet die neue Bundesligasaison, eine Woche zuvor der DFB-Pokal.

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Ziele: Nach seinem Einstieg mitten in der Corona-Pause hat Labbadia nun die Chance, eine vollständige Vorbereitung mit den Berlinern anzugehen. Deshalb dürften die Hoffnungen groß sein, dass nach der verkorksten Vorsaison nun der geplante Aufbruch zur erweiterten Bundesliga-Spitze tatsächlich gestartet werden kann. Dem 54-Jährigen steht ein guter Kader zur Verfügung, der durch die geplanten Transfers – wenn die neuen Spieler sofort weiterhelfen können – durchaus das Potenzial für die Top sechs haben könnte.