06. Februar 2020 / 16:12 Uhr

Hertha-Profi Jordan Torunarigha reagiert nach Rassismus-Vorfall: "Schon in der Jugendzeit durchlebt"

Hertha-Profi Jordan Torunarigha reagiert nach Rassismus-Vorfall: "Schon in der Jugendzeit durchlebt"

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Jordan Torunarigha hat sich erstmals nach dem rassistischen Vorfall im Pokalspiel bei Schalke 04 geäußert
Jordan Torunarigha hat sich erstmals nach dem rassistischen Vorfall im Pokalspiel bei Schalke 04 geäußert © imago images/Laci Perenyi
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Erstmals nach den Rassismus-Vorfällen gegen ihn beim Pokal-Spiel bei Schalke 04 hat sich jetzt Hertha-Profi Jordan Torunarigha geäußert. Der 22-Jährige zeigte sich getroffen und gestand, dass er die Erfahrung nicht zum ersten Mal gemacht habe.

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Jordan Torunarigha hat sich erstmals nach den Rassismus-Vorwürfen gegen Zuschauer im Pokalspiel beim FC Schalke 04 zu Wort gemeldet und sich deutlich gegen Diskriminierung ausgesprochen. "Ich bin in Deutschland geboren, ich bin hier aufgewachsen, habe hier mein Abitur gemacht, spreche Deutsch wie alle anderen, deshalb kann ich diese Äußerungen, wie sie von einigen Idioten während des Spiels gemacht wurden, in keinster Weise verstehen", schrieb der 22 jährige frühere Junioren-Nationalspieler von Hertha BSC bei Instagram.

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Im Achtelfinale des DFB-Pokals am Dienstag zwischen Schalke und den Berlinern (3:2 nach Verlängerung) war Torunarigha, der in der Verlängerung die Gelb-Rote Karte sah, laut Aussagen der Gäste mehrfach rassistisch beleidigt worden. Der DFB-Kontrollausschuss leitete am Mittwoch eine Untersuchung ein. Die Polizei Gelsenkirchen nahm Ermittlungen auf.

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Ich wollte mich zu den Ereignissen nicht aus der Emotion heraus äußern, aber jetzt möchte ich das gerne nachholen. Ich bin in Deutschland geboren, ich bin hier aufgewachsen, habe hier mein Abitur gemacht, spreche Deutsch wie alle anderen, deshalb kann ich diese Äußerungen, wie sie von einigen Idioten während des Spiels gemacht wurden, in keinster Weise verstehen. Viele können nicht nachvollziehen, was das bedeutet und was sie damit bei den Menschen anrichten. Ich bin froh, dass ich das Glück habe, so einen Rückhalt durch meine Familie meine Mitspieler und den Verein zu haben! Das haben vielleicht nicht alle in einer solchen Situation. Ich bin in Chemnitz geboren, habe das alles schon in der Jugendzeit durchlebt. Meine Eltern wurden beleidigt. Deshalb wühlt mich so eine Situation wie auf Schalke so auf und deshalb habe ich so emotional reagiert. Man kann sich seine Hautfarbe bei der Geburt nicht aussuchen und sie sollte auch völlig egal sein. Genauso selbstverständlich wie unterschiedliche Hautfarbe, Religion oder Herkunft unter uns Sportlern in der Kabine ist sollte es auch in unserer Gesellschaft sein!

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"Ich bin in Chemnitz geboren, habe das alles schon in der Jugendzeit durchlebt. Meine Eltern wurden beleidigt", sagte Torunarigha. "Deshalb wühlt mich so eine Situation wie auf Schalke so auf und deshalb habe ich so emotional reagiert. Man kann sich seine Hautfarbe bei der Geburt nicht aussuchen und sie sollte auch völlig egal sein. Genauso selbstverständlich wie unterschiedliche Hautfarbe, Religion oder Herkunft unter uns Sportlern in der Kabine ist sollte es auch in unserer Gesellschaft sein!"

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Sein Klub und zahlreiche Profis anderer Vereine hatten sich nach der Partie mit Torunarigha solidarisiert. Schalke hatte bekräftigt, die Aussagen des Spielers hinsichtlich "rassistischer Aussagen und Laute gegen ihn" sehr ernst zu nehmen und den Fall gemeinsam mit unter anderem der Polizei zu überprüfen.

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