12. Januar 2020 / 11:43 Uhr

Hier ist Träumen kein Makel: Leipzigs Bambini mit viel Spaß unterm Hallendach

Hier ist Träumen kein Makel: Leipzigs Bambini mit viel Spaß unterm Hallendach

Antje Henselin-Rudolph
Leipziger Volkszeitung
Bambinis der Stadt Leipzig spielen in der Zwischenrunde im LVZ-Sportbuzzer-Cup 2019/2020
Echtes Fairplay und ganz viel Freude am Spiel: Das ist Bambini-Fußball. © Alexander Prautzsch
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Medaillen gibt es erst später. Dennoch gaben die jüngsten Kicker der Messestadt in der Zwischenrunde ihrer Hallenmeisterschaft am Sonntag alles und offenbarten den ganz eigenen Charme von Fußball in dieser Altersklasse.

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Leipzig. Sonntag, 8.45 Uhr, Abtnaundorf. Der Blick geht in müde Erwachsenengesichter. Da hätte offenbar so mancher gern ein wenig länger geschlafen. Die Gesichter der Jungen und Mädchen dagegen, die in diesen Minuten die fünf Spielfelder in der Halle des Sächsischen Fußball-Verbandes entern: voll Vorfreude pur. Ein Gewimmel, ein Gewusel, ganz viel Lachen - zur offiziellen Eröffnung der G-Junioren-Zwischenrunde unterm Hallendach haben die Trainer Mühe, ihre Schützlinge zu versammeln. Marianne Wenzel, Jugendausschusschefin des ausrichtenden Fußballverbandes der Stadt Leipzig, kennt das schon. Sie wartet einfach noch ein zwei Minuten, startet erst dann mit der Begrüßung.

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Bambinis der Stadt Leipzig spielen in der Zwischenrunde im LVZ-Sportbuzzer-Cup 2019/2020 Zur Galerie
Bambinis der Stadt Leipzig spielen in der Zwischenrunde im LVZ-Sportbuzzer-Cup 2019/2020 ©

Dann darf endlich Fußball gespielt werden. Da die fünf Felder die große Halle nicht ausfüllen, ist genügend Platz für Erwärmung, Spaß und allerlei Unsinn. Die Trainer des Leipziger SC haben ihre liebe Mühe, zwei kleine Streithähne aus dem Schwitzkasten des jeweils anderen zu befreien. "Jungs, nicht kämpfen jetzt, bitte", mahnt der Coach und schiebt die Kontrahenten vorsichtshalber ein Stück weit auseinander.

Wohin nur mit dem Ball?

Oliver Berg, einer der Ehrenamtler des FVSL, die helfen, den Turniertag abzusichern, kontrolliert am Eingang zur Halle die Schuhe aller, die reinwollen. "Nur helle Sohlen", lautet die Ansage. Doch er muss seinen Posten kurz verlassen. Für zwei Jungs war das Netz eines großen Tores dann doch zu verführerisch. Das eignet sich so prima zum Klettern und Schaukeln. "Nun kommt aber mal weg hier", schimpft Berg nur verhalten. Die zwei kleinen Racker trollen sich mit halbwegs schuldbewusstem Blick.

Mehr zur Bambini-Hallenrunde

Unterdessen treffen der SV Schleußig und der SV Brehmer aufeinander. Der Ball rollt ins Toraus. Die Nummer vier des SVB schnappt sich die Pille, hält dann inne. Wie nun weiter? Ecke, weiter links oder doch lieber gleich Höhe Mittellinie? Der kleine Blondschopf ist sichtlich unentschlossen. Pendelt mit dem Ball in der Hand hin und her, Blick auf die gegenüberliegende Seite, wo sein Trainer gegen den allgemeinen Hallenlärm ankämpft, um seinem Spieler zu helfen. Irgendwann dringen seine Rufe durch. Es geht weiter mit Ecke. Am Ende steht ein 0:0 zu Buche. "Wir haben gegen einen starken Gegner ein 0:0 geschafft", lobt einer der beiden Übungsleiter des SV Brehmer. "Aber zwei Dinge müssen besser werden." Er spricht in kurzen Sätzen, formuliert einfach und klar. Seine Zuhörer sind dennoch weit weg, rollen sich über den Boden, träumen, einer schließt die Augen. Bambini eben.

Pokale gibt's erst im Februar

Es sind diese kleinen Momente, die an Herz gehen, die berühren, die anders sind als das Millionen-Geschäft Profifußball. Jedes Tor sorgt für lauten überschäumenden Jubel. Da ist nichts gestellt, (noch) nichts vor-choreografiert. Da ist einfach nur Freude - oder vollkommen haltlose Traurigkeit, wenn es irgendwie gar nicht klappen will. Nicht immer findet das Runde den Weg ins Eckige, auch weil bisweilen Grundsätzliches geklärt werden muss. Das kleine Mädchen mit dem geflochtenen Zopf in den Reihen des SV Lindenau rackert unermüdlich, den Ball am Fuß. Dass ihr keiner mehr folgt, bemerkt sie nicht, so eifrig ist sie bei der Sache. "Du weißt, hier ist die Auslinie", mahnt ihr Trainer, als sie dann doch zum Stehen kommt. "Aber sehr gut, sehr gut. Mach so weiter."

75 Partien zu je acht Minuten werden an diesem Vormittag gespielt. Jedes Team absolviert fünf Partien. Eine Siegerehrung gibt es indes nicht. Denn für die Bambini war es nicht der letzte Auftritt unter dem Hallendach. Am 9. Februar steigt an gleicher Stelle die Endrunde. Dann werden die Gruppen anhand der Ergebnisse der Zwischenrunde neu zusammengestellt. Und dann wird auch nicht nach Abpfiff der letzten Spiele einfach so Schluss sein. Denn dann gibt es sie endlich, die begehrten Medaillen und Pokale.

Die Abschlusstabellen in der Übersicht:

Staffel Z-A: 1. SG Taucha I (U7); 2. LSC 1901 I; 3. SG Olympia 1896 U7 I; 4. Kickers Markkleeberg I; 5. FC Blau-Weiß Leipzig U7; 6. SSV Markranstädt

Staffel Z-B: 1. SpVgg Leipzig I; 2. SG Olympia 1896 U7 II; 3. SV Lipsia Eutritzsch; 4. 1. FC Lok Leipzig; 5. Roter Stern Leipzig; 6. SSV Stötteritz

Staffel Z-C: 1. LSC 1901 II; 2. SG Rotation 1950 I; 3. TSV Böhlitz-Ehrenberg; 4. SV Lindenau; 5. SG Bienitz; 6. SV Mölkau

Staffel Z-D: 1. Eintracht Holzhausen I; 2. SV Brehmer; 3. SV Lipsia Eutritzsch II; 4. SV Lok Engelsdorf; 5. SV Tapfer; 6. SV Schleußig

Staffel Z-E: 1. SG Taucha II; 2. BSG Chemie Leipzig; 3. SV Eintracht Süd; 4. SpG Althen/Mölkau; 5: SG Olympia 1896 U6 I; 6. SG Olympia 1896 U6 II