24. Juli 2017 / 17:15 Uhr

Hertha-Legende Erich „Ete“ Beer schwärmt: "Meine schönste Zeit"

Hertha-Legende Erich „Ete“ Beer schwärmt: "Meine schönste Zeit"

Ronny Müller
Märkische Allgemeine Zeitung
Erich Beer und Franz Beckenbauer
Im September 1976 führte Erich Beer (r.) Hertha als Kapitän gegen Bayern München um Franz Beckenbauer ins Olympiastadion. Das Spiel vor 65 000 Zuschauern endete 1:1. © Imago
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Erich „Ete“ Beer über Verlockungen aus München, Siege, Niederlagen und besondere Freundschaften.

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Erich Beer freut sich auf die Jubiläums-Woche. Am Montag ist der 70-Jährige in Berlin angekommen. Bis zum Sonntag bleibt die Hertha-Legende da und feiert das 125. Jubiläum des Fußball-Bundesligisten inclusive der heutigen Ausstellungseröffnung und dem Spiel gegen Liverpool am Samstag. Mit der MAZ sprach der einstige Nationalspieler über:

Seine Zeit bei Hertha BSC: „Ich war acht Jahre da, das war meine schönste und beste Zeit als Fußballer“, erzählt Beer, den viele nur als „Ete“ kennen. Der Mittelfeldspieler wurde zwischen 1971 und 1979 mit Hertha Vizemeister, erreichte zweimal das Pokalfinale und das Halbfinale des Europacups. „Seitdem bin ich Hertha treu.“ Sieben bis acht Spiele pro Saison schaut er sich an. Entweder in Berlin oder bei Auswärtsspielen in Süddeutschland. Im Olympiastadion ist er ein gern gesehener Gast.

Das erste Jahr in Berlin: „Bevor ich aus Essen kam, war Hertha Dritter geworden. Ich wechselte nach Berlin, um Meister zu werden“, erinnert sich Beer. Doch der Bundesliga-Skandal kam dazwischen, nach und nach wurden Herthaspieler gesperrt. Sogar Co-Trainer Hans „Gustav“ Eder musste als Spieler aushelfen. Beer: „Wir konnten froh sein, dass wir noch Sechster wurden.“ Bayern München wollte Beer verpflichten. „Aber die Hertha-Bosse haben auf mich eingeredet. Sie wollten mit mir eine neue Mannschaft aufbauen“, erzählt Beer. „Ich bin froh, dass ich geblieben bin.“

Erfolge: 1975 wurden die Berliner Vizemeister. 1977 und 1979 erreichte die Mannschaft das Pokalfinale. Und im Uefa-Cup zog Hertha 1979 sogar bis ins Halbfinale ein. „Das waren Erlebnisse, die Freude machten.“

Das Hertha-Schiff hier noch an Land, liegt mittlerweile in Wustermark. Hoffentlich bald ist das Gründungsboot wieder auf der Spree unterwegs. Zur Galerie
Das Hertha-Schiff hier noch an Land, liegt mittlerweile in Wustermark. Hoffentlich bald ist das Gründungsboot wieder auf der Spree unterwegs. ©
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Niederlagen: Die beiden Pokalendspiele gingen verloren. „Unglücklich“, wie Beer betont. Ebenso wie das Halbfinale gegen Roter Stern Belgrad, in dem Hertha nur aufgrund der Auswärtstorregel ausschied.

Besondere Momente: In der 2. Runde des Europacups 1978/79 kam Hertha trotz eines 0:1 bei Dynamo Tiflis weiter. „Die Fans sind in unserer Chartermaschine mitgeflogen und waren im gleichen Hotel. Nach dem Spiel haben alle zusammen gefeiert und die Bar komplett leergetrunken.“ Damals hatten sich auch drei Herthafans aus Ost-Berlin in den Tross geschmuggelt. Beer sorgte dafür, dass sie mit dem Mannschaftsbus zum Training fahren konnten. „Daraus ist eine tolle Freundschaft entstanden. Ich habe sie später oft in Ost-Berlin besucht.“

Hanne Sobek: Beer hat die Hertha-Legende (deutscher Meister 1930 und 1931) noch kennengelernt. „Er kam manchmal zu uns in die Kabine, um uns zu motivieren. Er war ein Idol.“

Michael Preetz: Beer war mit 83 Toren in 253 Spielen viele Jahre Herthas Bundesliga-Rekordschütze. Bis der heutige Manager Michael Preetz (195 Spiele/84 Tore) vorbeizog. „Ich wäre natürlich gerne Nummer eins geblieben“, gibt Beer zu. „Aber seit ich Michael kennengelernt habe, sind wir befreundet. Dann habe ich ihm die Daumen gedrückt.“

Gesundheit: „Ich bin fit“, sagt Beer. Vor sechs Jahren ist er mit seiner Frau den Jakobsweg gelaufen. Vergangenes Jahr fuhr das Paar per Fahrrad die Elbe von Cuxhaven herauf. Bis Magdeburg, dann mussten sie wegen eines Trauerfalls in der Familie abbrechen. 2018 wollen sie von Magdeburg bis zur Quelle in Tschechien weiterradeln.

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