07. Januar 2020 / 10:45 Uhr

Hier jubeln Mini-Europameister: Spanien gewinnt beim Handball-Fest in Anderten

Hier jubeln Mini-Europameister: Spanien gewinnt beim Handball-Fest in Anderten

Uwe Serreck
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Sieger in Anderten: Die Spieler des TV Hochdorf, die für Spanien antraten, jubeln nach ihrem 13:8-Finalsieg gegen Serbien.
Sieger in Anderten: Die Spieler des TV Hochdorf, die für Spanien antraten, jubeln nach ihrem 13:8-Finalsieg gegen Serbien. © Uwe Serreck
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Die Handball-Mini-EM in Anderten war auch in diesem Jahr wieder ein voller Erfolg. 24 Teams spielten am Wochenende um den begehrten Titel. Am Ende setzte sich Spanien (TV Hochdorf) durch. Auch Ministerpräsident Stephan Weil war unter den 500 begeisterten Zuschauern.

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Vor dem Endspiel der Mini-EM schwappte die Welle durch die Anderter Halle am Eisteichweg. Weil es so voll war wie noch nie, drängelten sich die Zuschauer sogar rund um das Spielfeld, wo DHB-Maskottchen Hanniball herumtollte und die Stimmung einheizte. Zum Song „The Final Countdown“ begrüßten mehr als 500 meist in den Nationalfarben geschminkte Fans mit rhythmischem Klatschen die Finalisten Spanien und Serbien.

Beide Mannschaften nahmen im Spiel sofort Fahrt auf – und mit dem Schlachtruf „Vamos amigos“ feierten die spanischen Fans des TV Hochdorf ekstatisch jedes Tor ihrer Jungs. 150 Sekunden vor dem Abpfiff traf Tyler Franck – von den Trainern zum besten Spieler gewählt – zum vorentscheidenden 10:6. Wenig später war Schluss und das Team aus der Nähe von Göppingen feierte seinen 13:8-Sieg.

Einlauf der Nationen: Die 24 Teams der Mini-EM werden von DHB-Maskottchen Hanniball begrüßt.
Einlauf der Nationen: Die 24 Teams der Mini-EM werden von DHB-Maskottchen Hanniball begrüßt. © Uwe Serreck
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"At­mo­sphä­re war unglaublich"

Unter die Zuschauer hatte sich längst Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil gemischt, der einst während der Schulzeit Torwart seiner Klassenmannschaft gewesen war. Er übergab den Siegerpokal und zollte der Leistung der etwa 120 Helfer Respekt: „Die At­mo­sphä­re war unglaublich. Ein tolles Projekt, das Marco Palazzi und der TSV Anderten auf die Beine gestellt haben.“ Ergriffen war auch Leon Drews vom Hannoverschen SC, der als bester Torhüter ausgezeichnet wurde. Der absolute Gänsehautmoment des Wochenendes für die 300 kleinen Handballer war wie immer der „Einlauf der Nationen“ aller 24 Teams. „Es ist jedes Jahr einzigartig“, brachte TSV-Spartenleiter Klaus-Jürgen Kracke die Atmosphäre auf den Punkt.

Zum zwölften Mal hatte das Team um Marco Palazzi das in Deutschland einmalige Turnier für D-Jugend-Mannschaften, diesmal nach dem Vorbild der Titelkämpfe in Österreich, Norwegen und Schweden, auf die Beine ge­stellt. Das erste Mal war Radio FFN der Medienpartner und berichtete in Liveschaltungen. „Damit haben wir eine andere Etage betreten“, freute sich Palazzi.

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Im Anflug: Yannick Gauglitz vom Gastgeber TSV Anderten.
Im Anflug: Yannick Gauglitz vom Gastgeber TSV Anderten. © Uwe Serreck

Noch mehr Gäste im nächsten Jahr

Seine Spieler Leon Schmidt, Nils von Böhmer, Vincent Hoffmann und Gregor Sedlaczek durften Re­por­te­rin Finja Böhling ihre Eindrücke schildern. „Wir genießen die Stimmung“, verriet Vincent. Mit dem 10:3-Sieg im Spiel um Platz 17 fand das Turnier auch ein gelungenes Ende. „Man steht bei den Hymnen im Fokus, das ist cool“, sagte Jesse Cramer (12), und Are Bolte (11) ergänzte: „Es war aufregend, weil so viele Fans da waren.“ Durch die wachsende Begeisterung stößt das Miniturnier an Grenzen. „Die Halle wird langsam zu klein“, sagte Palazzi.

Im nächsten Jahr gilt es noch 200 Gäste mehr unterzubringen. Da die WM 2021 mit 32 Mannschaften ge­spielt wird, müssen auch die Anderter aufstocken. Am Eis­teich­weg ist es dafür ei­gent­lich zu klein. Palazzi hat allerdings einen Plan in der Schublade. Er träumt davon, den Finalsonntag in der Swiss-Life-Hall zu spielen, und kündigte an: „Ich werde mich mit Benjamin Chatton treffen.“ Es sollte gelingen, den früheren Recken-Manager zu begeistern.

Im Rahmen der EM gab es eine Spendensammlung für den elfjährigen Douglas, der bis Sommer in der Anderter D-Jugend spielte. Er leidet an Angststörungen und Au­tis­mus und benötigt einen Begleithund. Stark: Es wurden 8300 Euro gespendet.

Hannoversche Platzierungen: 5. Frankreich (TSV Burgdorf), 8. Ukraine (TuS Bothfeld), 11. Lettland (Hannoverscher SC), 17. Tschechien (TSV Anderten), 24. Schweden (TSV Anderten II).