15. Dezember 2017 / 07:48 Uhr

Herthas Davie Selke über RB Leipzig: „Es war eine lehrreiche Zeit“

Herthas Davie Selke über RB Leipzig: „Es war eine lehrreiche Zeit“

Guido Schäfer
Leipziger Volkszeitung
Davie Selke jubelt im Trikot der Hertha. 
Davie Selke jubelt im Trikot der Hertha.  © Imago
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Der Neu-Herthaner will am Sonntag in Leipzig stürmen und punkten

Berlin/Leipzig. Er war mit zehn Toren ein entscheidender Mann beim 2016er Erstligaufstieg der Roten Bullen. Er war ein Herz und eine Seele mit seinem RB-Sturm-Konkurrenten Yussuf Poulsen. Er war am 6. Mai 2017 der Mann des Spiels beim 4:1 in Berlin, machte mit zwei Toren die Champions-League-Teilnahme klar. An jenem Tag verguckte sich Berlins Cheftrainer Pal Dardai in Leipzigs Stürmer Davie Selke. Am Sonntag, 18 Uhr, sitzt Dardai zum 100. Mal bei einem Pflichtspiel der Hertha auf der Trainerbank. Das Jubiläum vollzieht sich in der Red-Bull-Arena, das Spiel RB (Dritter/28 Punkte) gegen Berlin (Elfter/21) rundet den 17. Bundesliga-Spieltag ab. Ob der 41-jährige Ungar seinen acht Millionen Euro teuren Sommer-Neuzugang Selke, 22, bringt, ist ungewiss.

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Herr Selke, ist das Leben noch schön?

Sehr schön. Berlin ist eine sensationelle Stadt, man hat hier noch mehr Möglichkeiten als in Leipzig. Wer sich in Berlin nicht wohlfühlt, ist doch selbst schuld. Ich wohne mit meiner Freundin Evelyn im Grunewald, zum Olympiastadion und unserem Trainingszentrum sind es zehn Minuten.

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Die legendäre WG mit Papa Teddy Rupp existiert demnach nicht mehr?

Nein, Teddy lebt in Stuttgart. Wir sehen uns aber oft. Entweder besuche ich ihn oder er uns.

Ihr Start bei der Hertha war problematisch, Sie fielen wegen einer Mittelfußverletzung zehn Wochen aus.

Ich hatte in Leipzig selten und bei der U21-EM beim DFB dann alles gespielt. Die Verletzung war Folge einer Belastung. Es hat etwas gedauert, aber seit ein paar Wochen bin ich wieder topfit.

Vier Tore in der Europa League, zwei Tore und drei Vorlagen in der Bundesliga. Es könnte schlechter für Sie laufen.

Ich bekomme hier meine Einsatzzeiten, will viele Meter machen, eklig sein, der Mannschaft helfen.

Sie haben in Dardai einen Trainer, der auf Sie steht. Gut zu wissen?

Wegen ihm bin ich nach Berlin gekommen. Er wollte mich unbedingt, ist ein guter und ehrlicher Typ, hat immer einen Spruch auf den Lippen. Ich brauche so einen Trainer.

Fotogalerie: Davie Selke bei RB Leipzig

2015 Juni: Selke neu im Verein (@GEPA Pictures) Zur Galerie
2015 Juni: Selke neu im Verein (@GEPA Pictures) ©

Ralph Hasenhüttl hatte in der Bundesliga selten Verwendung für Sie. Wie hart waren diese Monate?

Es war eine lehrreiche Zeit. Bis dahin war es für mich immer nur nach oben gegangen. Das war letztlich aber eine wertvolle Erfahrung für mich als junger Spieler.

Ist die Rückkehr nach Leipzig vergleichbar mit einem Spiel in Ihrer alten Bremer Heimat?


Bremen ist schon noch etwas emotionaler. Ich freue mich auf Leipzig, habe guten Kontakt zu Yussi, Diego, Domme oder auch Fabio. Wir wissen, dass RB vor allem daheim stark ist. Ändert nix daran, dass wir in Leipzig punkten wollen.

Wie beurteilen Sie die Leipziger Saison?

Sie haben ein kleines Tief und sind trotzdem Dritter. Das sagt alles.

Trauen Sie RB eine erneute Qualifikation für die Champions League zu?

Absolut. Aber klar ist auch, dass Mannschaften, die in der Vorsaison weit unter ihren Möglichkeiten geblieben sind, jetzt wieder oben mitmischen. Zum Beispiel Schalke, Leverkusen und Gladbach.

Sie und Ihr Team haben nach dem 3:1 gegen Hannover 21 Punkte. Zufrieden, froh und glücklich?

Ja. Insbesondere mit Blick auf die Dreifachbelastung. Ich habe das auch das erste Mal erlebt. Die Spiele, die Reiserei, das ist sehr strapaziös. Und dazwischen kann man fast nur regenerieren, nicht wirklich trainieren und Dinge einstudieren.

Laufen Sie am Sonntag auf?

Wollen würde ich. Aber da müssen Sie den Trainer fragen.

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