09. April 2022 / 22:39 Uhr

Hertha-Boss Fredi Bobic über Trikotabgabe der Spieler nach Derbypleite: "Ich hätte es nicht gemacht"

Hertha-Boss Fredi Bobic über Trikotabgabe der Spieler nach Derbypleite: "Ich hätte es nicht gemacht"

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Geschäftsführer Fredi Bobic konnte die Reaktion der Hertha-Spieler nach der Derby-Niederlage nicht nachvollziehen.
Geschäftsführer Fredi Bobic konnte die Reaktion der Hertha-Spieler nach der Derby-Niederlage nicht nachvollziehen. © IMAGO/Matthias Koch (Montage)
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Einige Spieler von Hertha BSC legten nach der Derbypleite gegen Union Berlin am Samstagabend nach Aufforderung der Anhänger ihre Trikots vor der Fankurve ab. Geschäftsführer Fredi Bobic fand im Anschluss deutliche Worte für den Vorgang sowie die Situation des Klubs.

Es war die Aufregerszene nach dem Hauptstadtderby. Nach der 1:4-Pleite gegen den Stadtrivalen Union Berlin sind die Spieler von Hertha BSC vor der eigenen Fankurve aufgefordert worden, ihre Trikots auszuziehen. Dem kamen einige Akteure am Samstagabend auch nach.

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Herthas Sport-Geschäftsführer Fredi Bobic sagte derweil im Sky-Interview kurz nach dem Vorfall deutlich, dass er der Aufforderung der Anhänger nicht gefolgt wäre: "Ich hätte es nicht gemacht. Ich ziehe das Trikot mit Stolz an. Ich verstehe natürlich den Unmut, dass man das dritte Derby in Folge verliert. Das macht uns allen keinen Spaß. Aber wir sind auch Sportler."

Das habe nichts mit "Konfrontation" zu tun, und man wolle natürlich "deeskalierend" handeln, "aber das muss jetzt auch nicht sein", so der frühere Stürmer, der als Profi selbst das Hertha-Trikot getragen hatte.

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Bobic: "Wir haben es in der eigenen Hand"

Auf die Nachfrage, ob die Niederlage im Derby eine besondere sei, reagierte der 50-Jährige angefressen: "Es ist eine Niederlage, da gibt es null Punkte für. Ich verstehe, dass ihr von den Medien versucht, das groß zu machen. Es ist Union, ja. Und sie sind auch gerade eine Nummer stärker als wir. Das muss man auch mal anerkennen. Wir haben ja nie was anderes gesagt, ich auch nicht."

Es sei klar gewesen, dass die Köpenicker die Favoriten gewesen sind: "Und sie haben es gut gemacht und wir haben es nicht so gut gemacht. Aber wir haben eine Situation gegen den Abstieg. Und in der Tabelle hat sich erst mal gar nichts verändert. Wir haben es in der eigenen Hand. Aber wir müssen viel mehr dafür tun. Und wir haben jetzt die Gegner vor der Brust, die auch mit uns da unten sind und da zählt es natürlich genauso."

Die nächsten drei Hertha-Gegner sind der FC Augsburg, der VfB Stuttgart und Arminia-Bielefeld – jene Klubs, die aktuell die drei Plätze vor den akut abstiegsbedrohten Hauptstädtern belegen. Es werden also Wochen der Wahrheit für Hertha BSC. "Abstiegskampf hat es immer in sich. Haben Sie schon mal einen Abstiegskampf gesehen, wo es einfach läuft? Ich nicht", meinte Bobic kämpferisch in Richtung Sky-Reporter. "Ich war als Spieler drin, ich war als Funktionär drin. Und es war immer ein Kampf bis zum Schluss. Und den Kampf musst du annehmen, auch im nächsten Spiel."