17. Mai 2020 / 21:26 Uhr

Hertha-Jubel, Auswechslungen, TV-Rekordquoten: So lief der erste Bundesliga-Geisterspieltag

Hertha-Jubel, Auswechslungen, TV-Rekordquoten: So lief der erste Bundesliga-Geisterspieltag

Heiko Ostendorp
RedaktionsNetzwerk Deutschland
 Beim ersten Bundesliga-Spieltag nach der Corona-Pause sorgte unter anderem der Jubel der Hertha-Profis für Wirbel. 
Beim ersten Bundesliga-Spieltag nach der Corona-Pause sorgte unter anderem der Jubel der Hertha-Profis für Wirbel.  © imago images/Laci Perenyi/Montage
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Am Samstag hat die Bundesliga nach mehr als zwei Monaten wieder ihren Spielbetrieb aufgenommen. Neben dem erhöhten Wechselkontingent stand vor allem der Jubel der Profis im Fokus. Ein Team sorgte dabei für mächtig Wirbel. Ein Überblick. 

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Fast nichts war wie vor der 66-tägigen Corona-Pause an diesem 26. (Geister-)Spieltag der Bundesliga. Kuriositäten gab es bereits im Vorfeld ohne Ende – wie die Sperre von Augsburgs Trainer Heiko Herrlich nach dessen Supermarktausflug. Doch auch in und um die Stadien passierten an diesem Wochenende Dinge, über die man noch lange reden wird.

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Jubel: Die meisten Torschützen feierten kreativ, doch vor allem bei Hertha BSC sorgte das Missachten der DFL-Regeln für Wirbel. Beim 3:0-Sieg in Hoffenheim umarmten sich die Spieler, sprangen sich in die Arme – Dedryck Boyata knutschte Torschütze Marko Grujic sogar. Berlins Trainer Bruno Labbadia zeigte Verständnis: "Wir sollten die Kirche im Dorf lassen. Wir sind alle getestet worden und umarmen uns nur selber und nicht den Gegner. Emotionen gehören dazu, sonst brauchen wir dieses Spiel erst gar nicht zu spielen." Auch die DFL drückte ein Auge zu und wird das Vergehen nicht sanktionieren.

Fan-Ansammlungen vor den Stadien blieben aus

Fans: Die befürchteten Versammlungen vor den Stadien und in den Städten blieben aus, Proteste gegen die Geisterspiele gab es lediglich auf Plakaten wie in Augsburg: "Der Fußball wird leben – Euer Business ist krank" oder in Köln: "Bundesliga um jeden Preis". Derweil plädierten die Ministerpräsidenten Michael Kretschmer (Sachsen/CDU) und Stephan Weil (Niedersachsen/SPD) dafür, in der kommenden Saison wieder Fans zuzulassen: "Nach der Sommerpause müssen wir klären, ob Stadion auch mit weniger Abstand geht, weil die Infektionsrate so niedrig ist und es eine Kontaktnachverfolgungs-App gibt, falls doch ein Infizierter dort war", sagte Weil der Bild am Sonntag.

Die Sportwelt blickt auf die Bundesliga: Die Pressestimmen zum Restart

Die Rückkehr der Bundesliga aus der Corona-Zwangspause wurde auch im Ausland aufmerksam verfolgt. Der <b>SPORT</b>BUZZER hat die Reaktionen der internationalen Presse zusammengefasst. Zur Galerie
Die Rückkehr der Bundesliga aus der Corona-Zwangspause wurde auch im Ausland aufmerksam verfolgt. Der SPORTBUZZER hat die Reaktionen der internationalen Presse zusammengefasst. ©

Auswechslungen: Erstmals in der Bundesliga-Historie waren den Trainern fünf Wechsel erlaubt – ausgerechnet Schalkes Coach David Wagner sicherte sich diesen Eintrag in die Geschichtsbücher bei der 0:4-Klatsche im Derby bei Borussia Dortmund. Paderborns Steffen Baumgart hatte beim 0:0 in Düsseldorf als erster Trainer die vierte Auswechslung vollzogen.

Sky verbucht Rekordquoten dank Bundesliga-Neustart

TV: Bayerns Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge hatte der Bundesliga im Vorfeld ein "Milliardenpublikum" prophezeit – ganz so weit kam es noch nicht. Dennoch sicherte der Neustart Rechteinhaber Sky Rekordquoten. Noch nie sahen so viele Menschen die Übertragung der Bundesliga wie an diesem Wochenende: 3,68 Millionen Zuschauer waren über die Pay-TV-Option vor den Bildschirmen mit dabei, 2,45 Millionen sahen die Konferenz im Free-TV, wo die ersten beiden Spieltage laufen. Der Marktanteil am Samstagnachmittag lag bei 27,2 Prozent. Dabei spielte es dem Sender natürlich in die Karten, dass die "Konkurrenz" anderer Sportarten und des Amateurfußballs komplett wegfiel.

Fazit: Auch wenn die Reaktionen insgesamt positiv ausfielen, äußerten sich viele Protagonisten dennoch kritisch wie Freiburgs Trainer Christian Streich ("Es war extrem komisch") oder Paderborns Coach Baumgart: "Ich möchte mich daran nicht gewöhnen." Dortmunds Boss Hans-Joachim Watzke ist dagegen überzeugt: "Es gibt keine Alternative. Ich bin froh, dass es jetzt weitergeht. Wenn wir jetzt beweisen, dass dieses Konzept trägt, wird auch die Zustimmungsrate in einigen Wochen eine ganz andere sein."