15. Oktober 2020 / 14:17 Uhr

Hertha-Boss Preetz über Länderspiel-Phasen in Corona-Zeiten: "Vereine müssen die Zeche zahlen"

Hertha-Boss Preetz über Länderspiel-Phasen in Corona-Zeiten: "Vereine müssen die Zeche zahlen"

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Hertha-Sportchef Michael Preetz blickt in Zeiten von Corona kritisch auf die Länderspielphasen.
Hertha-Sportchef Michael Preetz blickt in Zeiten von Corona kritisch auf die Länderspielphasen. © Getty
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Nach der positiven Corona-Diagnose von Neuzugang Matteo Guendouzi hat Hertha-Sportchef Michael Preetz bekräftigt, dass Länderspielphasen in Corona-Zeiten vor allem für die Vereine mit einem Risiko verbunden sind.

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Immer mehr Coronavirus-Fälle auch im Profifußball: Nach Ex-Weltfußballer Cristiano Ronaldo hat es nun unter anderem auch Matteo Guendouzi erwischt. Der Neuzugang von Hertha BSC, erst kurz vor Transferschluss verpflichtet, wurde nach seiner Rückkehr von der Länderspielreise positiv auf Covid-19 getestet, wie der Bundesligist am Donnerstag bestätigte. Berlins Sport-Geschäftsführer Michael Preetz blickt nicht ohne Kritik auf Länderspielphasen in Corona-Zeiten, wie er auf der Hertha-Pressekonferenz erklärte.

"Die Vereine müssen die Zeche bezahlen für alles, was in dieser Zeit passiert", sagte der Ex-Profi mit Blick auf die jüngsten Fälle, insbesondere den von Guendouzi, der eigentlich Herthas neuer Hoffnungsträger im Mittelfeld werden solle, nun aber in eine zehntägige Quarantäne muss. "Wir wissen, dass sich an jedem Standort maximal bemüht wird, die Hygiene- und Abstandregeln einzuhalten", räumte Preetz ein, der allerdings betonte, dass "Reisen und Aufeinandertreffen zusätzlich riskant" seien. Guendouzi, der zuvor bei Stamm-Klub Arsenal kaum zum Einsatz gekommen war, sollte mit der französischen U21 dringend benötigte Spielpraxis sammeln.

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Der nächste Länderspiel-Zeitraum im November "wird sicherlich kritisch beäugt", stellte Preetz angesichts zunehmend steigender Infektionszahlen heraus und ergänzte: "Es wird nochmal über den Sinn der Abstellungsperiode diskutiert werden." Allerdings habe er auch Verständnis für die Verbände.

Guendouzi soll nun virtuelles Training absolvieren

Guendouzi hätte am Samstag im Spiel gegen den VfB Stuttgart (15.30 Uhr/Sky) sein Debüt für die Herthaner feiern können. "Es war geplant, dass ich ihn mit in den Kader nehme", bestätigte Trainer Bruno Labbadia vor dem Duell mit seinem Ex-Klub. "Ob er gespielt hätte? Dafür hätte ich meine Eindrücke gebraucht." Guendouzi war im Rahmen seiner Vorstellung nur kurze Zeit in Berlin, reiste dann zur französischen U21, für die er zwei Mal zum Einsatz kam - und bei der er sich offenbar mit Covid-19 infizierte. "Wir können kaum beurteilen, wie sein körperlicher Zustand ist. Ich hatte mich gefreut, dass er zumindest zwei, bis drei Trainingseinheiten gemacht hätte", sagte Labbadia, der nun auf den Mittelfeldspieler verzichten muss. Man werde nun "versuchen, mit ihm ein virtuelles Training in seinem Zimmer zu machen", so der Coach weiter.