11. März 2020 / 15:04 Uhr

„Herzstück unseres Teams“: Sabitzer krönt überragende Saison mit Doppelpack gegen Tottenham

„Herzstück unseres Teams“: Sabitzer krönt überragende Saison mit Doppelpack gegen Tottenham

Thomas Fritz
Leipziger Volkszeitung
Leipziger Freudenknäuel rund um den Mann des Abends, Marcel Sabitzer.
Leipziger Freudenknäuel rund um den Mann des Abends, Marcel Sabitzer. © Getty Images
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Kapitän Marcel Sabitzer hat RB Leipzig mit zwei Toren gegen Tottenham Hotspur fast im Alleingang ins Viertelfinale der Champions League geschossen. Nach dem überzeugenden 3:0-Sieg im Rückspiel fand der Österreicher große Worte, um den erstmaligen Einzug in die Runde der letzten Acht zu beschreiben.

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Leipzig. Marcel Sabitzer rannte völlig euphorisch Richtung Eckfahne, rutschte zwei Meter auf den Knien über den Rasen, die Arme triumphierend zur Seite ausgestreckt, den Mund weit aufgerissen – und ließ sich von den Fans in der Red-Bull-Arena feiern. Nur wenige Sekunden blieben dem 25-Jährigen, um sein Tor alleine zu zelebrieren, dann wurde der Kapitän von RB Leipzig von einem Knäuel aus Mitspielern verschluckt. Mit einem harten, platzierten Flachschuss von knapp außerhalb der Strafraumgrenze hatte er seine Mannschaft im Achtelfinalrückspiel der Champions League gegen Tottenham Hotspur soeben in Führung geschossen (10.)

DURCHKLICKEN: Bilder zum 3:0 gegen Tottenham

CHAMPIONS-LEAGUE-VIERTELFINALE! RB Leipzig zieht durch ein ungefährdetes 3:0 über die Tottenham Hotspur in die Runde der letzten Acht ein. Zur Galerie
CHAMPIONS-LEAGUE-VIERTELFINALE! RB Leipzig zieht durch ein ungefährdetes 3:0 über die Tottenham Hotspur in die Runde der letzten Acht ein. ©

Elf Minuten später schnürte der österreichische Nationalspieler nach einer Flanke von Angelino von der linken Grundlinie mit einem platzierten Kopfball seinen zweiten Doppelpack der Saison. Die Leipziger Fans lagen sich glückselig in den Armen, während die Spurs-Anhänger mit versteinerten Mienen auf den Rasen blickten.

„Ein Abend für die Geschichtsbücher“

Sabitzers vielleicht bestes Spiel anno 2019/20 kam genau zum richtigen Zeitpunkt. Durch den überzeugenden 3:0 (2:0)-Erfolg gegen die Spurs (Hin- und Rückspiel: 4:0) zog RB erstmals ins Viertelfinale der Königsklasse ein. „Wenn du im Achtelfinale einen Doppelpack schnürst, dann geht so einiges durch deinen Körper“, sagte Sabitzer nach Spielende. „Das ist ein Abend für die Geschichtsbücher. Das wird mir noch einige Male durch den Kopf gehen heute.“

DURCHKLICKEN: Das sagen Spieler und Trainer

Emil Forsberg (RB Leipzig): Es macht mich einfach nur stolz - diese Geschichten, die wir mit den Fans zusammen schreiben, das ist einfach nur geil. Wir haben die richtige Balance gefunden zwischen Respekt vor dem Gegner sowie dem Glauben an die eigene Stärke. Wir sind verdient weitergekommen. Es ist eine wunderbare Nacht. Es waren nur wenige Minuten für mich, da musst du einfach nur versuchen, der Mannschaft zu helfen. Zur Galerie
Emil Forsberg (RB Leipzig): "Es macht mich einfach nur stolz - diese Geschichten, die wir mit den Fans zusammen schreiben, das ist einfach nur geil. Wir haben die richtige Balance gefunden zwischen Respekt vor dem Gegner sowie dem Glauben an die eigene Stärke. Wir sind verdient weitergekommen. Es ist eine wunderbare Nacht. Es waren nur wenige Minuten für mich, da musst du einfach nur versuchen, der Mannschaft zu helfen." ©

