11. November 2020 / 10:32 Uhr

Hertha-Torhüter Alexander Schwolow: Sicherer Rückhalt in den falschen Badelatschen

Hertha-Torhüter Alexander Schwolow: Sicherer Rückhalt in den falschen Badelatschen

Stephan Henke
Märkische Allgemeine Zeitung
Alexander Schwolow (Hertha BSC): 
Die Hertha-Defensive um Torwart Alexander Schwolow blieb am vergangenen Wochenende zum ersten Mal in dieser Saison ohne Gegentor. © 2020 Getty Images
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Der Neuzugang vom SC Freiburg hat sich als Nummer eins der Berliner etabliert und entwickelt sich immer mehr zum stabilisierenden Faktor bei Hertha BSC.

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An der Abstimmung mit Omar Alderete hapert es aus Sicht von Alexander Schwolow noch ein bisschen. „Er ist mein Sitznachbar in der Kabine, da vertauscht er gerne mal die Badelatschen“, erzählt Schwolow über den Innenverteidiger aus Paraguay. „Da muss er noch an sich arbeiten“, sagt der Torhüter mit einem Lachen.

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Sportlich hat das Zusammenspiel der Hertha-Defensive dagegen zuletzt immer besser funktioniert. Beim 3:0-Erfolg gegen den FC Augsburg blieb Hertha BSC im achten Pflichtspiel der Saison erstmals ohne Gegentor. Das liegt auch an Schwolow, der vor der Saison für sieben Millionen Euro vom SC Freiburg kam und die langjährige Nummer eins Rune Jarstein auf die Bank verdrängt hat. Nach einem unglücklichen Auftritt beim Pokal-Aus Anfang September bei Zweitligist Braunschweig hat sich der 28-Jährige deutlich stabilisiert, „man spürt es im Training, aber auch in den Spielen, dass er permanent stärker wurde“, sagt Hertha-Trainer Bruno Labbadia.

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In Freiburg hatte sich Schwolow – wie sein Trainer gebürtiger Hesse – den Ruf als Bundesliga-Torwart gehobener Qualität erworben, als äußerst zuverlässig und fußballerisch versiert. „Ich sehe mich schon als mitspielenden Torwart“, sagt Schwolow selbst, „aber Fußballspielen hin oder her, das Wichtigste ist, dass du die Bälle hältst.“

Das machte er beim SCF so überzeugend, dass er auch für renommiertere Vereine interessant wurde. Lange galt im Sommer der FC Schalke 04 als Favorit auf seine Verpflichtung, am Ende machte die ambitionierte Hertha das Rennen. „Ich denke, ich habe jetzt gute Spiele gemacht, habe mich gut eingefunden. Ich fühle mich sehr wohl und komme mit der Mannschaft gut klar“, sagt Schwolow.

Training mit Tennisbällen

Auch an seinen neuen Torwarttrainer Zsolt Petry hat er sich schnell gewöhnt, nachdem er zuvor jahrelang mit Andreas Kronenberg zusammengearbeitet hat, der zuvor auch schon Torhüter wie Oliver Baumann oder Roman Bürki betreute. „Die beiden sind schon unterschiedlich von der Herangehensweise. Zsolt ist sehr kreativ, da wird auch mal gerne der Tennisschläger rausgeholt und mit kleinen Bällen gearbeitet“, erzählt Schwolow. Dadurch solle die Schnelligkeit der Reflexe trainiert werden.

Doch nicht nur spielerisch, sondern auch als Persönlichkeit ist er auf seinem Platz gefordert. Sogar von ganz hinten könne er in den coronabedingt leeren und dadurch leisen Stadien das Pressing der Mannschaft ansagen. Auch neben dem Platz soll er Wortführer werden. „Da muss ich den Warner spielen, dass wir keinen Deut nachgeben“, sagt Schwolow über den jüngsten Hertha-Aufwärtstrend – das gilt für ihn wie für die Mannschaft.

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Deshalb sei auch die erneute Länderspielpause gleich eine mehrfache Herausforderung. „Wir hatten immer wieder Probleme mit der Abstellung“, bemerkte Schwolow mit Hinweis auf einen Corona-Fall und Quarantäne-Maßnahmen nach den Länderspielen im September und Oktober. Zudem werde wieder der Prozess des Einspielens getoppt: „Es macht es für uns als Mannschaft nicht einfach, da wir die ganzen Abläufe nicht trainieren können.“