18. Dezember 2021 / 20:56 Uhr

Doppelpack von Hertha-Profi Marco Richter schockt BVB - Rückstand auf FC Bayern wächst

Doppelpack von Hertha-Profi Marco Richter schockt BVB - Rückstand auf FC Bayern wächst

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Die Vorentscheidung: Marco Richter bejubelt seinen Treffer zum 3:1, Dortmunds Nico Schulz (links) dreht enttäuscht ab.
Die Vorentscheidung: Marco Richter bejubelt seinen Treffer zum 3:1, Dortmunds Nico Schulz (links) dreht enttäuscht ab. © IMAGO/Sebastian Räppold/Matthias Koch
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Borussia Dortmund überwintert in der Bundesliga mit neun Punkten Rückstand auf Herbstmeister FC Bayern. Der BVB verlor am Samstag zum Hinrunden-Abschluss bei Hertha BSC nach schwacher zweiter Hälfte. Matchwinner für die Berliner war Marco Richter.

Borussia Dortmund hat den Rückstand auf Tabellenführer FC Bayern München in seinem letzten Bundesliga-Hinrundenspiel auf neun Punkte anwachsen lassen. Der BVB unterlag am Samstag vor allem aufgrund einer schwachen zweiten Hälfte mit 2:3 (1:0) bei Hertha BSC und kassierte damit seine fünfte Punktspielniederlage der laufenden Saison. Die Bayern hatten am Freitagabend vorgelegt und ihr Konto mit dem 4:0-Heimsieg gegen den kriselnden VfL Wolfsburg auf 43 Zähler geschraubt, während die Borussia nun bei 34 stehen bleibt. Die Berliner dagegen verschafften sich mit dem Erfolg Luft im Abstiegskampf und überwintern im Tabellenmittelfeld.

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Beide Trainer bauten ihre Mannschaften auf einigen Positionen um. Hertha-Coach Tayfun Korkut brachte im Abwehrzentrum Jordan Torunarigha und verhalf Linksverteidiger Peter Pekarik zum Comeback, nachdem der Slowake zuvor in zwei Begegnungen nicht einmal im Kader gestanden hatte. Im Angriff vertraute Korkut auf Ishak Belfodil und Myziane Maolida. Der zuletzt starke Stevan Jovetic fiel wegen Wadenproblemen ebenso aus wie Mittelfeldspieler Suat Serdar wegen einer Knöchelblessur im Knie. BVB-Trainer Marco Rose musste im Tor auf den erkrankten Gregor Kobel verzichten, den Marwin Hitz ersetzte. Auch Abwehrchef Mats Hummels fehlte, für ihn rückte Marin Pongracic in die Anfangself. Da Hummels etatmäßiger Partner im Abwehrzentrum, Manuel Akanji, verletzungsbedingt ebenfalls nicht zur Verfügung steht, rückte Mittelfeld-Stratege Axel Witsel auf diese Position. Der lange verletzte Dan-Axel Zagadou erhielt nach vielen Einsätzen in den vergangenen Wochen eine Pause. In der Offensive stellte Rose seinem Torjäger Erling Haaland den niederländischen Neuzugang Donyell Malen zur Seite.

VAR erkennt Hertha-Treffer ab

Beide Mannschaften verzeichneten bereits in der Anfangsphase Tormöglichkeiten, der erste Treffer gelang aber den Berlinern. Nach einem Zuspiel von Pekarik verpasste Emre Can die Rettungstat. Jurgen Ekkelenkamp war zur Stelle und überwand Hitz zur vermeintlichen 1:0-Führung für die Gastgeber (15.). Auf Intervention des Videoassistenten (VAR) schaute Schiedsrichter Marco Fritz sich den Treffer jedoch noch einmal an - und nahm diesen zurück. In der Entstehung des Tores hatte Belfodil aus dem Abseits heraus Witsel geblockt.

Die Hertha war gut im Spiel und attackierte den BVB im Aufbau. So hatten die Dortmunder wenig Räume, kamen nach etwas mehr als einer halben Stunde aber dennoch zum Führungstreffer. Nach einem Antritt von Mahmoud Dahoud legte Haaland die Kugel ab auf den in den Strafraum startenden Julian Brandt, der Keeper Alexander Schwolow zum 1:0 für den BVB überwand (31.). Der Nationalspieler untermauerte damit seine gute Form - es war sein drittes Bundesliga-Tor in den vergangenen vier Partien. Ein weiterer Dortmunder-Treffer durch Witsel zählte nicht (43.), weil der Belgier bei der Aktion deutlich im Abseits stand. Es blieb damit zur Pause beim knappen Vorsprung der Schwarz-Gelben.

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BVB-Einbruch in Berlin nach der Pause

In die zweite Hälfte begannen beide Teams ohne personelle Veränderungen. Die Gäste starteten zu passiv in den zweiten Durchgang und wurden dafür rasch bestraft. Nach einem langen Ball marschierte Belfodil der BVB-Defensive davon, insbesondere Witsel sah im Laufduell nicht gut aus. Und auch Hitz machte keine glückliche Figur, als der Hertha-Angreifer ihm den Ball unter dem Bauch hindurch zum 1:1 ins Netz spitzelte (51.). Wenig später hatte der Hauptstadtklub die Begegnung gedreht. Erneut agierten die Dortmunder zu schläfrig, ließen Marco Richter aus halbrechter Position Maß nehmen - und dessen Schuss schlug im langen Eck hinter Hitz zum 2:1 ein (57.). Zusätzlicher Rückschlag für die Borussia: Kapitän Marco Reus, der schon zur Pause leicht humpelte, musste ausgewechselt werden. Für ihn kam Thorgan Hazard (58.). Der Belgier stocherte keine zwei Minuten nach seiner Hereinnahme schon ein Haaland-Zuspiel zum vermeintlichen 2:2 über die Linie (61.), der Vorlagengeber stand jedoch im Abseits.

Der BVB verzeichnete durch Dahoud, der einen Querpass des mit Tempo durchgestarteten Malen von der rechten Seite deutlich am Tor vorbei drosch, eine Möglichkeit, auszugleichen (66.). Stattdessen leitete Brandt mit einem ebenso leichtsinnigen wie unnötigen Fehlpass am eigenen Strafraum das 3:1 für die Hertha ein. Ekkelenkamp fing die Kugel ab, leitete weiter zu Belfodil, dessen Volley Hitz zunächst noch parierte. Gegen den Nachschuss von Richter aus dem Hinterhalt war der Schweizer Keeper aber machtlos (69.). Rose reagierte nochmals, brachte Raphael Guerreiro, Marius Wolf und Zagadou für Nico Schulz, Thomas Meunier und Witsel. Korkut indes wechselte Linus Gechter und Lucas Tousart für Richter und Vladimir Darida ein (72.). Mit der Hereinnahme von Steffen Tigges für Brandt zog Rose seine letzte offensive Option (81.). Und der Sturm-Backup verkürzte prompt zum 2:3 (83.). Der BVB drückte in den Schlussminuten noch einmal, der Ausgleich glückte aber nicht mehr.

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