10. April 2022 / 09:58 Uhr

"Kein Wehren, kein Kampf": Hertha-Coach Magath zeigt Verständnis für Fan-Unmut nach Derby-Pleite

"Kein Wehren, kein Kampf": Hertha-Coach Magath zeigt Verständnis für Fan-Unmut nach Derby-Pleite

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Krisenstimmung bei Hertha BSC: Nach der Derby-Pleite gegen Union waren Spieler und Trainer Felix Magath bedient. 
Krisenstimmung bei Hertha BSC: Nach der Derby-Pleite gegen Union waren Spieler und Trainer Felix Magath bedient.  © Sören Stache/dpa
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Nach der enttäuschenden Leistung der Hertha im Berliner Derby gegen Union Berlin mitsamt Fan-Eklat nach dem Spiel hat Trainer Felix Magath am Sonntagmorgen Rede und Antwort gestanden. An der Leistung seines Teams übte er harte Kritik. Der Routinier kann den Fan-Unmut zudem verstehen. 

Nach dieser Niederlage ist die Stimmung bei Hertha BSC endgültig im Keller. Die 1:4-Pleite im Derby gegen Stadtrivale Union Berlin vom Samstagabend lässt auch Trainer Felix Magath nicht kalt. "Ich habe schon bessere Nächte erlebt und war schon ausgeschlafener", gewährte der 68-Jährige am Sonntagmorgen bei Bild-TV Einblicke in seine Gefühlswelt. Wie auch viele Fans war der Trainer-Routinier überhaupt nicht zufrieden mit der Hertha-Leistung: "Was sich entwickelt hat, ist scheinbar ein Team, das keine Mannschaft ist. Sie kommen einfach nicht miteinander auf dem Feld zusammen, sondern das sind alles Einzelaktionen", schimpfte Magath.

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Für den Mangel an Zusammenhalt gebe es tieferliegende und über längere Zeit entstandene Gründe: "Nichts passiert richtig koordiniert. Deswegen macht es den Eindruck für die Fans, die natürlich zu Recht enttäuscht sind, als ob die Spieler gar nicht wollten", sagte Magath, der sich nach zuletzt guter Trainingsleistung aber überrascht zeigte: "Das zeigt ja auch, dass sich die Spieler eigentlich wehren wollen, aber sie können es nicht umsetzen. Sie haben es nicht auf den Platz gebracht. Deswegen ist das natürlich enttäuschend gewesen und hat die Fans zu ihrem Unmut geführt, das zwar die Laufbereitschaft da war, aber eben kein Wehren, kein Kampf aufgetreten ist."

Besonders einprägsam waren die Bilder nach dem Spiel, als es zur Konfrontation der Spieler mit der aktiven Fanszene kam: Vor der Osttribüne forderten die Fans die Spieler auf, ihre Trikots abzulegen. Viele Spieler kamen der Aufforderung nach. Magath kann den Frust der Fans verstehen: "Der Unmut, der wächst, ist natürlich verständlich, das ist gar keine Frage. Aber er hilft uns jetzt in dieser Situation nicht", sagte Magath. Eigentlich hätten die Fans die Mannschaft zuletzt gut unterstützt. "Das Problem ist, dass wir es nicht verstehen, eben durch Einsatz diese Unterstützung der Fans dann auch auf dem Platz umzusetzen", stellte der Trainer fest. "Wie kriege ich die Spieler dazu, dass sie auf dem Platz zusammen arbeiten, zusammen sich wehren, zusammen kämpfen? Denn, da sind wir uns ja alle einig, so wie der Auftritt gestern war, wird es für uns natürlich schwer."

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Magath will "für Hertha alles geben"

Als sportlichen Weltuntergang sieht Magath die Niederlage weiterhin nicht: "Eigentlich ist dieser Spieltag für uns kein Spieltag gewesen, wo wir verloren haben. Denn unsere Mitbewerber um Platz 16 und Platz 15 haben ja auch verloren", ordnete er ein. Man wolle in den kommenden Tagen nun alle Weichen stellen, um am kommenden Wochenende beim Kellerduell auswärts gegen den Tabellen-15. FC Augsburg und in der Woche darauf gegen den VfB Stuttgart ein anderes Gesicht zu zeigen. "Jetzt haben wir Mannschaften gegen uns, die auf unserer Höhe sind. Deswegen glaube ich auch, dass es für uns jetzt leichter wird, unser Spiel zu finden", so Magath, der auf ein Zusammenreißen hofft: "Es geht weder um mich noch um irgendeinen Spieler. Es geht um Hertha. Darum, dass wir bereit sind, für Hertha alles zu geben."