Durch seine Champions-League-Treffer drei und vier im laufenden Wettbewerb hat der Ex-Salzburger seine Saisonbilanz auf 15 Tore und acht Vorlagen in 35 Einsätzen ausgebaut. Es ist rund zweieinhalb Monate vor Ende der Spielzeit schon jetzt seine mit Abstand beste Ausbeute seit dem Aufstieg von RB ins Oberhaus (2019: 5/6, 2018: 5/9, 2017: 9/4).

Lobeshymne von Nagelsmann

Doch nicht nur im Angriff liefert der offensive Mittelfeldspieler ab, der in den vergangenen Monaten wegen Personalproblemen häufiger als Sechser vor der Abwehr aushelfen musste. „Sie haben beide super verteidigt“, lobte Trainer Julian Nagelsmann Sabitzer und dessen Landsmann Konrad Laimer im Doppelpack. „Sie sind beide extrem wichtige Spieler für uns. Sowohl charakterlich, was die Führungsaufgaben angeht und wie sie vorangehen auf dem Feld, aber dann auch inhaltlich, fußballerisch.“ Sabitzer habe vor allem in der ersten Halbzeit „viel den Raum gefunden, den wir wollten“ und mit seinen beiden Toren das „i-Tüpfelchen oben drauf“ gesetzt. „Sie haben es beide herausragend gemacht. In der Form ist es schon ein Herzstück unseres Teams“, erklärte Nagelsmann. Mehr Lob geht nicht.

DURCHKLICKEN: So kommentiert die internationale Presse

Daily Mail: „Wenn es während des Spiels überhaupt einen Hinweis auf eine Auferstehung von Tottenham gab – und es gab kaum einen – dann nur, weil Leipzig offensichtlich selbst ein wenig überrascht war, insgesamt 3:0 zu führen und unsicher war, ob sie auf weitere Tore spielen oder sich etwas zurücknehmen sollten. Sie entschieden sich für Ersteres.“ Zur Galerie
Daily Mail: „Wenn es während des Spiels überhaupt einen Hinweis auf eine Auferstehung von Tottenham gab – und es gab kaum einen – dann nur, weil Leipzig offensichtlich selbst ein wenig überrascht war, insgesamt 3:0 zu führen und unsicher war, ob sie auf weitere Tore spielen oder sich etwas zurücknehmen sollten. Sie entschieden sich für Ersteres.“ ©

Das verteilte Sabitzer, der in der 87. Minute unter frenetischem Beifall für den späteren 3:0-Torschützen Emil Forsberg den Platz verließ, auch an seine Mitstreiter. "Kompliment an die ganze Mannschaft plus Trainerteam, Staff, alle, die dazu gehören. Das ist ein Abend für die Geschichtsbücher. Wir haben gerade in der Dusche geredet: Vor vier Jahren haben wir gegen Sandhausen hier 0:1 verloren und jetzt schlagen wir Tottenham. Das sind Geschichten, die schreibt der Fußball. Für die haben wir hart gearbeitet.“

Mehr zum Spiel

Viel Zeit, um den Erfolg zu genießen, bleibt allerdings nicht. Schon am Samstag (15.30 Uhr) geht es für den Tabellendritten in der Fußball-Bundesliga gegen den SC Freiburg um Punkte in der Fußball-Bundesliga. Ob er zumindest ein Souvenir als Erinnerung an diesen denkwürdigen Abend mitgenommen habe? „Mein Trikot“, verriet Marcel Sabitzer glücklich. „Das behalte ich.“